Blockchain und KI: LG-Tochter testet Bezahlen mit Gesichtserkennung

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LG CNS, die IT-Tochter des südkoreanischen Unternehmens LG führt eine neue Dimension des bargeldlosen Zahlens ein. Mit einer Kombination aus künstlicher Intelligenz (AI), Cloud-Servern und Blockchain-Technologie sollen Face-to-Face Zahlungen völlig kontaktlos möglich sein.

Wie die Korea IT Times am 23. April berichtete, testet LG CNS das neue Bezahlsystem bereits seit März in einem betriebsinternen Restaurant. Die Mitarbeiter bezahlen nach erfolgreicher Identifizierung über eine Gesichtserkennung automatisch und ganz ohne physischen Kontakt. Dafür führte das Unternehmen eine Blockchain-basierte Community-Währung ein.

Die berührungslose Bezahlmethode ist laut LG CNS nicht nur komfortabel. Überdies  könnte sie wertvolle Vorteile während der Corona-Pandemie bieten. Denn gegenüber anderen bargeldlosen Zahlungen etwa per Kreditkarte oder Mobiltelefon entfällt der physische Kontakt hier komplett.

Blockchain und künstliche Intelligenz

Dafür nutzt das neue Zahlungssystem ein mit künstlicher Intelligenz (AI) ausgestattetes Terminal. Mitarbeiter, die sich im Vorfeld bereit erklären, Kontoinformationen und Gesichtsdaten zu registrieren, können via Blick in die Kamera bezahlen. Sobald das System die Person via AI-Gesichtserkennungstechnologie identifiziert, erfolgt die Bezahlung. Dafür hat das Unternehmen eine Blockchain-basierte Community-Währung eingeführt. Bereits seit August 2019 verwendet LG CNS die eigene Blockchain-Plattform in Restaurants und Cafés in der Firmenzentrale in Magok.

Während vor allem Datenschützer die Nutzung biometrischer Daten immer wieder kritisch betrachten, sind in Zeiten von Corona sinnvolle Einsatzmöglichkeiten durchaus denkbar. Nach den bisherigen Erfahrungen der Testphase klappt die Identifizierung auch, wenn ein Mund-Nasenschutz das Gesicht verdeckt. LG CNS plant bereits, die Bezahl-Terminals mit Gesichtserkennung auch in anderen Geschäften in der Nähe des Firmensitzes zu installieren.

Lee Joon-won, Solution Business Development Manager bei LG CNS sieht die Zukunft für das neue Bezahl-System positiv:

„Es ist zu erwarten, dass die Blockchain-basierte Community-Währung von viel mehr Menschen verwendet wird, da sie komfortabler wird, wenn sie auf KI trifft. Wir haben auch andere als Face-to-Face Anwendungen hinzugefügt und werden die Blockchain-Technolgie, die die Transaktionszuverlässigkeit erhöht, in größerem Umfang einsetzen.“

Minespider erhält EU-Funding für Lieferketten-Blockchain

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Das Blockchain-Start-up Minespider hat 2,8 Millionen Euro für die Weiterentwicklung seiner Lieferketten-Blockchain erhalten. Das Geld stammt in Teilen aus dem EU-Förderprogramm Horizon 2020 für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Minespider hat ein auf Ethereum aufbauendes Protokoll entwickelt, das der Überwachung von industriellen Lieferketten dient. Mittels eines digitalen „Passport“ können die Mitglieder einer Lieferkette die Herkunft und Produktionsweise der verwendeten Rohstoffe und Materialien kontrollieren. Dabei unterscheidet der Blockchain-basierte Rohstoff-Ausweis zwischen drei Daten-Ebenen, je nachdem, für wessen Augen die Informationen bestimmt sind. Neben öffentlich einsehbaren Daten unterstützt der Passport von Minespider auch die private Datenübermittlung: Manche Informationen können für alle Mitglieder der Lieferkette einsehbar sein, während andere nur für die Augen der direkten Handelspartner bestimmt sein können.

VW überwacht Blei-Lieferkette mit Minespider

Vor fast genau einem Jahr lancierte Minespider gemeinsam mit dem Autobauer Volkswagen ein Pilotprojekt für eine transparente Lieferkette von Blei. Offenbar mit Erfolg: Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, die BTC-ECHO vorliegt, erfasst das Projekt mittlerweile zwei Drittel der weltweiten Bleilieferungen an den Wolfsburger Autobauer.

Es war eine tolle Erfahrung, so viele führende Unternehmen zusammenzubringen, um an der Nachverfolgbarkeit von Lieferketten zu arbeiten,

Minespider CEO Nathan Williams

freut sich Gründer und CEO Nathan Williams. Das frische Kapital soll nun dem Ausbau des Ökosystems dienen.

