In Bitcoin investieren – warum ist das immer noch so kompliziert?

Advertisement

In Bitcoin investieren: Bitcoin kaufen und verkaufen wird von vielen immer noch mit viel Mühe, Aufwand und technischem Know How verbunden. Dass es immer noch vergleichsweise kompliziert ist, in Bitcoin zu investieren, liegt vor allem an den Faktoren Technologie, Recht und Mensch. Die gute Nachricht: Es wird definitiv einfacher werden!

Die meisten Leute, auch jene, die sich nicht bewusst mit neu aufkommenden Technologien beschäftigen, kennen mittlerweile Bitcoin und seine Vorzüge. Viele von ihnen würden auch gerne versuchsweise einen kleinen Geldbetrag in diese digitale Anlage investieren. Für «Normalsterbliche» ist das Kaufen und Verkaufen von Bitcoin und anderen Kryptowährungen aber nach wie vor ein mühsames Unterfangen, welches mehrere Tage und viel Nerven kostet. Einen seriösen Anbieter finden, ein Konto anlegen, sich verifizieren lassen (persönliche Daten eingeben, Wohnsitzbestätigung und ID-Kopie hochladen, einen Video-Call durchführen), Geld überweisen, Geld in Bitcoin wechseln, Wallet anlegen, Private Key sichern, Bitcoin auf die Wallet überweisen. Für die Mehrheit der Menschen ist das zu viel Aufwand, nur um dieses etwas verwirrende aber doch faszinierende Ding namens Bitcoin auszuprobieren.

In Bitcoin investieren – Warum ist das Ganze immer noch so kompliziert?

Bitcoin ist doch schon über 10 Jahre alt und seit dem grossen Boom 2017 auch in der breiten Gesellschaft angelangt. Darüber hinaus sollte die digitale Währung doch aufgrund seiner dezentralen Natur den Umgang mit Geld vereinfachen, wie das Internet den Umgang mit Informationen vereinfacht hat. Bitcoin erlaubt es jedem Menschen Geld zu halten, zu empfangen und zu senden, und das alles ohne jegliche Drittpartei. Die Krux liegt, wie so oft, im Übergang von der alten zur neuen Welt. Das alte Geld (CHF, EUR, USD) muss ja irgendwie gegen das neue Geld (BTC) getauscht werden. Hier gibt es nun verschiedene Reibungspunkte, welche diesen Prozess erschweren und in der Folge das Investieren in Bitcoin anstrengend machen.

Faktor Technologie

Bitcoin ist eine neuartige Technologie, die noch in den Kinderschuhen steckt. Das traditionelle Bankensystem mit Bitcoin zu vergleichen ist wie eine traditionelle Bibliothek mit Wikipedia zu vergleichen. Das eine System existiert seit Jahrhunderten und hat sich über Generationen bewährt, das andere wurde in den letzten 20 Jahren erfunden und ist noch im Wandel, geniesst noch wenig Vertrauen, ist technisch aber vielfach überlegen. Wie beim Digitalisieren von Büchern fällt auch beim Wechsel von altem zu neuem Geld ein eher umständlicher technischer Prozess an. Geld muss vom Bankkonto auf eine Wechselbörse gelangen, dort gegen Bitcoin getauscht werden, und dieses muss dann wieder auf eine vom Nutzer kontrollierte Wallet gesendet werden. Dieser Vorgang ermöglicht den Einstieg vom alten ins neue Finanzsystem, ist aber aktuell noch nicht sehr benutzerfreundlich gelöst und mit einigem Aufwand verbunden. Durch innovative neue Lösungen wird dieser Prozess aber laufend verbessert.

Von Kritikern wird an diesem Punkt auch gerne hinterfragt, wofür es sich denn lohnt diesen Aufwand überhaupt zu betreiben. Das Bitcoin Netzwerk könne ja viel weniger Transaktionen pro Sekunde verarbeiten als Banken und Kreditkarten, und sei deshalb technisch dem traditionellen Finanzsystem unterlegen. Diese und weitere Kritikpunkte sind berechtigt und machen es aus Nutzersicht aktuell noch etwas mühsam, Bitcoin zu benutzen, da Transaktionen nur relativ langsam und vergleichsweise ineffizient durchgeführt werden können. Dass das Grundkonzept dieses rein digitalen, globalen und dezentralen Finanzsystems aber um ein Vielfaches leistungsfähiger ist und das traditionelle Bankensystem nach einigen weiteren Jahren der Entwicklung wie ein altes Gebäude voller Bücher aussehen lassen wird, darüber bestehen unter Experten keine Zweifel. Die Musikqualität der ersten MP3-Player war ebenfalls schlechter als diese von CDs und entsprechend glaubte die Mehrheit, dass sich diese neue Technologie nie durchsetzen wird. Heute hören nur noch die wenigsten Musik mit ihrem Discman. Technologische Entwicklung schreitet häufig exponentiell voran, und was heute noch schwierig zu benutzen ist, wird übermorgen einfacher und besser sein als die alten gewohnten Systeme.

Faktor: Recht

Wer heute eine Investition tätigt oder überhaupt Geld transferiert, geht davon aus, dass bei dieser Transaktion eine Bank im Spiel ist. Das Geld der meisten Menschen ist genau genommen nicht in deren eigenem Besitz, sondern sie vertrauen es ihrer Bank für die sichere Aufbewahrung und für das Durchführen von Zahlungen an. Es gibt auch im Bitcoin Zeitalter noch gute Gründe dafür, diese Dienstleistung einer Bank in Anspruch zu nehmen, sie ist aber nicht mehr alternativlos. Banken haben mit dieser Aufgabe eine grosse Verantwortung und werden entsprechend streng reguliert, schliesslich hantieren sie mit unserem Ersparten. Sie brauchen eine Bankenlizenz, unterliegen strengen Eigenkapitalvorschriften und müssen akribisch nachweisen, mit wem bzw. für wen sie welche Transaktionen getätigt haben. Diese Gesetze gelten nun auch für meisten Bitcoin Verkaufsstellen, da sie von Kunden Geld annehmen und für sie Handel betreiben. Aus Nutzersicht bedeutet dies ein meist langer und aufwändiger Onboarding Prozess, in dem persönliche Daten angegeben und geprüft werden müssen, ähnlich wie beim Eröffnen eines Bankkontos. Wie Cash kann Bitcoin aber auch ganz selbständig vom Nutzer kontrolliert werden. Man braucht dazu weder ein Bankkonto noch muss man sich bei einem Drittanbieter verifizieren lassen, um dieses digitale Asset handeln und verwahren zu können. Wenn Bitcoin also richtig gehandhabt wird, kann es auch regulatorisch viel einfacher werden, es zu benutzen, da man dafür nicht gezwungen ist, sich mit einer von der Finanzmarktaufsicht regulierten Institution auseinanderzusetzen.

Faktor: Mensch

Bitcoin wurde von Programmierern, Ingenieuren und Tech-Nerds erfunden und über die ersten Jahre seiner Existenz gefördert. Deshalb erstaunt es nicht, dass die Mehrheit der Produkte und Dienstleistungen, die heute in der Bitcoin-Ökonomie angeboten werden, eher system- und nicht benutzerorientiert aufgebaut sind. Ein Ingenieur baut eine Bitcoin App, bzw. den entsprechenden Kauf- und Verkaufsprozess, anders auf als ein Psychologe. Der Ingenieur optimiert auf Leistungsfähigkeit des Systems, während der Psychologe die Benutzerfreundlichkeit priorisiert. Die meisten der heute vorhandenen Bitcoin Investment Services sind also, weil von Ingenieuren entwickelt, sehr leistungsfähig und technologisch fortgeschritten, dafür aber kompliziert und für den Alltagsnutzer unbrauchbar. Erst in den letzten 2-3 Jahren kamen die Bäcker, Lehrer und Apotheker dazu, die ebenfalls in diese neue Finanzwelt einsteigen möchten. Der Markt verändert sich, und es braucht eine neue Generation von Produktentwicklern, die den Alltagsbenutzer mehr in den Vordergrund stellen, damit das Investieren in Bitcoin einfacher wird.

In Bitcoin investieren: Wird es in Zukunft einfacher werden?

Die Verbreitung von Bitcoin schreitet rasch voran. Um das «digitale Gold» mit einer Marktkapitalisierung von über 150 Mrd CHF bildet sich eine grosse Industrie und neue innovative Anbieter stürmen den Markt mit einem gemeinsamen Ziel: Den Zugang zu Bitcoin massentauglich machen. Da immer mehr Geld und Talent in die Erreichung dieses Ziels fliesst, ist damit zu rechnen, dass es bereits in naher Zukunft sogar für Mutter und Grossmutter einfach möglich sein wird, in Bitcoin zu investieren. Während man sich früher manuell via Modem ins Internet einwählen musste (und dabei dann nicht gleichzeitig telefonieren konnte), schreiben heute die meisten Rentner mit links Emails und Facebook Kommentare. Mit Bitcoin stehen wir noch am Anfang dieser Entwicklung. Glücklicherweise müssen Menschen Dinge wie das Internet (oder auch iPhones, Kreditkarten, Autos) nicht bis ins Detail verstehen, um es nutzen zu können. Auch Bitcoin wird früher oder später an diesem Punkt angelangen, an dem die Mehrheit grundsätzlich versteht, warum es nützlich ist, und es auch ganz einfach benutzen können und in Bitcoin investieren.

