Tether (USDT) über OMG an Ethereum angebunden

Advertisement

Bitfinex hat Tether über die OMG-Plattform in Ethereum integriert. Damit dürfte eine Entlastung des Ethereum-Netzwerks einhergehen.

Bitfinex hat die Integration von Tether (USDT) im OMG-Netzwerk (ehemals OmiseGo) bekannt gegeben. Durch die Einbindung des Stable Coins in die ERC-20-basierte OMG-Plattform sollen „Bestätigungszeiten verkürzt, Zahlungen schneller ausgeführt und Transaktionskosten bei gleichem Sicherheitsniveau wie bei Ethereum gesenkt werden“.

So der Wortlaut der Presseerklärung. Als Brückenwährung soll Tether das Ethereum-Netzwerk künftig wesentlich entlasten. Gerade bei einem hohen Verkehr von Nutzern, stoßen die Kapazitäten des Ethereum-Netzwerks ständig an ihre Grenzen. Eine solche Überlastung zeigte sich zuletzt Anfang März. Der Ether-Kurs stürzte binnen weniger Tage von über 240 auf 110 US-Dollar. Innerhalb einer Woche sank die Marktkapitalisierung von Ethereum um 10 Milliarden US-Dollar. Die gleichzeitige Aktivität vieler Nutzer, die auf die Kursschwankungen reagieren wollten, führte zwischenzeitlich zu einem Anstieg der durchschnittlichen Wartezeit im Netzwerk von 15 Sekunden auf 44 Minuten.

Tether: Entlastung für das Ethereum-Netzwerk

Das Ethereum-Netzwerk wickelt durchschnittlich 12 Transaktionen pro Sekunde ab. Kommt zu einem hohen Andrang unbearbeiteter Transaktionen, überlastet das Netzwerk. Die Folge: Längere Wartezeiten und höhere Gebühren.

Mit der Integration und Nutzung von Tether über das OMG-Netzwerk, einer Ethereum-Plasma-Sidechain, sollen die Transaktions-Gebühren künftig auf 0,001 Ether pro Transaktion fallen. Durch die „More Viable Plasma“-Lösung des OMG-Netzwerks lassen sich zudem mehr Transaktionen in Blöcken verarbeiten.

Dies ermöglicht es Händlern, schneller auf Handelsmöglichkeiten zu reagieren und die Arbitrage zwischen den Börsen effizienter zu gestalten, wenn das Netzwerk wächst,

zeigt sich Bitfinex-CEO Paolo Ardoino optimistisch und ergänzt:

Durch die Migration von USDt-Werttransfers in das OMG-Netzwerk sparen wir Kosten, treiben Leistungsverbesserungen voran und entlasten die Root Chain.

Dies, so Ardoino, sei eine positive Entwicklung „für das gesamte Ethereum-Ökosystem“. Diese Meinung teilt auch Vansa Chatikavanij, CEO von OMG Network:

Wir freuen uns, heute den Start des OMG-Netzwerks anzukündigen, das Tausende von Transaktionen pro Sekunde unterstützt und die Transaktionskosten auf ein Drittel von Ethereum reduziert.

Auf Grundlage der Partnerschaft ließe sich folglich laut Chatikavanij „die Skalierungsprobleme von Blockchain angehen und das weitere Wachstum und die Einführung offener Finanzdienstleistungen vorantreiben“.

Die Einbindung von Tether in das OMG-Netzwerk könnte das Ethereum-Netzwerk insgesamt deutlich hochskalieren und dadurch entlasten. Das nächste große Ethereum-Upgrade, Serenity, soll Ethereum noch skalierbarer machen. Phase 0 für Ethereum 2.0 ist bereits in greifbare Nähe gerückt.

Bitcoin-Handel: Bank Frick erweitert Sortiment um Stable Coin

Advertisement

Das Royal Melbourne Institute of Technology will Blockchain-Experten ausbilden – mit freundlicher Unterstützung vom Privatsektor.

Die Corona-Kirse hat den Digitalisierungsdruck auf Firmen weiter verstärk. Die Kontakbeschränkungen treffen Unternehmen, die ihr Geschäft vornehmlich im „Meat Space“ betreiben, mit besonderer Härte. Bei der Umstellung auf digitale Infrastrukturen spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Die Blockchain-Technologie bietet einen möglichen Weg dafür, einen sicheren Datenaustausch zu ermöglichen. Bestes Beispiel dafür ist Bitcoin, das seit seiner Genese im Jahr 2009 noch nicht gehackt wurde.

