Deutsche Bundesbank: CBDC soll nicht als Wertespeicher dienen

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Der deutsche Politiker und Vorstandsmitglied der deutschen Zentralbank Burkhard Balz sagte in einer Rede am 20. Oktober, es sei entscheidend, Werkzeuge zu entwickeln, um die Verwendung des digitalen Euro bei seiner Einführung einzuschränken.

Balz betonte, dass die Leute den von der Zentralbank ausgegebenen digitalen Euro nur als Zahlungsmittel und nicht als Wertaufbewahrungsmittel nutzen sollten.

Wenn die digitale Zentralbankwährung die gleichen Eigenschaften wie traditionelles Geld hat, könnten die Einleger in Krisenzeiten ihr Geld abheben, indem sie es in digitale Euro umtauschen. Das würde das Geld zu einer Verbindlichkeit für die Zentralbank machen. “Das könnte zu einer strukturellen Disintermediation des Bankensektors führen und in der Folge möglicherweise die Bereitstellung von Bankkrediten für die Wirtschaft bremsen”, warnte Balz.

Als Maßnahme, um einen digitalen Bankenansturm zu verhindern, schlug Balz vor, dass die Zentralbanken einschränken können, wie viele digitale Euro Nutzer zu einem bestimmten Zeitpunkt bekommen. Oder die Banken könnten die Nachfrage nach dem digitalen Euro kontrollieren, indem sie Anreize bieten, etwa mit gestaffelten Vergütungen:

“Ich bin mir nicht so sicher, ob Anreize tatsächlich einen digitalen Bankansturm verhindern könnten. Daher müsste die technische Umsetzung einer CBDC gründlich überdacht und getestet werden.”

Balz erklärte außerdem, dass die Deutsche Bundesbank zwar stark in die Diskussionen um eine CBDC involviert sei, aber auch nach alternativen Lösungen für den digitalen Zahlungsverkehr suche. Damit will sie eine Einführung einer CBDC und die damit verbundenen unerwünschten Auswirkungen verhindern. Er sagte weiter, dass die Zentralbank auch darüber nachdenke, wie sie Blockchain-basierte Lösungen und Smart Contracts mit konventionellen Zahlungssystemen verknüpfen könne.

Im Juli sagte Balz auf einer Parlamentssitzung, dass Kryptowährungen derzeit keine Gefahr für die Finanzstabilität darstellen würden. Er fügte jedoch hinzu, dass sie gefährlich sein könnten, wenn sie “nicht in den Zuständigkeitsbereich der Regulierungsbehörden fallen oder wenn es keine internationalen Standards gibt”.

Jerome Powell über digitalen Dollar: Lieber richtig als zuerst

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Die Vereinigten Staaten wollen keinen digitalen Dollar ausgeben, bis die US-Notenbank alle Fragen im Zusammenhang mit einer möglichen digitalen Zentralbankwährung (CBDC) geklärt habe, so der Vorsitzende der US-Zentralbank Jerome Powell.

Powell behauptete, er mache sich keine Sorgen darüber, dass sich andere Länder bei der Ausstellung von CBDCs einen Vorteil verschaffen, indem sie zuerst eine ausgeben.

Auf einer Podiumsdiskussion am Montag über grenzüberschreitende Zahlungen, das vom Internationalen Währungsfonds veranstaltet wurde, sagte Powell:

“Wir haben noch keine Entscheidung darüber getroffen, ob wir eine CBDC herausbringen, und wir glauben, dass noch viel Arbeit vor uns liegt. […] Ich glaube sogar, dass eine CBDC etwas ist, das die Vereinigten Staaten lieber richtig als zuerst machen sollten.”

Powell erklärte auch, “richtig machen” bedeute, dass die USA nicht nur die potentiellen Vorteile einer CBDC, sondern auch die potentiellen Risiken in Betracht ziehen müssen. Insbesondere sei das wichtig, da der US-Dollar die globale Reservewährung ist.