Bild von Relai.ch

Als Jungunternehmer und Berater im Bereich Crypto Finance setzt sich Julian Liniger für die Zusammenführung der traditionellen und der Crypto-Finanzwelt ein. Mit seiner Firma Bravis berät und trainiert er Finanzdienstleister in den Bereichen Crypto Assets & Blockchain. Mit dem Startup Relai arbeitet er an der schweizweit einfachsten Bitcoin Investment App. Julian beschäftigt sich seit 2015 mit dieser Thematik und ist im Crypto Valley fest verankert.

Mehr Insights und Wissen zu Bitcoin

Jetzt Beitrag teilen

Twitter-CEO Dorsey: Vom Masseur zum Messenger-Mogul

Advertisement

Kaum jemand anderes steht gleichermaßen für den Gründergeist des Silicon Valley wie für den Krypto-Kosmos wie der Twitter-Gründer Jack Dorsey. Ein Blick zurück.

Wie sehe der Krypto-Kosmos wohl ohne Twitter aus? Schwer vorstellbar, ist die Plattform schließlich – mit Ausnahme von Reddit – der Ort, an dem das ganze Spektrum von sachlichen Analysen, über krude Kommentare bis hin zu wirren Wortgefechten ungefiltert aufeinander prallen. Dass sich die komplexe Informationsflut der Jetztzeit in nur 240 Zeilen mitteilt, ist einer Person zu verdanken: Jack Dorsey.

Aller Anfang ist schwer

Das Licht der Welt erblickte Jack Patrick Dorsey am 19. November 1976. Aufgewachsen in St. Louis, Missouri, begeisterte er sich bereits früh für die fabelhafte Welt der Kodierung. Im zarten Alter von 14 Jahren hat Dorsey ein Open-Source-Programm zur Versandlogistik entwickelt, das bis heute von Taxi-Unternehmen genutzt wird. Nicht unwahrscheinlich, dass sich bereits zu diesem Zeitpunkt ein grundlegendes Interesse für dezentrale Technologien gelegt hat, das ihn Jahre später zum erklärten Bitcoin-Fan machen sollte.

Nachdem Dorsey sein Glück als Masseur und Fashion Designer sowie in diversen Studiengängen nicht finden wollte, schmiss er in bester Self-Made-Manier sein Studium und landete letztlich über den Umweg New York in Oakland, Kalifornien. Dort sollte er zunächst weiter an der Programmierung von Logistiksystemen arbeiten.

Der Durchbruch: Twitter

Inspiriert durch den Instant Messenger von AOL und dem sozialem Netzwerk Livejournal, kam Dorsey um die Jahrtausendwende die Idee zu einem webbasierten Echtzeit-Nachrichtenticker: Twitter. Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte es jedoch noch einige Jahre. Erst 2006 gründete Dorsey gemeinsam mit Biz Stone und Evan Williams das Unternehmen, welches fortan die Nachrichtenwelt auf den Kopf stellen sollte.

Mit Square für die Bitcoin-Adaption

2008 kehrte er dem Unternehmen zumindest vorübergehend als CEO den Rücken und widmete sich einem neuen Herzensprojekt: Square. Das FinTech hat sich rasch zum Big Player im Bereich Mobile-Payment-Apps gemausert. Spätestens hier tritt Dorseys Affinität für Kryptowährungen zu Tage. 2017 wurde Bitcoin als Bezahlmittel in die Square Cash App integriert und in diesem Jahr das Dollar-Cost-Avering für Bitcoin eingeführt.

Seit 2015 ist der Krypto-Entrepreneur schließlich auch wieder als CEO auf der Chefetage von Twitter anzutreffen. Von sich reden macht Dorsey seither immer wieder mit entschiedenen Pro-Bitcoin-Äußerungen. Seit letztem Jahr ist der Ex-Masseur stolzer Betreiber einer Bitcoin Full Node und hat zudem erklärt, mittels Square Bitcoin zur globalen Internetwährung zu verhelfen.

Bitcoin erklärt: Was ist die Stock-to-Flow Analyse?

Advertisement

Noch immer gelten Kryptowährungen für viele unerfahrene als eine Art Glücksspiel. Dies liegt ohne Frage daran, dass Medien vor allem auf die hohe Schwankungsanfälligkeit – die sogenannte Volatilität – zu sprechen kommen, wenn es um den Bitcoin und Altcoins geht. Und in der Tat haben die vergangenen Wochen mehrfach unter Beweis gestellt, wie schnell die Preise am Markt steigen und leider auch fallen können. Wahr ist aber gleichermassen, dass digitale Währungen eine zunehmende Akzeptanz im „Mainstream“ verbuchen. Und dies macht Coins und Token durchaus wertbeständiger als in den frühen Jahren der Branche. Und es gibt durchaus analytische Ansätze, die eine Bitcoin-Kursanalyse ermöglichen. Die Stock-to-Flow-Ratio ist ein solches Hilfsmittel, mit dem mancher Anleger bereits gute Bitcoin-Erfahrungen gesammelt hat. Ein guter Grund, sich eingehender mit dem Begriff und dem Analyse-Hintergrund zu befassen.

Die wichtigsten Daten im kompakten Überblick:

  • Stock-to-Flow-Ratio am Kryptomarkt ein junges Analyseverfahren
  • Analyseansatz zieht Parallelen zum Edelmetall Gold
  • Prognosen basieren auf Verhältnis von Produktionsmenge & Marktbestand
  • teils zu unsichere Datenlagen für die Analyse

„Ratio“ sagte schon oft sechsstellige BTC-Kurse vorher

Knapp zusammengefasst, lässt die Stock-to-Flow-Ratio bei einem Gut Rückschlüsse auf seine Knappheit zu. Diese Formulierung verlangt freilich nach einer ausführlicheren Erklärung, um einen Eindruck der technischen Hintergründe und der Aussagekraft der Erkenntnisse. In der Vergangenheit brachte die Stock-to-Flow-Ratio im Rahmen der Bitcoin-Kursanalyse manch erstaunliche Vorhersage. Im November 2019 etwa kursierten verschiedene Meldungen, die den BTC-Kurs in Regionen von 250.000 US-Dollar und mehr für das Frühjahr 2020 sahen. Derartige Prognosen aber wiesen vielfach statistische Mängel auf. Zudem fusste manche Einschätzung zu astronomisch hohen Kursen meist auf weiteren Annahmen, die aber zur die Ermittlung der eigentlichen Stock-to-Flow-Ratio nur bedingt geeignet sind.

Stock-to-Flow: Verhältnis produzierter Menge und der Marktreserven als Basis

Die verdeutlicht einmal mehr, warum sauberes analytisches Arbeiten so wichtig ist. Denn selbst das dritte Halving in der Bitcoin-Blockchain liess den Preis nicht so hoch wie erwartet steigen. Doch kommen wir nun zur eigentlichen Erklärung der Analyse-Möglichkeit zum BTC-Preis. Bei der Stock-to-Flow-Ratio geht es um die Beschreibung der Knappheit eines Vermögenswertes – analog oder digital. Der Begriff Ratio bedeutet hier „Verhältnis“, „Flow“ steht für eine mögliche Produktionsmenge, während „Stock“ den aktuellen Lagerbestand definiert. Das Verhältnis meint dabei, wie viel Zeit verstreicht, bis der aktuelle Lagerbestand bei Einhaltung der momentanen Produktionsmenge erreicht wäre. Aus der Relation des Bestandes und der produzierten Menge ergibt sich als die Knappheit eines Gutes XY. Der Wert der Knappheit steigt parallel zur Höhe des Verhältnisses.

Das SF-Modell gehört bei der BTC-Analyse zu jungen Varianten zur Kursprognose. In seiner mittlerweile gebräuchlichen Version kursiert es erst seit kurzem in Bitcoin-Foren und auf Fachportalen. Als Urheber des Konzepts gilt „PlanB“ ein bekannter Kryptoanalyst. Selbiger ermittelte für das Jahr 2019, dass das Währungspaar aus Bitcoin und US-Dollar lediglich zeitweise vom Stock-to-Flow-Modell abwicht. Insbesondere zum Jahresende aber gab es eine deutlichere Schwankung.

Beschränkung der Ressourcen als wichtiges Kriterium

Niemand Geringerer als Nick Szabo sieht in der besagten Knappheit eine „eher fälschungssichere Kostbarkeit“. Es gibt per Definition höchstens 21 Millionen Bitcoins, was die Digitalwährung deutlich von Fiatgelder unterscheidet. In Finanz- und Wirtschaftskrisen werfen die Zentralbanken gerne die Geldpressen an und steigern die Geldmenge, was meist mit einem Anstieg der Inflationsraten einhergeht. Solche Entwicklungen übrigens hinterlassen auch am Kryptomarkt bleibenden Eindruck, sodass Probleme oder wirtschaftliche Ereignisse auch Einfluss auf den Bitcoin-Kurs haben.