Jetzt, mit der Unterstützung der Europäischen Kommission und unserer Investoren, können wir die Plattform weiter skalieren und noch mehr Teilnehmer, die an unsere Vision transparenter und nachhaltiger Produkte glauben, integrieren.

Nathan Williams, CEO Minespider

Die Europäische Kommission scheint in Minespider ein im besten Sinne disruptives Potenzial zu erkennen. Im Rahmen des KMU-Förderprogramms Horizon 2020 hielt das Projekt durchweg Bestnoten.

Blockchain ist die neue Lieferkette

Die Lieferkettenüberwachung, neudeutsch Supply Chain Management, gehört zu den Bereichen, in denen die Blockchain-Technologie bereits ausgiebig erprobt wird. Die Corona-Krise könnte die Entwicklung dezentraler Lösungen zur Überwachung der Warenströme noch weiter antreiben.

Durch den erschwerten physischen Kontakt werden unter anderem die Schwachstellen der noch immer in Teilen auf Papier (z.B in Form von Zertifikaten) basierenden Lieferkettenüberwachung offenbar. Aus den Reihen des Weltwirtschaftsforums wurden deshalb Anfang April Forderungen laut, Versorgungsketten verstärkt mittels Blockchain-Technologie zu kontrollieren.

Mit Ethereum das Lieblingsrestaurant retten

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Krypto-Enthusiasten aus aller Welt suchen nach Wegen, ihre geliebte Technologie für den Kampf gegen das Coronavirus und seine gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen fruchtbar zu machen. Einen interessanten Vorschlag unterbreitete vor wenigen Wochen der DeFi-Nutzer Travis Blane. Damit soll angeschlagenen Gastronomiebetrieben geholfen werden.

Während die meisten Wirtschaftszweige mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen haben, stehen insbesondere gastronomische Einrichtungen vor dem finanziellen Ruin. Der DeFi-Enthusiast Travis Blane hat indessen per Tweet eine Möglichkeit vorgestellt, wie Restaurants und Co. sich dringend benötigte Liquidität verschaffen können. Der Lösungsansatz des als „DeFi Dad“ bekannten Twitterati: Gutscheine auf Ethereum-Basis.

Die Inspiration für seinen Vorschlag erhielt Blane dabei vom New Yorker Restaurant 232 Bleecker. Als Reaktion auf die Corona-bedingten Ladenschließungen begann das Speiseetablissement, so genannte Dinner Bonds heraus zu geben. Kunden erhalten dabei die Gelegenheit, 75 US-Dollar in das Restaurant zu investieren. Als Gegenleistung verspricht 232 Bleecker seinen Geldgebern einen 100 US-Dollar Gutschein, sobald das Schlimmste überstanden ist. Der potenzielle Gewinn in Höhe von 25 Prozent ergibt sich aus dem Risiko, dass das Restauraunt vielleicht nicht mehr aufmacht. Der ConsenSys-Mitarbeiter Blane übernahm diese Idee, kombinierte sie jedoch mit einer DeFi-Anwendung und der Ethereum Blockchain.

Geschenkkarten auf Ethereum-Basis

In seinem Tweet schlägt Blane den
Gastronomen folglich vor, digitale Gutscheine mit Hilfe die Ethereum-App
Mintbase herauszugeben. Mintbase macht es möglich, einzigartige Token (NFTs) zu
generieren. Die Restaurants könnten somit Gutscheine in Token-Form erstellen,
sie mit einem Preis versehen und dann über das Internet zum Verkauf anbieten.

Der gesamte Prozess der
Erstellung von Gutscheinen wäre damit laut Blane deutlich vereinfacht. Derartige
Gutschein nutzen zudem die inhärenten Vorteile von Ethereum-basierten NFTs.
Schließlich sind sie fälschungssicher und können einfach weitergegeben werden.
Um Mintbase nutzen zu können, ist allerdings eine Wallet bei Coinbase, Argent,
Fortmatic oder Metamask erforderlich.

Gegenüber der Krypto-Nachrichtenplattform Coindesk gab Blane an, dass er Kleinunternehmen in diesen schwierigen Zeiten gerne helfen würde. Der Spross einer Familie von Ladenbesitzern kündigte deshalb spezielle Webinare für Gastronomen an, die in Kooperation mit Mintbase statt finden sollen. Auf die Frage, ob kleine Restaurants und ihre oftmals nicht-Krypto-affinen Betreiber überhaupt in der Lage sind, von DeFi-Anwendungen Gebrauch zu machen, sagte er: „Jeder sollte sie benutzen können. Ich denke nur, dass den Menschen an den Händen geführt werden sollten.“