Er sagte weiter, dass Länder weltweit ihre eigenen Beweggründe für die Ausgabe einer CBDC haben. Er behauptete, die USA würden sich darauf konzentrieren, “ob und wie eine CBDC ein bereits sicheres und aktives dynamisches inländisches Zahlungssystem verbessern könnte”. Powell weiter:

“Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern besteht hier in den Vereinigten Staaten weiterhin eine starke Nachfrage nach Bargeld. Außerdem haben wir einen robusten und reifen Finanz- und Bankensektor und wir haben eine Bevölkerung, in der die meisten ein Bankkonto haben. Daher haben viele, wenn auch nicht alle, bereits einen Zugang zum elektronischen Zahlungssystem.”

Der Direktor der Zentralbank erklärte auch, die Bank werde erst dann eine Entscheidung über die Ausgabe eines digitalen Dollars treffen, wenn sie die Risiken in Bezug auf Cyber-Angriffe, finanzielle Stabilität, Privatsphäre und Sicherheit im Zusammenhang mit CBDCs geklärt habe. Er sagte dazu noch:

“Neben der Bewertung der Vorteile gibt es auch einige recht schwierige politische und betriebliche Fragen. […] Eine CBDC muss etwa vor Cyberangriffen und Betrug geschützt sein. Man muss auch betrachten, wie sich eine CBDC auf die Geldpolitik und die Finanzstabilität auswirken würde. Auch die Frage, wie eine CBDC illegale Aktivitäten verhindern und gleichzeitig die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer schützen könnte, muss beantwortet werden.”

Eine Reihe von Ländern weltweit erkunden und erproben CBDCs derzeit aktiv. Russland und Japan haben ebenfalls zuletzt damit begonnen, an einer CBDC zu arbeiten. China und Schweden haben bereits Prototypen von digitalen Währungen entwickelt und testen diese nun.

Trotz der wachsenden Beliebtheit der Technologie weltweit, zeigen US-Bürger gegenüber der Idee eines digitalen Dollars Skepsis. Laut einer kürzlichen Umfrage sind mehr als 50 Prozent der Amerikaner dagegen, dass die US-Notenbank einen solchen herausgibt. Ende September verkündete die Federal Reserve Bank of Cleveland Einzelheiten zu den laufenden Forschungen der US-Zentralbank im Zusammenhang mit einem möglichen digitalen Dollar.

Gewinner von Chinas CBDC-Lotto geben digitale Yuan aus

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Die Mehrheit der chinesischen Lotto-Gewinner, bei dem es 1,5 Mio. US-Dollar in digitalen Yuan zu gewinnen gab, hat ihre “roten Umschläge” erhalten und ausgegeben.

Bis zum 18. Oktober haben insgesamt 47.573 von 50.000 Lotteriegewinnern in China ihre Preise erhalten, wie die Behörden in Shenzhen am Sonntag offiziell mitteilten.

Der Mitteilung zufolge führten die Gewinner insgesamt 62.788 Transaktionen im Wert von 1,3 Mio. US-Dollar durch. Das sind etwa 88 Prozent der insgesamt 1,5 Mio. US-Dollar, die im Rahmen des Pilotprojekts in Shenzhen verteilt wurden.

Einige Gewinner haben nicht nur ihre “roten Umschläge” ausgegeben, sondern auch ihre Wallets aufgeladen. Dabei haben sie zusätzlich etwa 134.000 US-Dollar hinzugekauft.

Shenzhen startete am 9. Oktober ein Pilotprogramm zur Förderung des digitalen Yuan. Dabei gab es auch Werbegeschenke. Die Organisatoren der Lotterie nehmen die nicht verbrauchten digitalen Yuan zurück, wenn die Gewinner diese nicht bis zum 18. Oktober ausgeben.