Analyse-Modell kommt vor allem beim Gold zum Einsatz

Eigentlich legen Analysten die Stock-to-Flow-Ratio vor allem bei Rohstoffen wie beispielsweise dem „sicheren Hafen für Anleger“ Gold zugrunde. Die Grundannahme eines steigenden Preises bei zunehmender Knappheit ist beim Edelmetall zumeist auch zutreffend. Die Anwendung des Analyseinstruments ist generell auch mit Blick auf den Bitcoin-Kurs möglich, die resultierenden Kursprognosen führen indes zu den besagten „Mondpreisen“. Schon der Einfluss der etwa alle vier Jahre stattfindenden Halvings und der damit verbundenen Halbierung der Mining-Belohnungen wird mitunter überbewertet. Ein zeitweise geringerer Nachschub an Coins im System wirkt sich in der Stock-to-Flow-Ratio ebenfalls teils unverhältnismässig deutlich auf die Erwartungen aus.

Hoher SF-Wert spricht für steigendes Kurspotenzial

Viele Industrierohstoffe (z. B.) Kupfer zeigen seit jeher, dass der Preis von der Anpassung der produzierten Mengen mehr oder weniger deutlich beeinflusst wird. Übertragen auf den Bitcoin kann die Knappheit also ein wichtiger Kursindikator sein. Hier geht es um das Verhältnis zwischen Bestand und Fluss bzw. die Beziehung zwischen der am Markt verfügbaren BTC-Menge und der handelbaren.

Ein Rechenbeispiel: Auswertungen zufolge entstanden 2019 gut 657.000 neue Bitcoins mittels Mining. Der Markt wies Ende April 2020 ein Kontingent von etwa 18,36 Mio. Bitcoins auf. Im einfachen Berechnungsmodell liegt die Stock-to-Flow-Ratio bei 27,9.

Durch das ständige Entstehen neuer Blöcke und weitere stattfindende Halvings steigt die Relation des Bestandes zur Neuproduktion stetig. Interessanterweise kommen verschiedene Auswertungen zum Ergebnis, dass die Stock-to-Flow-Daten des Bitcoins durchaus mit denen von Gold und Silber mithalten. Ende 2017 etwa entsprach der SF-Werte des BTC beinahe dem Wert von Silber.

Kritische Faktoren dürfen nicht ausser Acht gelassen werden

Mit Blick auf Halvings gibt es hier zudem ein Problem. Experten sprechen gerne rund um die Halbierung der BTC-Belohnungen von einem Kurskorridor, den sie als „Narrow Halving Window“.  Rund um ein Halving bewegt sich der Kurs erfahrungsgemäss in einem Kursbereich, der später nicht zu 100 Prozent bestätigt wird. Als Aussage über die Vergangenheit ist die Annahme erneuter Anstiege aber immer das sprichwörtliche dünne Eis, auf das sich Analysten begegnen. Zumal sich nach dem dritten Halving durchaus nicht nur positive Entwicklungen abzeichneten. Die historisch starke Bewegung nach früheren Halbierungen ist aber keine Garantie für vergleichbare Trends in Zukunft.

Vorsicht bei allzu rosigen Kursversprechen von Analysten

Aus Sicht vieler Analysten ist die Bitcoin-Kurs-Prognose anhand der S-2-F-Ratio zu spekulativ, andere schwören auf den Ansatz. Die Problematik besteht aus der Sicht der Kritiker darin, dass die Kursbewegung eben nicht allein durch die Bitcoin-Produktionsrate bestimmt wird. Ein Beispiel: Aktuelle Auswertungen würden zu einem wahrscheinlichen Preis von 1,0 Millionen US-Dollar nach dem fünften Halving kommen. Zu kurz kommt in der Stock-to-Flow-Ratio unter anderem die Marktkapitalisierung. Einige bekannte Analysten haben berechnet, dass der BTC für einen Millionenkurs eine Kapitalisierung in einer Grössenordnung wie relevante Fiatgelder wie der US-Dollar oder der Euro erreichen müsste. Trotz zunehmender Akzeptanz im Handel sind solche Entwicklungen binnen weniger Jahre vermutlich eher unwahrscheinlich. Dass der Bitcoin gerne als „digitales Gold“ tituliert wird, darf in diesem Zusammenhang auch aus einem weiteren Grund nicht missverstanden werden.

Nachfrage-Entwicklung von vielen Punkte beeinflussbar

Anhänger der Stock-to-Flow-Ratio müssen automatisch davon ausgehen, dass die Coins tatsächlich genutzt werden. Ob dies dann als Zahlungsmittel, Wertspeicher oder anderweitig geschieht, wäre nebensächlich. Belastbare Vorhersagen zu einer steigenden – für die Stock-to-Flow-Ratio unverzichtbaren – Nachfrage lassen sich aber nur bedingt ableiten. Es gab immer wieder mal Momente in der Bitcoin-Geschichte, in denen die Nachfrage überraschend sank. Weitere Aspekte, die Analysen insgesamt erschweren, sind Unvorhersehbarkeiten. Neue Produkte wie Futures und Optionen auf den Bitcoin leisteten der grösseren Akzeptanz vor einiger Zeit Vorschub. Auch das Interesse institutioneller Investoren sendet positive Signale aus. Negativ wirkt sich auf die potenziell steigende Nachfrage die nach wie vor schwierige Regulierungssituation aus. Regelmässige Berichte über vermeintliche Manipulationen sind für verlässliche Prognosen über Analyse-Instrumente wie die Stock-to-Flow-Ratio ihrerseits nicht gerade förderlich.

Stock-to-Flow-Ratio kann Aussagekraft erkennen lassen

Trotz der Schwierigkeiten, die auf dem Weg zur Kurs-Analyse für den Bitcoin lauern, kann die Ratio durchaus zielführend sein. Schliesslich ist der Bitcoin als erster digitale Vermögenswert per se auf Knappheit ausgelegt und damit auf Augenhöhe mit Edelmetallen wie Gold und Silber. Verschiedene  Analysten bestätigen, dass es eine tatsächliche Relation zwischen Stock-to-Flow auf der einen und dem BTC-Marktpreis gibt, die vielfach als „statistisch relevant“ einzustufen sei. Und diese Beziehung sei keineswegs auf einem reinen Zufall begründet. Letztlich schwanken die Bewertungen des Analyse-Ansatzes zwischen „berechtigt“ und „zu vage“. Richtig ist: Das Tool muss sich nach jedem entscheidenden Marktereignis als Modellberechnung neu beweisen. Dies aber trifft auch auf die meisten anderen Analysewege zu bei einem noch immer extrem volatilen Asset wie dem Bitcoin.

Du möchtest Bitcoin kaufen? Der CoinPro.ch-Ratgeber hilft

Mehr Bitcoin-Wissen

Jetzt Beitrag teilen

Wie eine Technologie die Welt verändern wird – Blockchain in Afrika (Teil III / III)

Advertisement

Dieser Artikel ist der finale Teil der „Wie eine Technologie die Welt verändern wird – Blockchain in Afrika“ Reihe von Juri Maibaum. Um zu den vorherigen Teilen zu gelangen, geht es hier zu Teil I und hier zu Teil II.

Decentralized Finance

Unter dem Begriff Decentralized Finance kann man alle heutigen Finanzapparate und Vorgänge verstehen, die durch neue Innovationen dezentralisiert werden können. Jeder Nutzer kann in diesem System zur eigenen Bank werden, er kann also Geld verleihen, versenden, empfangen und investieren. Die bürokratische zentrale Instanz, die heutzutage eine Bank darstellt, fällt hierbei vollkommen weg. Gerade die Menschen, die bisher kein Bankkonto hatten, würden davon profitieren. Genauer gesagt, zwei Milliarden Menschen, die heutzutage kein Bankkonto haben und somit keinen Zugang zum Finanzsystem. Viele davon leben in Afrika.

Konkrete Lösungsansätze

Das wunderbare an Decentralized Finance, kurz DeFi, sind die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten. Eine Möglichkeit sind Flashloans. Auf AAVE, was ein Lendingprotokoll auf der Ethereum-Blockchain ist, können Menschen in kürzester Zeit beliebige Summen von Geldern leihen. Das Ganze funktioniert so: Der Benutzer hält auf den Märkten nach Arbitragemöglichkeiten Ausschau. Wenn der Nutzer beispielsweise auf einer Exchange einen günstigen Bitcoin-Wechselkurs entdeckt, kann er zum AAVE-Protokoll gehen. Denn AAVE hält einen riesigen Pool voller Ether und Tokens zurück. Der User kann sich nun einen Betrag von Ether zeitweise leihen. Innerhalb der Zeit, in der ein neuer Block auf der Ethereum-Blockchain geminet (oder künftig gestaked) wird, hat er die Möglichkeit, einen guten Deal abzuschließen. Macht der User durch den Geldumtausch einen Gewinn, geht der geliehene Betrag an das Lendingprotokoll zurück, den restlichen Betrag, der aus dem Gewinn hervorgeht, kann der User behalten.

Schafft der User es nicht einen Deal in der Zeit der Blockerstellung abzuschließen, geht der Kredit automatisch zurück an das Lendingprotokoll. Ist der User dabei einen schlechten Deal abzuschließen, also, dass der geliehene Betrag an Ether entwertet wird, wird die Transaktion ebenfalls automatisch zurückgezogen und blockiert.

Worum es hier geht, ist, dass Menschen unabhängig von Hautfarbe, Herkunft oder finanziellem Wohlstand, Geld leihen und handeln können. Menschen, die zuvor keine Perspektive und keinen Wohlstand in irgendeiner Art hatten, haben nun die Möglichkeit, durch den Zugang zu einem dezentralen Finanzsystem, sich eigenständig aus einer Krise zu befreien. Die einzige Vorraussetzung ist mit JavaScript umgehen zu können, aber das ist beispielsweise für viele Kenianer oder Nigerianer überhaupt kein Hindernis.