Blockchain-Wissen wird zur „geschäftskritischen“ Qualifikation

Für den Eintritt ins Blockchain-Zeitalter mangelt es vielen Unternehmen indes an der notwendigen Blockchain-Expertise. Fähige Köpfe sind rar gesät, was unter anderem an fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten liegt. Die Melbourner Universität RMIT (Royal Melbourne Insitute of Technology) will diesen Umstand nun beseitigen – zumindest in Australien. In Zusammenarbeit zwischen dem Technologieriesen IBM, dem IT-Security-Unternehmen Palo Alto sowie Stone & Chalk, einem Anbieter von Coworking-Spaces bietet die Uni nun zwei neue Postgraduierten-Programme an, die sich dezidiert den Themen Blockchain beziehungsweise IT-Sicherheit widmen.

Helen Souness, CEO von RMIT online, erklärt die Motivation hinter den neuen Kursen mit der Corona-Pandemie:

In den letzten Monaten haben wir eine bedeutende Veränderung der traditionellen Arbeits- und Geschäftspraktiken beobachtet. Die Unvorhersehbarkeit unseres derzeitigen Umfelds erfordert, dass wir unser Verständnis der digitalen Landschaft stärken und beschleunigen. Cybersicherheit und Blockchain-Technologien entwickeln sich zu geschäftskritischen Fertigkeiten, und wir bieten die Schulungen an, die diese Fertigkeiten in unserer Belegschaft vermitteln,

Die neuen Postgraduierten-Programme beginnen im Oktober 2020 und haben eine Laufzeit von neun Monaten.

Wem der Weg nach Australien zu weit ist, um seine Blockchain-Expertise zertifizieren zu lassen, dem sei indes unsere Academy wärmstens ans Herz gelegt.

Bank Frick bietet Stable Coin as a Service (SCaaS) an

Advertisement

Hauptsitz Bank Frick in Liechtenstein

Die krypto-affine Bank Frick aus Liechtenstein bietet ihren Kunden einen neuen Service an: Stable Coin as a Service, kurz SCaaS.

In einer Pressemitteilung gab gestern, am 19. Mai, die Bank Frick den Start ihrer neuen Dienstleistung Stable Coin as a Service (SCaaS) bekannt. Das Bankhaus aus Liechtenstein kooperiert dabei mit dem niederländischen Technologieanbieter Quantos. Audit-Partner ist mit BDO einer der führenden Wirtschaftsprüfer der Schweiz. Mit der Software-as-a-Service-Lösung sollen Emittenten die Möglichkeit bekommen, ihren eigenen Stable Coin in ein Ökosystem einzubetten.

Der Head of Blockchain Lab der Bank Frick, Julien Hawle, erklärt den Nutzen wie folgt:

Unsere SCaaS-Lösung eignet sich vor allem für Emittenten, die täglich grosse Mengen an Zahlungen abwickeln, z. B. für Händler und deren Endkunden. Die Teilnehmer eines solchen Ökosystems profitieren mit unserer SCaaS-Lösung insbesondere von geringeren Transaktionskosten und Gebühren sowie einem fertigen Setup, das sich ohne technische Expertise nahtlos integrieren lässt.

Euro und Schweizer Franken als Token

Mit Hilfe der SCaaS-Lösung werden Unternehmen so zu Emittenten ihres eigene Token, der 1:1 an den Euro oder Schweizer Franken gebunden ist. Da es sich um ein geschlossenes System handelt, benötigen auch Unternehmen aus der EU keine eGeld-Lizenz. Händler innerhalb des SCaaS-Ökosystems profitieren ihrerseits wiederum von geringeren Transaktionsgebühren und attraktiven Customer-Lock-in-Effekten – zum Beispiel durch die Einbindung von Treueprogrammen.

Die Bank Frick positioniert sich damit wieder einmal mehr an der Schnittstelle zwischen traditionellem Bankhaus und Blockchain-Finanzdienstleister. So bietet die Bank Frick bereits verschiedene Krypto-Dienstleistungen wie Custody oder den Handel von Kryptowährungen via Online Banking an.

Bank Firck to introduce StableCoin as a Service

Advertisement

Bank Frick specialises in banking for intermediaries. The Liechtenstein bank provides a fully integrated offering of classic banking and blockchain banking services. Its clients include fintechs, asset managers, payment service providers, family offices, fund promoters, pension funds and fiduciaries.

Bank Frick, Quantoz and BDO launch StableCoin as a Service for payment ecosystems. Together with the Dutch technology provider Quantoz, Bank Frick is launching a StableCoin as a Service (SCaaS) solution. Audit partner is with BDO one of the leading auditors in Switzerland. SCaaS is fully PSD2-compliant and enables its issuers to issue their own stablecoin and to integrate it easily into their existing systems. As a result, the issuer’s merchants and end customers benefit from a secure and stable token-based payment ecosystem.