Wie bereits berichtet, haben sich seit dem 12. Oktober insgesamt 2 Millionen Menschen für eine Teilnahme am digitalem Yuan-Programm beworben.

Die chinesische digitale Zentralbankwährung wir seit April 2020 getestet. Die Pilotprojekte wurden seitdem auf neun Städte ausgeweitet, darunter Shenzhen, Guangzho, Hongkong und Macao.

BoC: „Zentralbanken müssen eigene Digitalwährungen bereit haben, falls Libra scheitert“

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Laut einem Bericht der kanadischen Presse vom 15. Oktober fordert Timothy Lane, der Vize-Direktor der Zentralbank von Kanada (BoC), die Zentralbanken der Welt auf, ihre eigenen Digitalwährungen schon startbereit zu haben für den Fall, dass Regierungen und Aufsichtsbehörden die globale Facebook Kryptowährung Libra verbieten. Ein solches System wäre zudem ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Corona-Krise.

Die entsprechenden Äußerungen machte Lane im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Konferenz der Zentralbanken. Dahingehend gibt er an, dass sein Finanzinstitut bereits an einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) arbeitet und dabei „große Schritte“ macht. Allerdings räumt er ein, dass die Zentralbank zunächst die kanadische Bevölkerung dazu befragen müsse, was diese von einer solchen Digitalwährung erwartet.

Die Bemühungen von Facebook Libra lobt der stellvertretende Zentralbankchef wiederum, denn diese würden dafür sorgen, dass grenzübergreifende Zahlungen in der Zukunft effizienter gemacht werden, was nach Ansicht von Lane besonders den „bankenlosen“ Menschen in Entwicklungsländern helfen könnte, an der Weltwirtschaft teilzuhaben.

Daraus schlussfolgert er:

„Das ist der springende Punkt: Egal, ob wir wollen, dass Libra oder eine Zentralbank diese Funktionen übernimmt, aber wenn wir wollen, dass es eine Zentralbank-Digitalwährung und nicht Libra ist, dann müssen wir etwas in der Hand haben, damit wir direkt loslegen können.“

Blockchain-Firma Monerium: Europa hat “bereits” einen digitalen Euro

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Der von Consensys unterstützte E-Geld-Emittent Monerium glaubt, der Weg zum digitalen Euro ist einfacher als die Europäische Zentralbank denkt.

Das Fintech-Unternehmen konzentriert sich auf die Überbrückung von Fiat und Blockchains durch die Ausgabe von programmierbarem digitalem Bargeld und veröffentlichte am 13. Oktober eine Antwort auf die kürzliche öffentliche Konsultation der EZB zum digitalen Euro.

Im Sommer 2019 hatte Monerium als erstes Unternehmen weltweit eine Lizenz von den isländischen Aufsichtsbehörden erhalten. Diese Lizenz ist Teil eines neuen europäischen Rechtsrahmens für e-Gelddienstleistungen im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum. Sie erbrachte Fiat-Zahlungsdienstleistungen mittels der Ethereum-Blockchain und schloss sich später mit dem Blockchain-Protokoll Algorand zusammen.

In der Antwort an die EZB argumentiert Monerium, dass Europa lediglich anerkennen müsse, dass es bereits über “eine bewährte Form des digitalen Euro” verfüge. 

Im Jahr 2000 hatte die Europäische Kommission E-Geld als “digitale Alternative zu Bargeld” beschrieben und eine Richtlinie erlassen. In dieser wurde E-Geld als “technisch neutral” und als “elektronischer Ersatz für Münzen und Banknoten” definiert. Angesichts dieses Rahmens behauptet Monerium nun: 

“Um E-Geld einen Status zu verleihen, der mit physischem Bargeld vergleichbar ist, muss ide EZB lediglich den E-Geld-Emittenten Zugang zu den Reserven der EZB gewähren.”