Ein unabhängiges Finanzsystem

Zum anderen stellen ICOs eine Möglichkeit für Unternehmer dar, da sie auf der Ethereum-Blockchain ihr angehendes Unternehmen darstellen können. Investoren können dem Unternehmer nun liquides Geld, in Form von Ether, zur Verfügung stellen. Im Gegenzug erhalten die Investoren Tokens von dem Unternehmen.

Das System, welches hier beschrieben wird, ist keineswegs neu. Es funktioniert wie ein Unternehmen heute, das sich Investoren gegenüber öffnet und im Gegenzug Aktien ausgibt, nur eben auf einer digitalen und effizienteren Art und Weise. Mit diesem System reicht es für Menschen schlichtweg eine gute Idee zu haben, um ein Unternehmen zu gründen und Arbeitsplätze zu schaffen. Auf diese Art und Weise könnten tausende Unternehmen neu gegründet werden, die für mehr Wohlstand in manch afrikanischen Regionen sorgen würden.

Auf der anderen Seite ist es natürlich offensichtlich, dass sich viele afrikanische Länder von der finanziellen Abhängigkeit westlicher Länder loseisen könnten. Wenn sich Kryptowährungen durchsetzen, wäre keine afrikanische Währung mehr an den Euro gekoppelt, der Dollar wäre nicht mehr die Ankerwährung der Welt, was bedeuten würde, dass lokale Finanzkrisen sich nicht mehr unbedingt global verbreiten und auf sowieso schon geschwächte Länder einwirken. Einige wenige Personen können nicht mehr darüber entscheiden, wann wie viel Geld gedruckt wird, was Auswirkungen auf die ganze Welt hat. Alles in allem wird die Welt fairer und Länder, die derzeit wirtschaftlich gesehen hinterherhinken, werden den Abstand deutlich verkürzen und endlich Unabhängigkeit erlangen.

Fazit

Als ich am Flughafen am Gate für meinen Rückflug nach Frankfurt sitze, bin ich überglücklich. Zwar habe ich gesehen, was die restliche Welt diesem wunderschönen Kontinent angetan hat und antut. Doch die Hoffnung in mir überwiegt, dass es Afrika mit seiner neuen, vielversprechenden Generation schafft, die Machtverhältnisse der Welt zu ändern.

Der Bitcoin Stromverbrauch – Wie sieht die aktuelle Lage aus?

Advertisement

Wenn um das Thema Mining rund um den Bitcoin geht, existieren sich bei genauer Betrachtung viele Vorurteile. Es gibt aber auch einige wichtige Aspekte, die durchaus den Tatsachen entsprechen. Umwelt- und Nachhaltigkeitsexperten kritisieren seit Jahren bereits den vermeintlich hohen Stromverbrauch, der im Zusammenhang mit dem Schürfen, also dem Erzeugen neuer Einheiten in der Blockchain des Bitcoins (BTC), erkennbar wird. Bevor es um die genauen Umstände und mögliche Auswege aus dem Energie-Dilemma geht, eines vorab: In der Tat gab und gibt es immer wieder Anlass zur Kritik. Insbesondere wenn Miner auf Strom aus konventionellen Energiequellen zurückgreifen, sind kritische Stimmen durchaus berechtigt. Es gibt aber innerhalb der Kryptowelt allgemein und der Miningbranche im Speziellen schon lange Bestrebungen, dem Umweltschutz zunehmend Rechnung zu tragen. Wie sieht die aktuelle Lage rund um den Bitcoin Stromverbrauch aus?

Ganz davon ab: Im Kontext des traditionellen Währungssystem und anderer Vermögenswerte gibt es ebenfalls gute Gründe, Kritik zu üben.

Bitcoin Stromverbrauch – Viele Analysen vereinheitlichen die Tatsachen zu sehr

Dieser Vergleich wird im weiteren Verlauf in jedem Fall eine Rolle spielen. Erkennen werden wir im Rahmen der Analyse ausserdem, dass „Mining“ nicht gleich „Mining“ ist. Gemein sind hier die verschiedenen analytischen Kriterien auf der anderen und den Energie-Aspekt als solchen auf der anderen Seite. Zutreffend ist jedenfalls, dass auch der Standort im Hinblick auf den Strom bzw. Energieverbrauch eine wichtige Rolle spielen muss. Ein häufiger Kritikpunkt zielt darauf ab, dass die grössten führenden Mining-Farmen – so der Fachbegriff für professionelle Anlagen, in denen im grossen Stil Bitcoins und andere Kryptowährungen entstehen – in der Volksrepublik China beheimatet sind. Völlig aus der Luft sind solche Aussagen nicht gegriffen, denn mit einem eigenen Mining-Pool steigt derzeit die Börse Binance mit massiven Engagement in den Miningsektor ein.

Bitcoin Stromverbrauch: Standort der Miner und Mining-Farmen ist zu beachten

Der Konkurrent Bitmain hingegen arbeitet nach eigenen Angaben am texanischen US-Standort Rockdale an einer neuen Farm, die schon in naher Zukunft einen Wert von 300 Megawatt erreichen soll. Zwar ist auch dies ein chinesisches Unternehmen, aber die Pläne beziehen sich nun einmal auf die USA. Andere Farmen haben ihren Sitz in Ländern wie Kanada oder Norwegen. Unbestritten ist, dass die mathematisch aufwendigen Prozesse beim Schürfen mit zunehmender Blockchain-Grösse und dem Rückgang der vordefinierten maximalen Coin-Menge auch mehr Strom verbrauchen, was der erforderlichen Rechenleistung geschuldet ist. Neben dem Zeitaufwand steigt die Belastung der Umwelt – so die Stimmen der besagten Kritiker. Es gibt indes auch Wissenschaftler, die sich der grundlegenden negativen Stimmung entgegenstellen. Unter anderem deshalb, weil der Energieverbrauch aufgrund der dezentralen System-Ausrichtung scheinbar wegen fehlender vollständiger Datensätze nicht bis ins Detail messbar ist.

Dezentralität verdient in der Bewertung genaue Beachtung

Die Rechenzentren sind nicht bei Unternehmen angesiedelt, sondern arbeiten auf Basis vieler Einzelrechner. Diese wiederum können sich im Grunde überall rund um den Globus befinden und via Internet vernetzt sein. Belastbare Statistiken sind auch mehr als ein Jahrzehnt nach Entstehen des Bitcoin-Systems Mangelware. Wann wie viel Energie aus welcher Energiequelle in die Blockchain (und ähnliche Netzwerke) fliesst? Noch gibt es wenige seriöse Angebote. Erst allmählich entstehen überhaupt Modelle, die eine exakte Ermittlung ermöglichen wollen und können. Erfassbar ist aber schon jetzt, wie viel Rechenleistung insgesamt von allen beteiligten Rechnern fürs Mining bereitgestellt wird. In puncto Effizienz, dem einzelnem Stromverbrauch oder den Standort betreffend gibt es, wenn überhaupt nur bedingt geeignete Instrumente. Auch bei der Frage, welche Art Strom zum Einsatz kommt, fehlen Informationen weitgehend.

Analyseinstrumente entstehen nur langsam und nutzen unterschiedliche Parameter

Ein noch recht neues „Tool“ ist der Bitcoin Electricity Consumption Index (CBECI). Entwickelt von der Cambridge University, kam der Index schon früh zu der Erkenntnis, dass der vielfach geschätzte Energieverbrauch in Verbindung mit dem Schürfen neuer Bitcoins zu hoch angesetzt ist. Dabei arbeitet das Programm des Cambridge Centre for Alternative Finance (CCAF) auf Basis von Echtzeitkursen. Ziel der Entwicklungsarbeit war ergebnisoffen in der Tat, den wirklichen Verbrauch im Bitcoin-Netzwerk zu errechnen. Echtzeit bedeutet in diesem Fall: Im 30-Sekunden-Takt wird der Index aktualisiert. Als Fundament dienen kryptografische Prozesse, die in Verbindung mit dem sogenannten „Proof-of-Work-Mechanismus“ rund um Blockchain-Transaktionen, die faktisch stetig zu einem höheren Energieverbrauch führen. Die Forscher weisen aber zugleich darauf hin, dass der CO2-Fussabdruck des Bitcoin weniger gross als gedacht ist.

Viele Analysten bedeuten viele Grundannahmen

Bei Kritikern sind vor allem die Werte ganzer Länder beliebt als Referenzwerte, um das scheinbar kritisch hohe Ausmass des Verbrauchs beim Schürfen von Coins in der Kryptowelt zu verdeutlichen. In einigen Fällen diente in der Vergangenheit der Stromverbrauch der Alpenrepublik Österreich als Vergleichsgrundlage, auch die Schweiz musste sich – ähnlich wie das deutsche Bundesland Hamburg oder Jordanien – schon dem Vergleich mit dem BTC Co2-Fussabdruck stellen. Für die Durchführung von Rechenoperationen beim Mining berechneten einige Wissenschaftler einen jährlichen Strombedarf in Höhe von 46 Terawattstunden, was wiederum denselben Forschern zufolge einer Kohledioxid-Freisetzung von 22 Megatonnen entspricht in der Berechnung.