Bank Frick is now offering intermediaries and enterprises an innovative SCaaS solution, which was developed with the help of the expertise of the Dutch Quantoz N.V. The offer is a Software as a service solution based on Quantoz‘ established NEXUS technology. It enables issuers to issue their own stablecoin in a closed ecosystem.

„Our SCaaS solution is particularly suitable for issuers who process large volumes of payments on a daily basis, such as merchants and their end customers,“ says Julien Hawle, Head Blockchain Lab at Bank Frick. „With our SCaaS solution, the participants in such an ecosystem benefit from lower transaction costs and fees as well as a ready-made setup that can be seamlessly integrated without the need for technical expertise.“

Quick integration into existing processes

The integration of the SCaaS solution into existing business processes and systems is carried out in compliance with regulatory requirements. Enterprises thus become issuers of their own stablecoin and provide their trading partners and their end customers with a closed and token-based payment ecosystem. The stablecoin is linked to a fiat currency such as the Euro or Swiss franc at a guaranteed exchange rate and deposited at a ratio of 1:1, thus ensuring price stability.

Lower transaction costs and enhanced customer retention

EU issuers do not need an e-money license for SCaaS as it is a closed system. Moreover, the use of a Software as a Service solution that has been tested in practice means that no internal development costs are incurred. For their part, merchants within the SCaaS ecosystem benefit from lower transaction fees and attractive customer lock-in effects – e.g. through the integration of loyalty programs.

Compliance and safety first

In addition to its smooth implementation, the SCaaS solution enables fully auditable accounting of all fiat and token payments – transactions are always traceable. BDO, one of the leading auditing, trust and consulting firms in Switzerland, is responsible for auditing. The intuitive user interface also requires no technical expertise and minimizes operational risks.

„Based on the globally recognised ISAE 3000 standard, the audit report confirms the parity of the fiat currency deposited with the issued tokens. Issuers gain additional trust through the optional audit report, which is to be carried out periodically, from which their payment ecosystem also benefits“, Markus Hug, Head IT Audit and Consulting FS and Head Fintech of BDO Switzerland, is convinced. „After all, trust is an essential building block for this innovative service.“

Quantoz provides the technical infrastructure for the SCaaS solution and takes over all technical clarifications and individual adjustments for the issuer in advance. Bank Frick offers the necessary banking services and keeps the deposited fiat currencies in safe custody.

Future-oriented infrastructure

The provision of a closed ecosystem for token-based transactions, which can be seamlessly integrated into business, compliance and accounting processes, is unique in this form.

Henri de Jong, co-founder and Chief Business Development Officer of Quantoz, is also convinced of the joint SCaaS offering:

„Quantoz has focused on the interface between the classical financial world and blockchain technology from the very beginning. The cooperation with Bank Frick was therefore the logical step for us in the further development of our products and services. We are proud of our joint development and the strong partnership behind it.”







Finanzielle Inklusion von Kleinbauern: Heifer International wird Teil von Libra

Advertisement

Die Libra Association begrüßt mit Heifer International sein 23stes Mitglied. Die Wohltätigkeitsorganisation hat sich dem Kampf gegen Armut und Hunger verschrieben.

Die Non-Profit-Organisation Heifer International wird Teil der Libra Association. Damit wächst die Zahl der Mitglieder auf 23 an. Für Heifer als gemeinnützige Organisation steht allen voran die Förderung von Kleinbauern in Entwicklungsländern auf der Agenda.

Wie die Organisation in einer Pressemitteilung vom 20. April dieses Jahres schreibt, stellt die finanzielle Inklusion für Bauern in Entwicklungsländern eine große Hürde dar. Demnach haben weniger als zehn Prozent der 2,5 Milliarden Kleinbauern Zugang zu Krediten. Diese seien jedoch notwenig, um Investitionen zu tätigen, die die Produktionsbedingungen verbesserten. Wer kann, schickt daher Familienmitglieder ins Ausland. Da hört der Wahnsinn aber noch nicht auf: Schecks müssten ohne Zugang zu einem Bankkonto via Zahlungsdiensten wie Western Union in die Heimat zurückgeschickt werden – zu horrenden Gebühren.