Die Einbeziehung bestehender E-Geld-Emittenten sei laut Monerium besser als eine direkte Ausgabe einer digitalen Währung durch die EZB an private Haushalte und nichtfinanzielle Unternehmen. Eine direkte Ausgabe würde eine radikale Überholung des bestehenden Systems bedeuten, in dem die Zentralbank hauptsächlich mit regulierten Finanzinstitutionen wie Geschäftsbanken interagiert.

Monerium untermauert seine Behauptung mit einem Bericht von zwei Wirtschaftsexperten des Internationalen Währungsfonds. In diesen hieß es, dass Nichtbank-Anbieter mit Unterstützung der Zentralbank digitales Geld ausgeben könnten. Damit könnte eine synthetische digitale Zentralbankwährung (sCBDC) entstehen. 

Der bestehende europäische E-Geld-Rahmen sei laut Monerium bereits mit den Schlüsselkriterien des IWF für eine stabile digitale Währung vereinbar. Der Übergang von E-Geld zu einer sCBDC, wie vom IWF beschrieben, würde voraussetzen, dass die Zentralbank den E-Geld-Emittenten Zugang zu den Reserven der EZB gewährt:

“Ein solcher Zugang würde ‘gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen E-Geld-Instituten und Kreditinstituten’ bieten, wie es die E-Geld-Richtlinie auch vorsieht.” 

Die EZB hat unterdessen deutlich gemacht, dass sie etwa Mitte 2021 eine Entscheidung darüber treffen wolle, ob sie einen digitalen Euro einführen will.

Ein Bericht der EZB vom Oktober 2020 erläuterte Szenarien für und Anforderungen an einen zukünftigen digitalen Euro. Entscheidend dabei ist, dass die Zentralbank mit einer CBDC eine “strategische Autonomie” für die Eurozone erreichen will. Sie erklärte, dass Stablecoins von privaten und ausländischen Akteuren “die finanzielle Stabilität und die geldpolitische Souveränität in der Eurozone zu untergraben drohen”.

Starbucks und McDonald: Keine Tests für digitalen Yuan

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Die amerikanischen Fast-Food-Riesen, wie etwa Starbucks und McDonald’s, sollen sich nicht an den laufenden Tests für den digitalen Yuan in China beteiligen.

Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Sina Finance vom 14. Oktober werde die digitale Währung der chinesischen Zentralbank (CBDC) noch immer in “kleinem Maßstab” erprobt, vor allem im Einzelhandel und in der Gastronomie.

Eine Reihe von ausländischen Händlern, von denen man glaubte, sie würden sich an Chinas CBDC-Tests beteiligen, verwenden den digitalen Yuan bisher gar nicht als Zahlungsmittel.

In Xiong’an, einer der großen chinesischen Städte, die den digitalen Yuan testen, sollen sich 19 Unternehmen an ihrem CBDC-Pilotprojekt beteiligt haben. Darunter waren Starbucks, McDonald’s, Subway und das Cloud-Projekt von UnionPay Unmanned Automated Supermarket genannt. 

Laut Sina Finance hat jedoch bisher keines dieser Unternehmen an den digitalen Yuan-Tests teilgenommen und akzeptiert nur digitale Zahlungen über WeChat, Alipay und QuickPass.

Keine der Firmen hat offizielle Erklärungen zu Tests für den digitalen Yuan abgegeben. Cointelegraph bat Starbucks und McDonald’s um einen Kommentar, erhielt aber bis Redaktionsschluss keine Antwort.

Die chinesischen Behörden haben im April 2020 die ersten digitalen Yuan-Tests lanciert. Am 5. Oktober gab die chinesische Zentralbank bekannt, dass die mit der Währung verbundenen Wallets zwischen April und August 2020 Transaktionen in Höhe von 162 Mio. US-Dollar abgewickelt hätten. Um die Währung zu fördern, veranstaltete die Zentralbank eine Lotterie in Höhe von 1,5 Mio. US-Dollar. 2 Millionen Leute sollen an der Lotterie bei 3.000 teilnehmenden Händlern teilgenommen haben.