Einheitliche Standards zur Berechnung fehlen am Markt

Es ist vor allem das Fehlen einheitlicher Methoden zur Verbrauchsmessung, die seriöse Debatten über möglicherweise politische Massnahmen so schwierig machen. Der Bitcoin Stromverbrauch (Electricity Consumption Index) ist diesbezüglich für viele Vertreter der Polit- und Medienlandschaft innerhalb kurzer Zeit ein wichtiger Massstab geworden. Dabei setzt auch dieser Indikator auf etliche verschiedene Methoden, wobei unter anderem Dutzende beim Minen gebräuchliche Hardware-Modelle Beachtung finden. Zudem arbeiteten die Entwickler schon früh an einer geografischen Kryptokarte, die interaktiv ausgerichtet sein sollte. Ziel der Karte: Betrachter erhalten einen Überblick über die globalen Mining-Aktivitäten.

Der Verbrauch ist hoch, aber wie sehen die Rahmenbedingungen aus?

Wie bei allen diskussionswürdigen Themen gibt es auch beim Mining eine zweite Seite der Medaille, einen anderen Blickwinkel genauer gesagt. Unumstritten ist freilich, dass das Schürfen mit einem enormen Energieverbrauch einhergeht. Eine Forscherin der Universität Nottingham, Katrina Kelly verweist auf die Notwendigkeit, zwischen Verbrauch und der Art des verwendeten Stroms bzw. der Stromgewinnung zu unterscheiden. Worum also geht es? Die verbrauchte Energiemenge, so Kelly, ist zwar nicht unwichtig, aber eben doch eher eine Randnotiz. Weitaus wichtiger im Rahmen der Debatten um den Umweltschutz. Anders als andere Experten sieht die Forscherin kein Anlass zur Sorge, wenn man sich den Bitcoin-Energieverbrauch anschaut. Aus wissenschaftlicher Sicht werde die Diskussion schlicht auf einem zu vereinfachten und damit nicht zielführenden Level geführt.

Forscherin sieht Diskrepanz zwischen Verbrauch und Auswirkungen

Der technologische Fortschritte müsse als wesentlicher Kontext in die Überlegungen mit einbezogen werden. Kelly kommt in ihren Berechnungen zum Ergebnis, dass das Bitcoin-System jährlich etwa eine jährliche Strommenge von 30 Terawattstunden verbuchte. Demgegenüber stehe im traditionellen Bankensystem und ihren umfassenden Rechenzentren ein Wert von mehr als 100 Terawattstunden pro Jahr. Das Aber: Diese Analyse ist nur eine von vielen. Der bekannte „Digiconomist“ kam in einer Berechnung für das Jahr 2018 auf einem Stromverbrauch in Höhe von 73 TWh Stromverbrauch.

Was bedeutet das Halving für die Verbrauchsentwicklung?

Und es gibt durchaus Auswertungen, die noch merklich höhere Werten ermittelt haben – bei steigender Tendenz. Und nach dem kommenden Halving in der Bitcoin-Blockchain könnte das weltweite Interesse weiter steigen. Denn mancher Branchenkenner überschlägt sich regelrecht mit optimistischen Vorhersagen für den BTC-Kurs. Teilweise erwarten Krypto-Pioniere Kurse, die bis weit in den sechsstelligen Dollar-Bereich gehen. Dies schafft Begehrlichkeiten bei Anlegern, zudem wird das Schürfen neuer Coins immer schwieriger. Der technische Aufwand steigt und damit auch der Stromverbrauch.

Zuverlässige Daten werden wohl auch weiterhin fehlen

Beim Energiebedarf darf nicht vergessen werden, dass es sich hierbei allein um Schätzungen zum Bitcoin handelt, all die anderen Coins und Token fliessen in die meisten Kalkulationen oft gar nicht mit ein. Dies ist aber durchaus relevant für eine verlässliche Prognose zum globalen Mining-Verbrauch. Für richtig aber halten Forscher inzwischen, dass sich Analysen weg vom absoluten Verbrauch an Strom/Energie orientieren müssen. Stattdessen ist die schon erwähnte CO2-Bilanz ein wichtigeres Kriterium. Durch diese Daten lässt sich zunehmend besser einordnen, welches Belastungspotenzial vom Bitcoin und Kryptowährungen zum jetzigen Zeitpunkt ausgeht.

Chinas bedeutende Rolle beim Mining ist tatsächlich ein Problem

Dass Bitcoin-Mining extremen Verbrauch nach sich zieht, ist wie gesagt unbestritten – auch unter Minern selbst und echten Kryptofans finden sich nur wenige, die das „Problem“ herunterspielen. Das Dilemma ist zumindest bisher die Verteilung der Mining-Aktivitäten rund um den Globus. Wie weiter oben schon erwähnt, dominiert China derzeit den Markt. Mehr als die Hälfte der „Minen“ befinden sich dieser Tage in der Volksrepublik. Dort werden laut Schätzungen zwischen 70 und 80 % des Stroms aus den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle gewonnen. Eine Verlagerung des Marktes ist vor Ort ohnehin vorprogrammiert, denn der Regierung ist der massive Energieverbrauch schon länger ein Dorn im Auge. Mancherorts gab es bereits erste Verbote.

Andere Länder, andere Sitten? Wie schnell hält grüner Strom Einzug?

Im Ausland – etwa in den USA, Island, Norwegen und Kanada – gibt es seit einigen Jahren verstärkt Projekte angelaufen, die sich von den traditionellen Energiequellen verabschieden. Die Wissenschaftlerin Kelly verweist etwa auf eine Wasserkraft-betriebene Mining-Farm im US-Bundesstaat Oregon. Auch das Unternehmen Unternehmen Northern Bitcoin verfolgt den Ansatz bei der Produktion seiner Miner, die in Norwegen in früheren Bergwerken zum Einsatz kommen. Norwegen ist insofern ein gutes Beispiel für die Frage nach CO2-Verbrauch, da das Land mittlerweile zu 95 Prozent Strom aus Wasserkraft und vier Prozent aus Windkraft gewinnt. Zudem wird der Stromverbrauch beim Mining im nordeuropäischen Land durch die energieschonende Kühlung mit Fjordwasser weiter reduziert.

Entwicklung des Verbrauchs von Strom und Energie steigt rasant

Um nochmals auf den Bitcoin Stromverbrauch zurückzukommen: An der Technischen Universität München errechnete Ein Forscherteam Ende 2018 einen Verbrauch von rund 45,8 Billionen Wattstunden, also 46 Terawattstunden jährlich Jahr als Gesamtmenge aller am Bitcoin-Mining beteiligten Rechner. Den Jahres-CO2-Ausstoss wiederum gaben die Wissenschaftler mit 22 bis 23 Millionen Tonnen an. Die entspreche etwa den Daten aus Ländern wie Jordanien oder Sri Lanka – oder eben der deutsche Stadtstaat Hamburg. Die Münchener Forscher liegen also zwischen den beiden oben genannten Statistiken. Als Quellen für die Auswertung dienten Mining-Pools wie auch Börsengänge dreier Schwergewichte aus dem Bereich der Produktion von Mining-Hardware.

Erkennbar wurden in der Analyse auch stete Verbrauchsanstiege. Lag der Energieverbrauch Ende 2016 angeblich noch bei unter 345 Megawatt, betrug der Verbrauch rund zwei Jahre später bereits mehr als 5.200 Megawatt Ende 2018, wie die Forscher ausrechneten. Bezieht man diese Werte auf das Exempel Norwegens, lässt sich sagen: Der Strommix am Standort der Rechner ist entscheidend.

Globale Verschiebungen im Mining-Sektor könnten für Entlastung sorgen

Die CO2-Menge ist fraglos erst einmal bedenklich. Und die Werte werden sicher steigen, wie die Entwicklungen in der Corona-Krise zeigen. Bitcoin und Co. liegen im Trend, nicht mehr nur junge Menschen oder Bewohner wirtschaftlich dramatisch angeschlagener Länder setzen zunehmend auch digitale Währungen. Den CO2-Fussabdruck fürs Mining in China geben die Forscher mit 550 Gramm CO2 je verbrauchter Kilowattstunde Strom. Und China macht nun einmal fast 70 % der Erzeugung aus. Europas BTC-Mining-Anteil liegt bei 17 %, Nordamerika brachte es 2018 auf 15 %. Und in diesen Regionen setzen Miner verstärkt auf „grünen“ Strom.

Auch die Zahl der Transaktionen ist ein zentrales Verbrauchsmerkmal

Alex de Vries, Wirtschaftsexperte und Digiconomist-Blog-Betreiber, kommt im Bitcoin Energy Consumption Index zu dem Ergebnis dass jede Bitcoin-Transaktion für sich genommen dieselbe Energiemenge wie 17 Haushalte an einem Tag und mehr verbraucht. Oder ein 4-Personen-Haushalt im Schnitt in zwei Monaten. Und Transaktionen gab es viele. Sehr viele. Fast 81,4 Millionen wurden im Jahr 2018 durchgeführt. Der besagte Ökonom schätzte übrigens auch, dass für das Schürfen eines einzelnen Bitcoins etwa 42.000 KWh Strom benötigt werden. Achtung: Er bezieht sich in der Berechnung auf sogenannte „Asic-Miner“, diese effiziente Hardware aber nutzt keineswegs jeder Miner. Der tatsächliche Wert liegt damit höchstwahrscheinlich erheblich über dieser Zahl und kann wegen fehlender einheitlicher Dokumentationen nicht berechnet werden.