Hier sieht Heifer großes Potenzial für Libra. Als Kryptowährung konzipiert, könnten Kleinbauern zukünftig unabhängig von Finanzinstituten agieren und Geld fast zum Nulltarif um die Welt schicken. In dem Blogeintrag heißt es:

Die Libra Association ist eine unabhängige Organisation, die ein blockchainbasiertes Zahlungssystem entwickelt, das die finanzielle Inklusion unterstützen soll […]. Wir glauben, dass Libra das Potenzial hat, ein kostengünstigeres, leichter zugängliches und besser vernetztes globales Finanzsystem zu schaffen.

Libra: Plötzlich wieder da

Nachdem es um Facebooks Krypto-Projekt Libra wieder etwas ruhiger geworden war, zeigen sich jüngst immer mehr Lebenszeichen. So legte die Organisation der Schweizer Finanzaufsicht FINMA ein neues White Paper vor. Wie wir bereits berichtet hatten, nimmt Libra darin von der Idee eines von verschiedenen Assets gedeckten Coins Abstand. Stattdessen will man nun verschiedene Fiat-gedeckte Stable Coins wie etwa LibraUSD, LibraEUR oder LibraGDP auf den Markt werfen.

Ob Zuckerberg und Konsorten mit diesem Winkelzug Erfolg haben werden, steht allerdings in den Sternen. Denn die Reifeprüfung vor den US–Behörden steht Libra noch bevor. US-Abgeordnete Sylvia Garcia verlautbarte etwa, dass sie die Kryptowährung nach wie vor für eine Security („Wertpapier“ nach Us-Recht) halte. Damit falle die Beurteilung in den Zuständigkeitsbereich der SEC.

Derweil rekrutiert die Libra Association munter Mitglieder. Neben Heifer begrüßte die Organisation mit Sitz in der Schweiz im Februar dieses Jahres e-Commerce-Riese Shopify sowie Krypto-Broker Tagomi.

Wie gefährlich sind Stable Coins?

Advertisement

Der neue Bericht des Financial Stability Boards (FSB) geht intensiv auf die Risiken von Stable Coins ein. Warum die Analysen des FSB nur bedingt unabhängig sind, Facebooks Libra schneller als gedacht das Stable-Coin-Ökosystem auf den Kopf stellen könnte und Stable Coins den Einfluss der G20-Staaten schmälern können. Ein Kommentar zum aktuellen FSB-Bericht.

Das Financial Stability Board (FSB) der G20-Staaten hat gestern, am 14. April, einen Bericht über die regulatorischen Herausforderungen von Stable Coins veröffentlicht. Dieser Finanzstabilitätsrat nimmt eine wichtige Überwachungs- und Policyfunktion für die globale Finanzstabilität ein. Ausführlich werden im aktuellen Bericht mögliche Risiken von globalen Stable Coins dargelegt.

Neues Medium, alte Richtlinien

Grundsätzlich spricht sich das FSB dafür aus, dass sämtliche
Stable-Coin-Initiativen die gleichen Richtlinien erfüllen müssen wie sonstige
Finanzkonstruktionen aus der Nicht-Blockchain-Welt. Doch auch wenn sich Stable
Coins in das regulatorische Korsett drängen, sind die Risiken hoch. Zwar wird das
aktuelle Marktvolumen der Stable Coins als nicht systemrelevant bewertet,
dennoch räumt man ein, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.

Gerade Facebooks Libra dürfte hier einiges dazu beigetragen
haben, dass Studien wie diese von den wichtigsten Finanzinstitutionen auf dieser
Welt durchgeführt werden. Das Thema Stable Coins wird also durchaus ernst
genommen. Sodass der Bericht zu dem Schluss kommt, dass Stable Coins, sofern es
zu einer flächendeckenden Etablierung kommt, einen signifikanten Einfluss auf
die Realwirtschaft nehmen können. Entsprechend wichtig ist daher die
Überwachung und Regulierung, wie die Autoren der Studie mehrfach betonen.

Stable Coins: Stabilität in Grenzen

Sorge bereitet den Autoren dabei die Stabilität der Stable Coins. Dass Stable Coins immer in der Lage sind das beabsichtigte Werteverhältnis zum Basiswert nachzubilden, wird angezweifelt. Gerade in Folge einer größeren Adaption sieht man die Gefahr, dass sich Haushalte und Unternehmen zu sehr auf Stable Coins verlassen und Risiken unterschätzen. So können neben Marktrisiken, auch Sicherheitsdefizite in der Handhabung von Wallets und Private Keys Risiken beherbergen.