Bank von Russland: Kosultationspapier zum digitalen Rubel

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Die russischen Finanzbehörden haben bestätigt, dass die Regierung eine digitale Zentralbankwährung (CBDC) ausgeben will.

Am 13. Oktober veröffentlichte die Bank von Russland ein Konsultationspapier über die Entwicklung des digitalen russischen Rubels.

In der Erklärung sagte die Zentralbank, der digitale Rubel könne eine “zusätzliche Form von Geld neben Bargeld und Sachwerten” werden. Für ein russisches CBDC-Projekt brauche man eine zusätzliche Zahlungsinfrastruktur, so die Bank.

Die Bank sagte auch, der digitale Rubel werde “alle notwendigen Eigenschaften haben, um die Funktionen von Geld zu erfüllen”. Der Zeitplan des Projekts werde in naher Zukunft von den Behörden festgelegt, so die Bank weiter.

Dem Papier zufolge soll der digitale Rubel Zahlungen “schneller, einfacher und sicherer” machen. Die Bank merkte auch an, dass eine CBDC wie der digitale Rubel das Risiko eines Kapitalabflusses verringern werde. Es hieß weiter:

Die nationale digitale Währung wird auch das Risiko der Umschlichtung von Geldern in ausländische digitale Währungen begrenzen und so zur makroökonomischen und finanziellen Stabilität beitragen.”

Nach Angaben der Bank können die Nutzer auf die digitalen Rubel auf ihren elektronischen Wallets und mobilen Geräten zugreifen. Er werde sowohl online als auch offline zur Verfügung stehen. “So wird der digitale Rubel den Geldkreislauf ergänzen und wird parallel mit Bargeld Rubel und Geldern der Bevölkerung und Unternehmen auf Konten bei Geschäftsbanken verwendet werden”, so die Bank.

Der digitale Rubel wird “allen Akteuren in der Wirtschaft” wie Bürgern, Unternehmen, Finanzmarktteilnehmern sowie der Regierung zur Verfügung stehen. Die Bank fügte hinzu, dass der digitale Rubel drei Funktionen des Geldes haben: Wertaufbewahrungsmittel, Rechnungseinheit und Tauschmittel.

Das Konsultationspapier der Bank von Russland zeigt, dass das Land es mit der Ausgabe einer eigenen digitalen Währung ernst meint. Die russische Regierung hatte zuvor bereits über die Möglichkeit gesprochen, einen sogenannten “CryptoRuble” herauszugeben. Aber das Papier der Zentralbank ist der erste ernsthafte Schritt in Richtung einer CBDC. Im August 2020 behauptete die russische Staatsbank Sberbank auch, sie erwäge die Ausgabe eines an den Rubel gekoppelten Stablecoins.

Europäische Zentralbank befragt Öffentlichkeit zu digitalem Euro

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Die Europäische Zentralbank hat am 12. Oktober eine öffentliche Konsultation über einen möglichen digitalen Euro eingeleitet

Die Entwicklung einer digitalen Zentralbankwährung in der Eurozone bekommt immer mehr Schwung. Die Zentralbank hat in ihrer Einführung in die öffentliche Konsultation erklärt, dass die Herausgabe einer CBDC dazu beitragen könnte, “die Auswirkungen von extremen Ereignissen – wie Naturkatastrophen oder Pandemien – abzufedern, wenn traditionelle Zahlungsdienste möglicherweise nicht mehr funktionieren”. 

Anfang des Monats hieß es in einem Bloomberg-Bericht, die EZB habe am 22. September den Begriff “digitaler Euro” als Marke angemeldet. Die EZB veröffentlichte Anfang Oktober eine große neue Studie, die sich mit dem digitalen Euro befasst.