Wie schnell kann die Branche die Zeichen der Zeit erkennen?

Was die Frage nach der Nutzung grünen Stroms angeht, stecken Analysten leider in einer Zwickmühle. Bei allen Bestrebungen ist es kaum möglich, die Herkunft des Stroms bei Mining und Bitcoin-Transaktionen nachzuvollziehen. Saubere Geothermie oder schmutziger Kohlestrom? Alles zwischen diesen beiden Polen ist prinzipiell immer möglich. Es ist also schwierig. Praktikabel sind laut einigen Wissenschaftlern lediglich Rückschlüsse auf Strom- und Energieverbrauch über die Mining-Standorte und -Regionen sowie den dort üblichen Strommix. Selbiger sieht in China aktuell nun einmal denkbar schlecht, in Norwegen oder Kanada gut aus.

Kritik ist wichtig, aber auch andere Technologien verbrauchen viel

Generell sei nochmals darauf hingewiesen: Bei aller berechtigter Kritik am Bitcoin und seinem Energieverbrauch bei Mining und Transaktionen, darf der Blick über den Tellerrand nicht vergessen werden. Auch Dienste wie PayPal, Kreditkartengesellschaften und klassische Banksysteme verbrauchen Ressourcen im grossen Stil. Wer in Gold investiert, fördert im Zusammenhang mit Förderung, Transport und Lagerung ebenfalls den weltweiten Energieverbrauch. Hinzu kommt, dass es zunehmend Mittel und Wege zur Verbrauchsreduzierung beim Mining und im Bitcoin-System allgemein gibt. Ein Ansatz ist der Umstieg vom etablierten, aber Energie-raubenden Proof-of-Work-Algorithmus zum energieeffizienteren Proof-of-Stake. Bei letzteren schwindet die Bedeutung der Miner, da Blöcke verstärkt durch Coin-Inhaber entstehen. Dies reduziert den Prozessorbedarf.

Regulierungsmassnahmen könnten Trendwende einläuten

Ein Umdenken in diesem Punkt könnte die Bitcoin-Blockchain nachhaltiger gestalten. Allerdings wird dieser Schritt beim Bitcoin noch Zeit in Anspruch nehmen, während es es beim „Verfolger“ Ethereum schon vor längerem wichtige Weichen zu einer massiven Senkung des Energieverbrauchs gestellt wurden. Am Markt insgesamt bietet der Einsatz regenerativer Energien wohl vorerst die besten Chancen, um den CO2-Ausstoss um das nötige Mass senken zu können. Die Politik hingegen durch neue Gesetze Bitcoin-Mining regulieren und klaren Energieregeln für Mining-Farmen und -Pools schaffen. Die meisten Experten rechnen zwar mit einem dauerhaften Anstieg des Stromverbrauchs – der Ausstoss des umweltschädlichen Kohlendioxids aber wird mit etwas Glück sukzessive sinken durch die genannten Massnahmen und Entwicklungen.

Bisher aber ist dies nur Zukunftsmusik, die Kritik am Bitcoin Stromverbrauch ist also durchaus angebracht. Allein, sie wird wenig am steigenden Interesse ändern. Und dies ist nur allzu verständlich.

Mehr Wissen zu Bitcoin

Jetzt Beitrag teilen

Wie eine Technologie die Welt verändern wird – Blockchain in Afrika (Teil II / III)

Advertisement

Im ersten Teil dieses dreiteiligen Artikels „Wie eine Technologie die Welt verändern wird – Blockchain in Afrika“ hast du über meine Intention diesen Artikel zu schreiben, erfahren, und was eine der elementaren Problematiken des Kontinents ist. Der zweite Teil wird sich vor allem einer neuen Generation und einem Lösungsansatz für ein altbekanntes Problem widmen.

Eine neue Generation

Ich bin auf einer Uber-Fahrt in Nairobi, Kenia. Uber ist eine neue und sehr wichtige Einkommensquelle für sehr viele Kenianer. Und nicht nur das: Jedes kenianische Kind erlernt bereits in der Schule das Programmieren, unabhängig davon, ob es nun auf eine private oder auf eine öffentliche Schule geht. In Kibera, dem größten Slum Afrikas, unterhalte ich mich mit Waisenkindern im Alter von etwa 14 Jahren. „Könnt ihr programmieren?“, frage ich sie. Ob Python oder JavaScript, alles kein Problem, sagt man mir. Kenia ist auch das Land, in dem der mobile Zahlungsdienst Mpesa erfunden wurde, eine mobile Variante von Zahlungsmöglichkeiten, die einen kompletten Einbruch der Simbabwischen Volkswirtschaft während der jüngsten Hyperinflation verhinderte.

In der deutschen Botschaft treffe ich Dr. Bastian Blankenberg, den CTO von „Utu“, einem Start-up, welches durch seinen Trust-API personalisierte Empfehlungen für vertrauenswürdige Dienstanbieter auf Freigabeplattformen anbietet. Er kommt ursprünglich aus Hamburg, lebt aber nun mit seiner Ehefrau und seinem Kind in Nairobi. Das Start-up hat er in Nairobi aufgebaut, auch weil hier hervorragende Programmierer leben.

Aber auch Nigeria oder Ruanda sind bekannt für eine hervorragende Programmierszene.

Doch das ist nicht der einzige, vielversprechende Entwicklungsbereich.

Bitcoin-Seminare in Afrika

In Botswana und Sambia werden einige Bitcoin-Seminare für die Bevölkerung angeboten, aber auch in Simbabwe sehnt man sich nach der Hyperinflation in jüngster Geschichte, nach einem stabileren Geld. Auch Bitcoin wird hier als plausible Alternative angesehen. Zudem stieg das Handelsvolumen, in Ländern wie Ghana und Nigeria, von Kryptowährungen in Peer-to-Peer-Netzwerken um 20 % (stand 06.05.2020). Dies hat auch damit zu tun, dass Entwicklungen wie etwa PayPal, die in der westlichen Welt selbstverständlich sind, übersprungen werden und man direkt auf die neuen Technologien setzt. Paradoxerweise könnte gerade China hier für Afrika als Vorbild dienen. Denn als es weltweit schon seit Jahren Kreditkarten gab, übersprangen chinesische Bauern diese Entwicklung und setzten gleich auf mobile Zahlungswege wie WeChat. Auch China galt einmal als unsicheres und bankrottes Land; das hat sich heute geändert, denn China ist bekanntlich eine Weltmacht geworden, weil man unter anderem auch auf neue Innovationen und Technologien gesetzt hat.

Wichtig ist jedoch auch, dass es Kryptowährungen schaffen, schwankungssicherer zu werden. Sogenannte Stablecoins könnten hier die Lösung sein, die konstant an einen Wert gebunden werden können und dessen preislicher Gegenwert gleich bleibt. Ein Stablecoin, der beispielsweise an den Euro gebunden ist, wird nie mehr oder weniger wert sein als ein Euro. Natürlich wäre es vor allem im Interesse dieser Länder, weniger an ausländische, dafür aber an heimische Währungen oder sogar an Rohstoffe oder Kryptowährungen gebunden zu sein. Was es am Ende wird, und ob Stablecoins tatsächlich eine Zukunft haben, muss man abwarten. Sicher ist jedoch, dass jene das Potenzial mitsichbringen, einige afrikanische Länder endlich autonom und sicher gegen ausländische Finanzkrisen zu machen.

Die Hoffnung in Kryptowährungen besteht auch darin, dass durch die Qualifikation, in Form von der Fähigkeit des Programmierens, junge Afrikaner für internationale Unternehmen arbeiten können, gleichzeitig aber in ihrer Heimat weiterleben und in Kryptowährungen ausbezahlt werden können. So kann stabiles und gutes Geld in die betroffenen Länder fließen, ohne, dass es zentrale, ausländische Institutionen in andere Regionen der Welt leiten.

Überall auf meiner Reise durch Afrika, treffe ich öfters Menschen, die sich mit neuen Technologien und Kryptowährungen auseinandersetzen. Die neue Generation wird die Generation der Programmierer sein und Kryptowährungen und Blockchain sind dort mehr als nur eine Technologie, sie sind die realen Hoffnungen vieler Menschen auf ein besseres Leben.

Blockchain gegen Korruption und Ausbeutung

Ein großes Problem, mit dem Afrika seit Jahren konfrontiert ist, ist Korruption. Spenden, aber auch Entwicklungsgelder usw. verschwinden oft im Nirgendwo. Häufig ist der Grund hierfür, dass das Geld über mehrere Mittelsmänner weitergeleitet wird. Dieses Problem könnte mit der Etablierung von Kryptowährungen Geschichte sein, da nun Transaktionen direkt von einer Adresse an die nächste geschickt werden können. Geldüberweisungen aus dem Ausland können ebenfalls viel leichter durchgeführt werden, da keine gänzlich überhöhten Transaktionsgebühren zu zahlen sind und keine speziellen Formulare bei der Bank für die Auslandsüberweisung auszufüllen sind.