Auch das reguläre Finanzsystem könnte durch eine Skalierung
von Stable Coins überfordert werden, wenn Kapital aus bestehenden Nicht-Token-Infrastrukturen
in Euro–Token, Gold-Token oder Währungskorb-Token etc. fließt. Man befürchtet im
Grunde, dass durch das zunehmende Vertrauen in Stable Coins, das Vertrauen in
die alte Finanzinfrastruktur geschwächt wird, was wiederum zu systemischen
Instabilitäten führen kann. Hier werden vor allem Markt-, Kredit- und Liquiditätsrisiken
aufgeführt.

Vorgeschobene Sorgen?

Das Aufzeigen der makroökonomischen Risiken ist sicherlich berechtigt und wichtig, dennoch scheint es hierbei vor alle um eine Sorge zu gehen: Kontrollverlust. Die Aufgabe des Finanzstabilitätsrates FSB ist es schließlich die Übersicht und Kontrolle über unser Finanzsystem zu behalten, im Interesse der dahinterstehen G20-Nationen. Stable Coins sind daher vor allem eine Gefahr für die Kontrolle der Staaten und Institutionen über das Finanzsystem.

Schließlich können Stable Coins auch außerhalb der gut kontrollierten Geschäftsbanken-Infrastruktur versendet und verwahrt werden. Eng mit dem FSB ist auch die Bank aller Banken, die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIS), vernetzt. Schließlich befindet sich der Sitz des FSB in den gleichen Räumlichkeiten der BIS (Basel). Gleichzeitig sind neben den Mitgliedsstaaten auch Weltbank, EZB und Europäische Kommission Mitglied im FSB. Entsprechend naheliegend ist es, dass das FSB zu einer gleichfalls kritischen Position über Stable Coins kommt wie die Regierungschefs und Finanzminister, die sich aus den G20-Nationen zahlreich kritisch zu privaten Stable Coins geäußert haben.

Central Bank Digitial Currency (CBDC) vs. Libra

Die „Ur-Angst“ zeigt sich an dem Facebook-Projek Libra. Selbst die Chinesische Notenbank hatte ihre digitale Zentralbankwährung bereits damit begründet, dass es wichtig ist, den privaten Stable-Coin-Initiativen wie Facebooks Libra etwas entgegenzusetzen.

Wenn nun aber private Stable Coins an den CBDC-Projekten der Zentralbanken vorbeiziehen, dann ist das sehr nachteilig für die traditionellen Finanzinstitutionen und Staaten. Genau wie für Geschäftsbanken wird die ehemals lästige Regulierung zu einem immer stärkeren Schutzwall für die Hoheit im Finanz- und Geldsystem.

Auch wenn der Stable Coin von Libra in seiner ursprünglichen Konzeption, der eines Währungskorbes, vorerst nicht zugelassen wird, hat man bereits einen vielversprechenden Ausweg gefunden. Libra hat sein Konzept umgestellt und versucht nun jeweils eine einzelne Fiatwährung, ähnlich wie Tether, abzubilden. Es existieren nicht verifizierte Gerüchte, dass sehr zeitnah mit Updates von Facebook zu rechnen ist. Wie dem auch sei, dürfte das Thema Stable Coins durch Facebook in den nächsten Wochen und Monaten deutlich an Fahrt aufnehmen. Auch ein Go live von Libra ist damit dieses Jahr noch denkbar.

Kompetent restriktiv

Neben einem Bedeutungsverlust durch nicht staatliche Krypto-Infrastrukturen, besteht die Sorge, dass Stable Coins Geldwäsche begünstigen und Kapitalverkehrskontrollen unterminieren. Auch hier greift die Logik, dass es keiner Geschäftsbanken-Infrastruktur für Stable Coins bedarf. Politische Maßgaben können also einfacher umgangen werden. Gerade die Beachtung unterschiedlicher Jurisdiktionen stellt hier eine große Herausforderung dar, zumal es an verbindlichen Standards fehlt.

Man denke hier zum Beispiel an den Transaktionsstandards SWIFT, der einen internationalen Standard für den Zahlungsverkehr darstellt sowie klare Regeln definiert und über den auch Sanktionen ausgeübt werden können. Mit Stable Coins würde man diesen Standard schwächen beziehungsweise in Teilen umgehen können.

Trotz dieser restriktiv wirkenden Argumentation hat das FSB einen kompetenten Bericht erstellt, der ausführlich die Risiken und regulatorischen Herausforderungen von Stable Coins skizziert. Die Empfehlungen, die das FSB ausspricht, dürften als wichtige Grundlage für zukünftige regulatorische Entscheidungen von Regierungen und Institutionen herhalten. Man darf dabei nicht vergessen, dass es sich nicht um die Innovationsabteilung von Facebook handelt, sondern um einen Rat, der der Finanzstabilität und den Interessen seiner Mitglieder verpflichtetet ist.