Wie es in dem Bericht heißt, ist ein weiterer wesentlicher Vorteil einer künftigen CBDC, dass die Eurozone eine “strategische Autonomie” erhalte. In der Einleitung zur öffentlichen Konsultation heißt es, dass ein digitaler Euro eine Alternative zu “ausländischen digitalen Zahlungsmitteln bieten würde, die die Finanzstabilität und die geldpolitische Souveränität in der Euro-Zone untergraben könnten”. 

Einzelne Bürger, Unternehmen, NGOs, Gewerkschaften und akademische Organisationen können sich an der Umfrage beteiligen. Die EZB bittet die Nutzer, die möglichen Merkmale einer zukünftigen digitalen Währung nach ihrer Bedeutung zu ordnen:

Screenshot aus der öffentlichen Konsultation der EZB zum digitalen Euro. Quelle: EZB-Umfrage zum Eurosystem

Abgesehen von der Rangfolge dieser Prioritäten nach Bedeutung bittet die EZB die Befragten auch, zu dieser Rangfolge Stellung zu nehmen und etwaige spezifische Herausforderungen zu erläutern, die man erwarten könne und die sie von der Verwendung des digitalen Euro abhalten würden. Außerdem sollen die Befragten, Benutzerfunktionen vorschlagen, die die Inklusion fördern könnten, insbesondere für Leute ohne Bankkonto oder mit Behinderungen.

Zuletzt können die Befragten zwischen einem digitalen Euro, bei dem nicht jede einzelne Zahlung von einer Zentralbank oder einem Vermittler bearbeitet werden müsste, und einem digitalen Euro, bei dem Vermittler Transaktionen aufzeichnen müssten, entscheiden. 

Zur ersten Option (eine CBDC ohne Vermittler) erklärt die EZB, “die Verwendung eines digitalen Euro würde sich mehr wie Barzahlungen anfühlen, aber in digitaler Form. Sie könnten den digitalen Euro auch dann verwenden, wenn Sie nicht mit dem Internet verbunden sind und Ihre Privatsphäre und Ihre persönlichen Daten wären besser geschützt.”

Zur zweiten Option (eine CBDC mit Vermittler) erklärt die EZB, dass dieses Modell online funktionieren und ein größeres Potenzial für zusätzliche Dienstleistungen und die Unterstützung von Interaktionen mit bestehenden Dienstleistungen bieten würde. “Es könnte beispielsweise die Integration eines digitalen Euro in derzeit verfügbare elektronische Bankdienstleistungen und -anwendungen erleichtern.” 

Die Umfrage umfasst auch einen speziellen Abschnitt über die Perspektiven von Finanz- und Technologiefachleuten, in dem sie um Feedback gebeten werden. Dabei geht es um die Rolle der Banken, kommerziellen Einrichtungen und Zahlungsinstitute beim Angebot eines digitalen Euro für Endnutzer. Er bittet auch um Rückmeldungen zu Lösungen zur Bekämpfung von Fälschungen, zur technischen Belastbarkeit und zum Design von Backend-Infrastrukturen oder Geräten, die etwa Datenschutz, Offline-Benutzbarkeit und finanzielle Integration bieten würden.

Weitere Themen in der Umfrage sind die Abstimmung von Datenschutz und Privatsphäre mit den Anforderungen der Geldwäschebekämpfung; Strategien, wie etwa Mengenbegrenzungen und gestaffelte Vergütungen, um die Einlagen der Geschäftsbanken und die Transmission der Geldpolitik zu schützen; währungsübergreifende Zahlungen; Verwendung außerhalb der Euro-Zone; sowie Integration mit Händlersystemen.

Unabhängig vom Ergebnis der Konsultation, praktischen Experimente und Diskussionen mit öffentlichen und privaten Interessengruppen hat die EZB erklärt, dass sie “gegen Mitte 2021” eine Entscheidung darüber treffen werde, ob sie einen digitalen Euro lancieren werde.