Zusätzlich könnte man durch die Blockchain gegen Ausbeutung vorbeugen, indem man anstelle von Transaktionshistorien, Lieferhistorien in Form von QR-Codes auf Produkten platziert. Dadurch kann der Kunde leichter und schneller feststellen, ob er durch den Kauf Ausbeutung, wie etwa Kinderarbeit, unterstützt. Der Verbraucher könnte durch eine Blockchain den Weg des Produkts zurückverfolgen und abwägen, ob er jenes Produkt kaufen will, oder doch zu einem anderen greifen möchte.

Auf der anderen Seite ermöglichen Kryptowährungen, wie in den vorherigen Beispielen erwähnt, mehr Wohlstand. So sind viele Menschen schlichtweg nicht mehr dazu gezwungen, eine Arbeit unter menschenverachtenden Bedingungen und gegen schlechte Bezahlung auszuführen. Die Anreize solch eine Arbeit auszuführen, nur, um mehr oder weniger überlebensfähig zu sein, wird für die aller meisten Menschen nicht mehr existent sein.

Zwar werden Ausbeutungen wahrscheinlich immer existieren, die Blockchain-Technologie könnte diese jedoch erschweren und reduzieren.

Ich hoffe, dir hat der zweite Teil des Dreiteilers „Wie eine Technologie die Welt verändern wird – Blockchain in Afrika“ gefallen. Im letzten Teil dieser Serie erfährst du, wie groß und bedeutend der Einfluss von DeFi (Decentralized Finance) in Afrika sein könnte.

Blockchain schaukelnder Junge
Blockchain© Cryptoticker

Neu bei Bitcoin? Mit diesen 5 Artikeln wirst du zum Hodler

Advertisement

Bitcoin zu verstehen ist nicht ganz einfach. Wem nützt das digitale Gold? Wie funktioniert Mining? Und wie läuft so eine Transaktion unter der Haube ab? Hier sind fünf Artikel für alle Neuankömmlinge.

1. Die BTC-ACADEMY

Für alle Nachwuchs-Bitcoiner haben wir das perfekte Angebot in petto: Einen anfängergerechten Komplettkurs bei der sich alles nur um die Kryptowährung Nr. 1 dreht. Wie funktionieren Wallets? Was ist Mining? Und wie läuft so eine Transaktion unter der Haube ab?

Die Antworten dazu, verpackt in mundgerechte Häppchen, findet ihr in der BTC-ACADEMY. Natürlich sind all unsere Grundkurse kostenlos. Dort könnt ihr euch auch gleich darüber informieren, wie man ins Trading-Business einsteigt.

Übrigens: Neben dem kostenfreien Einsteigerkurs Bitcoin für Anfänger bieten wir tiefergehende Kurse wie etwa Kurse über Kryptografie sowie alles rund um die Blockchain-Technologie an.

2. BTC kleinkindgerecht

Wer einen Sachverhalt wirklich verstanden hat, so sagt man, ist in der Lage, diesen mit einfachster Sprache zu vermitteln. Bei einem so komplexen Konstrukt wie BTC keine ganz einfache Angelegenheit.

Den Spagat zwischen Vereinfachung und sachlicher Korrektheit schafft indes Nic Custodio auf Medium. Der Autor erklärt Bitcoin so, dass es auch ein Kleinkind verstehen würde. Für Erwachsene und Kinder gleichermaßen geeignet.

Explain Bitcoin Like I’m Five findet ihr hier.

3. Bitcoin visuell

Für die visuell Veranlagten hat Upfolio ein besonderes Schmankerl im Angebot. Anhand von Grafiken und Piktogrammen bietet die Website einen leicht zugänglichen Einstieg in die Welt der Kryptowährungen. Alles über Bitcoins Genese und wieso das System so relevant ist, erfahrt ihr hier.

4. Unter der Haube

Vollblut-Bitcoiner geben sich mit grundlegenden Einführungen in die Welt der Dezentralität indes nicht zufrieden. Wer bei den Begriffen Kryptografie und Hash-Funktion nicht gleich Reißaus nimmt, der ist bei 3Blue1Brown genau richtig. Dabei dürfte es ein bisschen komplizierter werden. Doch auch der Block in die Tiefen der Kryptographie kann durchaus begeistern.

Was bedeutet es also genau, Bitcoin zu besitzen? Der Youtuber erklärt es im Video:

5. Hallo Bitcoin

Nach all dieser Lektüre und den Videos solltest du nun fest im Sattel sitzen – und kannst deinerseits für Nachwuchs sorgen.

Hello Bitcoin hat für diesen Zweck eine Reihe von Präsentationsfolien kuratiert, mit denen du dein neu erlangtes Wissen über das digitale Gold weiterreichen kannst.

Denn als dezentrales System hat BTC kein Marketing-Team. Daher müssen Bitcoiner mit Präsentationen wie dieser selbst für Nachwuchs sorgen.

Du willst lieber aktuelle BTC-News? Dann schau einfach hier vorbei.

Wissen ist Macht – Lehrbeiträge der „Crypto Startup School“ kostenlos verfügbar

Advertisement

Das Investmentunternehmen Andreessen Horowitz, auch bekannt als a16z, hat die ersten Lehrbeiträge ihre „Crypto Startup School“ kostenlos zugänglich gemacht.

Die ersten beiden Teile der Lehrveranstaltung für angehende Krypto-Unternehmer wurde am 13. Mai auf TechCrunch veröffentlicht, die restlichen Materialien sollen dann auf der firmeneigenen Webseite des Investmentunternehmens folgen.

Lehrbeiträge von Professoren und Krypto-Experten

Der erste Vortrag namens „Krypto-Netzwerke und ihre Bedeutung“ stammt vom a16z-Teilhaber Chris Dixon. Im Rahmen seiner Präsentation erklärt Dixon, warum Blockchains nach dem Internet und Smartphones zur nächsten großen Plattform unserer Zeit werden könnten. Als Hauptgründe führt er dahingehend die vielen neuen Möglichkeiten an, die die Technologie Unternehmern und Entwicklern auf der ganzen Welt eröffnet.

Der zweite veröffentlichte Vortrag wurde von Dan Boneh, einem Professor für Angewandte Kryptografie an der Universität Stanford gehalten. Hierin erklärt Boneh die kryptografischen Prinzipien von Blockchains und grundlegende zugehörige Mechanismen wie Private Keys, Mining und Zero-Knowledge-Beweise.  

Die übrigen 12 Lehrbeiträge, die bisher noch nicht veröffentlicht wurden, wurden unter anderem von Brian Armstrong, dem Geschäftsführer der großen Kryptobörse Coinbase, dem Business Angel Balaji Srinivasan und Brian Brooks, einem Vertreter des US-Finanzministeriums, verfasst.

„Die Crypto Startup School“ wurde ursprünglich von Ende Februar bis Mitte April im kalifornischen Menlo Park abgehalten, das als Standort führender Tech-Unternehmen wie Facebook bekannt ist.  

Im Rahmen der Lehrveranstaltung wurden 45 Studenten aus den USA und der ganzen Welt eingeladen, die aus „Tausenden von Bewerbern“ ausgewählt wurden.

Wie eine Technologie die Welt verbessern wird – Blockchain in Afrika (Teil I / III)

Advertisement

Blockchain und der Kontinent Afrika haben eine ganz besondere Eigenschaft gemein: Begeistert man sich einmal für eines der Genannten, lässt es einen nicht mehr los. 

Nachdem ich im Jahr 2007 das erste Mal den afrikanischen Kontinent betreten hatte, besuchte ich ihn immer und immer wieder. Als ich zum ersten Mal von dem Konzept der Blockchain hörte, eröffnete sich mir eine neue Welt. Eine Welt ohne Grenzen.

So kam es, dass ich 2019 beschloss, nach meinem Abitur, durch Afrika zu reisen und dabei, wo es nur ging, mehr über die Blockchain Technologie zu erfahren und wie sie dem Kontinent helfen könnte. 

Mein Name ist Juri Maibaum und in diesem dreiteiligen Artikel möchte ich mit euch meine Erfahrungen mit dem Thema Blockchain in Afrika teilen.

Im Zuge meiner dreimonatigen Reise, durch zehn afrikanische Länder, erkannte ich Problematiken, Möglichkeiten, viel Potenzial und lernte einzigartige Persönlichkeiten kennen.

Die Problematik

Man muss kein Wirtschaftsexperte oder Politikwissenschaftler sein, um zu verstehen, dass es dem afrikanischen Kontinent, im Vergleich zur restlichen Welt, schlecht geht. Doch woran liegt das?

Auf meiner Reise durch den afrikanischen Kontinent, von Äthiopien bis nach Südafrika, konnte ich sowohl die Probleme als auch die Gründe dafür erkennen. Vor allem die Kolonialisierung 2.0 ist sehr besorgniserregend. In Addis Abeba, der Hauptstadt Äthiopiens, gibt es Fabriken, in denen ausschließlich Chinesen arbeiten, die Waren wesentlich günstiger produzieren können als die lokale Konkurrenz, und anschließend an die dortige Bevölkerung verkaufen. Auf der einen Seite schafft es China dadurch Arbeitsplätze nach Afrika zu outzusourcen, auf der anderen Seite zerstört man damit die Geschäfte von lokalen Unternehmern und entzieht vielen Menschen ihre Lebensgrundlage. Allerdings stellt dies nicht das einzige Problem in Äthiopien, aber auch in vielen anderen afrikanischen Ländern, dar: China erbaut und erkauft sich die komplette Infrastruktur dieser Länder, in Form von Gebäuden, Verkehrswegen, Straßen etc. Der afrikanische Kontinent wird wieder kolonialisiert, doch dieses Mal auf eine andere Art und Weise.

Doch war der Kontinent jemals entkolonialisiert?

Nach meiner Reise kann ich diese Frage sicherlich mit „nein“ beantworten.

Denn obwohl die ehemaligen Kolonien offiziell schon seit langem unabhängig sind, sieht die Realität komplett anders aus.

Zum einen können afrikanische Länder bei der World Bank, IMF oder anderen Institutionen, Geld nur zu einem völlig anderen Zinssatz leihen als westliche Länder. Während sich beispielsweise die USA Gelder für einen Zinssatz von 1 % bis 1,5 % leihen kann, müssen afrikanische Länder für denselben Betrag 9 % bis 10 % Zinsen zahlen. „Die Länder, die keine Pause brauchen, bekommen eine. Die Länder, die eine Pause bräuchten, bekommen aber keine!“, kritisiert Dr. Arikana Chihombori-Quao, ehemals Botschafterin der Afrikanischen Union in den USA.

Eine immense wirtschaftliche Differenz ist somit leicht erkennbar.

Aber auch in der Rohstoffpolitik ist der Einfluss der ehemaligen Kolonialherren immer noch zu spüren. Viele afrikanische Länder dürfen ihre Rohstoffe beispielsweise nur nach bestimmten Regularien verkaufen. Dies liegt an den Verträgen, mit denen damals die Unabhängigkeit einiger Staaten festgelegt wurde. So heißt es unter anderem in dem Unabhängigkeitsvertrag der Republik Gabun: „Die Republik Gabun verpflichtet sich, der französischen Armee strategische und rüstungsrelevante Rohstoffe zur Verfügung zu stellen. Der Export dieser Rohstoffe in andere Länder ist aus strategischen Gründen nicht erlaubt.“ Bis heute kauft Frankreich in West- und Zentralafrika Rohstoffe, wie Lithium und Uran, weit unter dem Weltmarktpreis. Verstoßen die Länder gegen diese Verträge, drohen Sanktionen. Sanktionen, die sich kein afrikanisches Land erlauben kann.

Selbst die Schweiz, die niemals im Besitz von afrikanischen Kolonien war, spielt bei diesem Spiel mit. Sambia ist eines der reichsten Länder der Welt, was Bodenschätze angeht, jedoch befindet sich das Land unter den zwanzig ärmsten Ländern der Welt. Obwohl der Kupferpreis seit Jahren boomt, schafft es Sambia nicht, als eines an Kupfer reichsten Länder der Welt, aus der Krise zu kommen. Grund dafür ist zum Beispiel, dass Investoren aus der Schweiz, aber auch aus anderen Ländern, Grundstücke weit unter dem Marktpreis gekauft haben, es unter den günstigsten Arbeitsverhältnissen schürfen lassen, und für das Vielfache im Ausland verkaufen. Dabei erreicht das Kupfer niemals die Schweiz, sondern wird direkt von Sambia in andere Länder verkauft. Die Steuern des Gewinns fließen jedoch in die Schweiz.

Was ist mit der Finanzpolitik?

In der Finanzpolitik hält Frankreich weiterhin die Kontrolle über die Währungen in West- und Zentralafrika, in den Händen. Der CFA, eine afrikanische Imitation des ehemaligen Francs, ist in insgesamt 14 Ländern in West- und Zentralafrika die Landeswährung. Teile dieser Währungen werden bis heute in der französischen Wirtschaft gehalten und das Geld selbst, wird sogar in Frankreich gedruckt. Zwar haben diese Länder ihre eigenen Zentralbanken, jedoch sind sie alle an den Wechselkurs des Euros gebunden. Das soll vordergründig vor Inflation schützen, jedoch blockiert diese Art von Finanzpolitik jegliche Art von wirtschaftlichem Wachstum. 14 Länder, die zu den ärmsten der Welt gehören, sind theoretisch gar nicht arm, sondern werden lediglich arm gehalten. Obwohl es eine Währungsreform gab, wodurch sechs dieser Länder zum ECO wechselten, der nicht mehr an den Euro gebunden ist, blieben immer noch acht Länder, die weit weg von finanzieller Autonomie sind.

Man könnte noch unzählige Beispiele anführen, dass der Westen Waffen in sehr fragwürdige Gebiete Afrikas verkauft, um daraus Profit zu schlagen, oder, dass meist Kinder in der Demokratischen Republik Kongo die Mineralien und Rohstoffe für unsere mobilen Endgeräte aus dem Boden kratzen.

Während der Reise bekomme ich ein immer schlechteres Gewissen. Habe ich nicht dieses System jahrelang durch meinen blinden Konsum unterstützt? Ist Afrika ein halbtotes Opfer, das bis zum allerletzten Tag, hilflos ausgebeutet wird?

Doch bald erkenne ich, dass Afrika nicht hilflos dem Rest der Welt ausgesetzt ist. Denn die Technologien und eine neue Generation selbstbewusster und intelligenter Afrikaner sind auf dem Vormarsch.

Ich hoffe, dir hat der erste Teil des Dreiteilers „Wie eine Technologie die Welt verändern wird – Blockchain in Afrika“ gefallen. Im nächsten Teil erfährst du, wie eine neue Generation von Programmierern in Afrika auf dem Vormarsch ist, und wie die Blockchain-Technologie ein altbekanntes Problem Afrikas lösen könnte.

Blockchain schaukelnder Junge
Blockchain© Cryptoticker

Cryptopia – ein Dokumentarfilm über Bitcoin und Blockchain

Advertisement

Der preisgekrönte Filmemacher Torsten Hoffmann veröffentlichte diese Woche den Dokumentarfilm „Cryptopia: Bitcoin, Blockchains und die Zukunft des Internets“. Cryptopia diskutiert die mächtige Krpyto-Wirtschaft und die florierenden Ideen, die aus Satoshis Erfindung hervorgegangen sind.

Antonopoulos: Der Markt wird entscheiden

Nach seinem gefeierten Film „Bitcoin: Das Ende des Geldes, wie wir es kennen“, ist Torsten Hoffmann wieder zurück. Hoffmanns neuer Film zeigt Leute wie Andreas Antonopoulos, Roger Ver, Charlie Lee, Samson Mow, Preethi Kasireddy, Wences Casares und Laura Shin.

Im Film wird diskutiert, wie Bitcoin und die daraus resultierenden Technologien und Anwendungen unsere Welt verändern und verbessern. Darüber hinaus geht es im Film um Web 3.0, dezentrale Finanzen sowie einige andere Themen, die im Vorgänger nicht behandelt wurden.

Wie der Krypto-Evangelist Antonopoulos im Film erklärte, gibt es zurzeit noch keine ausreichend breite Akzeptanz, weshalb noch keine Voraussage gemacht werden kann, ob sich Kryptowährungen als Medium zum Tausch oder Wertspeicher eignen werden. Darüber wird der Markt entscheiden. „Was Bitcoin in Venezuela ist, unterscheidet sich von dem, was es in San Francisco ist“, fügte er hinzu.

Über Regierungen und Zensur im Kryptoversum

Auch der Vorstandsvorsitzende von Bitcoin.com, Roger Ver, wurde in der Dokumentation über die Förderung der wirtschaftlichen Freiheit vorgestellt. Ver betonte, dass die Regierungen die meisten ihrer Kriege durch den Druck von Geld finanzieren und nicht durch direkte Steuern. Wenn wir also der Regierung die Fähigkeit entnehmen, nach Belieben Geld zu drucken, können wir dadurch den grössten Teil ihrer Macht entziehen.

Auch die Skalierungsdebatte rund um Bitcoin wurde hervorgehoben. Ver erklärt seine Abneigung gegen die Zensur, z. B. durch Foren-Moderatoren von r/bitcoin, die Satoshis Zitate löschen. „Wenn Sie keine Redefreiheit unterstützen, unterstützen Sie auch Bitcoin nicht“, betonte Ver.

Weitere Kommentare kamen von Charlie Lee, dem Gründer von Litecoin sowie Samson Mow, dem Gründer von Blockstream. Damit Kryptowährungen gedeihen können, müssen wir mit dem aktuellen Finanzsystem arbeiten, bemerkte Lee. Mow erörterte das berüchtigte Satellitenprojekt des Unternehmens und nannte es als dieses als notwendige Technologie, damit Bitcoin zur Grundlage eines neuen globalen Finanzsystems wird.

Filmszenen wurden geheim in der Schweiz gedreht

Der erste Film hatte laut Hoffmann ein geringeres Budget, doch dieses Mal wurde das 8-fache der Mittel in Cryptopia gesteckt. Aufwändige 3D-Animationen wurden erstellt, um das Innenleben der Blockchain zu veranschaulichen. Während der Veröffentlichung dieser Woche erklärte Hoffman, dass der Film in einem entlegenen Teil der Schweiz an einen geheimen Ort mit zwei 4k-Kameras und teilweise sogar in 8k-Auflösung gefilmt wurde.

Um auch die restlichen Kommentare der grössten Namen der Kryptoindustrie zu erhalten, kann der Film auf der offiziellen Seite für 5.70 CHF bzw. 0,0007 BTC angeschaut werden.

Mehr News zu Bitcoin

Jetzt Beitrag teilen