Digitaler Yen: Japan müsste Zentralbankgesetze ändern

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Japan muss seine Gesetze anpassen, um eine digitale Zentralbankwährung auszugeben, so ein japanischer Finanzverantwortlicher.

Kozo Yamamoto, der Vorsitzender des Rates für Finanzangelegenheiten der Liberaldemokratischen Partei und ehemaliger Beamter im Finanzministerium, glaubt, dass Japan ein Gesetz über das Mandat und die Zuständigkeiten der Bank von Japan in Bezug auf die Entwicklung einer CBDC überarbeiten müsse.

Laut einem Reuters-Bericht vom 12. Oktober sagte Yamamoto, dass mögliche Änderungen des Gesetzes für die Bank von Japan eine gute Gelegenheit wären, auch andere Änderungen in Betracht zu ziehen. Darunter etwa die Schaffung von Arbeitsplätzen ebenfalls zur Aufgabe der Bank zu machen. Der Beamte erklärte auch, dass das revidierte Gesetz Inflationsraten festlegen sollte:

Wie die US-Notenbank auch, sollte die Bank von Japan für die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Inflation zuständig sein. Das neue Gesetz sollte auch klarstellen, dass 2 Prozent Inflation das politische Ziel der Bank von Japan ist.”

Kurz zuvor hatte die Bank von Japan offiziell angekündigt, 2021 einen Konzeptnachweis für den digitalen Yen durchführen zu wollen. Die Ankündigung war Teil des ersten gemeinsamen Berichts der japanischen Zentralbank vom 9. Oktober zu einer CBDC. Vor dieser Ankündigung behauptete die Bank, sie habe in naher Zukunft nicht die Absicht, eine CBDC herauszubringen.

Angesichts des schnellen Fortschritts von China bei seiner Einführung des digitalen Yuan nimmt offenbar nun auch Japan eine eigene CBDC ernster. Am 9. Oktober warnte der Vize-Finanzminister für Japans internationale Angelegenheiten die Weltgemeinschaft vor den potentiellen Risiken eines “Erstling-Vorteils” für China, wenn das Land eine CBDC herausgibt.

Japan warnt vor „First-Mover-Vorteil“ durch chinesische Digitalwährung

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Die japanische Regierung hat erneute Bedenken über den rasanten Fortschritt von Chinas geplanter Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) geäußert.

Kenji Okamura, der ranghöchste Finanzdiplomat Japans, hat die Weltgemeinschaft dementsprechend vor den möglichen Risiken gewarnt, die mit Chinas „Digitalem Yuan“ einhergehen könnten, wie Reuters am 9. Oktober berichtet.

Laut Okamura schreitet die Entwicklung der Digitalwährung „in großen Schritten voran“, wobei China ganz bewusst darauf abzielen soll, als erstes Land eine eigene CBDC auf den Markt zu bringen.

„Wir sollten vor dem First-Mover-Vorteil Angst haben“, wie Okamura deshalb in Rahmen einer digitalen Konferenz der Zentralbanken meint. Der First-Mover-Vorteil ist ein Vorteil, der für denjenigen Marktteilnehmer entsteht, der zuerst in den Markt eintritt.

Dahingehend ergänzt Okamura:

„Der große Vorteil, der daraus entsteht ist, dass sie als erster die Designstandards und die technologische Plattform bestimmen können, an denen sich alle orientieren müssten, die ihre Digitalwährung nutzen wollen.“

Die warnenden Worte des japanischen Diplomaten kommen nur kurze Zeit nachdem ein chinesisches Magazin, das von der Zentralbank des Landes herausgegeben wird, angekündigt hat, dass China die erste Nation sein wird, die noch im Jahr 2020 eine eigene Digitalwährung auf den Markt bringt. Im dazugehörigen Artikel prognostizieren die Autoren, dass die Zentralbank-Digitalwährungen zum „neuen Schlachtfeld“ zwischen den Nationalstaaten werden.