Calibra wird zum Novi: Facebook benennt sein Wallet um

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Diese Woche hat Facebook eine Namensänderung für seine Calibra Krypto-Wallet angekündigt, bei der es um einen wichtigen Bestandteil seines digitalen Libra-Zahlungssystems handelt. Das Rebranding wird jedoch keine Änderungen in der Funktionalität und Funktionsweise der Wallet bedeuten, die bisher als Calibra bekannt war.

Da die Namen Libra und Calibra zu ähnlich klangen und die Menschen verwirrt waren, soll die Namensänderung nun für Klarheit sorgen. Laut der Pressemitteilung wurde der Name Novi von den lateinischen Wörtern „novus“ für „neu“ und „via“ für „weg“ inspiriert. Die virtuelle Geldbörse, die der virtuellen Währung Libra zugeordnet ist, wird ab jetzt als Novi bezeichnet.

Calibra und Libra: Ähnlichkeit der Namen war ursprünglich beabsichtigt

Obwohl die Namensänderung als ein Versuch zur Unterscheidung zwischen dem Libra-Netzwerk und der Calibra-Wallet erklärt wurde, erklärte der Sprecher auch, dass die Ähnlichkeit der Namen zwischen Libra und Calibra ursprünglich beabsichtigt war.

„Als wir im vergangenen Juni Libra und Calibra ankündigten, wollten wir zeigen, dass Calibra, die digitale Geldbörse, eng mit Libra, dem globalen Zahlungssystem, in Verbindung steht. Beide Marken sind aus derselben Vision heraus entstanden, um den Menschen einen besseren Zugang zum globalen System zu ermöglichen. Wir haben jedoch festgestellt, dass Calibra und Libra zu ähnlich klangen und die Menschen verwirrt waren. Deshalb haben wir uns vorgenommen, zwischen den beiden zu unterscheiden“, erklärte ein Facebook-Sprecher.

Trotz der Änderung des Namens ist das Ziel gleichgeblieben: Menschen auf der ganzen Welt den Zugang zu erschwinglichen Finanzdienstleistungen zu erleichtern. Facebook möchte ein sicheres, digitales Zahlungssystem aufbauen, mit dem Benutzer Geld in Facebooks Apps kostenlos und ohne Bankgebühren austauschen können.

Schafft es Facebook, die behördliche Genehmigung zu erhalten?

Diese Änderung ist die letzte in einer Reihe von Verbesserungen am Libra-Netzwerk, seit seiner Enthüllung im vergangenen Juni. Seitdem haben die globalen Banken und Aufsichtsbehörden das Projekt eingehend geprüft. Im Moment hat Facebook noch Probleme, die behördliche Genehmigung für sein Projekt zu erhalten.

Zentralbanken äusserten Bedenken, dass dies die Geldpolitik destabilisieren und die Geldwäsche erleichtern könnte. Als Reaktion darauf erklärte die Libra Association, es werde „Stablecoins“ anbieten, die von einzelnen nationalen Währungen unterstützt werden. Ursprünglich war es geplant, die Kryptowährung Libra mit einem Korb aus Staatsanleihen und verschiedenen Währungen abzusichern, doch nun soll es auch Libra-Einheiten geben, die an einzelne nationale Währungen fest gekoppelt sind. Nachdem Facebook die Kryptowährung entwickelte, überliess es die Kontrolle und Lizenzierung einer Organisation mit Sitz in der Schweiz.

Facebook sieht immer noch Potenzial im Libra-Projekt

Facebook war in unterschiedlichem Masse mit Widerständen gegen das Projekt konfrontiert, wobei viele der ursprünglichen Libra-Partner wegen Fragen der Regulierung, der Datensicherheit und der Opposition der lokalen Behörden vom Projekt zurückzogen. In der Tat haben verschiedene Regierungen Bedenken geäussert und sogar direkte Blockaden des von Facebook vorgeschlagenen Zahlungsnetzwerks gemeldet.

Obwohl immer mehr Partnerorganisationen ihre Unterstützung überdenken, aber auch die Regierungen mehr Kontrolle über Facebook fordern, sieht Facebook offensichtlich immer noch Potenzial in dem Projekt. Zwar hat es möglicherweise grosse Namen wie PayPal bereits verloren, doch auch Unterstützer wie MasterCard, Visa und Stripe überdenken ihre Optionen und ziehen sogar einen vollständigen Ausstieg in Betracht. Im Februar ist jedoch Shopify der Libra Association beigetreten und könnte Facebook dabei helfen, den E-Commerce in seinen Apps stärker in den Fokus zu rücken.

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Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Wie man mit Geld mehr Geld macht

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Libra, die geplante Kryptowährung aus dem Hause Facebook, ist als Stable Coin konzipiert. Neue Informationen zeigen, wie der Zuckerberg-Konzern daraus Profit schlagen will.

Libra oder der „Facebook-Coin“ ist ein umstrittenes Projekt. Die geplante Kryptowährung, die als Stable Coin Verwendung im internationalen Zahlungswesen finden soll, stieß bei Behörden wie bei Datenschützern auf Stirnrunzeln. Zwei Fragen, die sich unweigerlich aufdrängen, sind: Ein privates Milliardenunternehmen, das für seinen freizügigen Umgang mit Kundendaten bekannt ist, soll eine allgemein verwendbare Währung herausgeben – kann das gut gehen? Und: Warum hat Facebook ein so großes Interesse daran, das zu tun? Auf letztere Frage gibt es nun eine (wenig überraschende) Antwort.

Facebook will mit Libra abkassieren

Wie aus einer Abschrift einer Facebook-Shareholder-Versammlung hervorgeht, wurde Mark Zuckerberg am Mittwoch gefragt, welchen finanziellen Vorteil das Libra-Projekt für Facebook haben solle.

Zuckerberg antwortete darauf, dass er davon ausgehe, dass die Kryptowährung Werbung auf Facebook effektiver machen könne. Dabei zielt er vor allem auf Unternehmen ab, die auf Facebook Werbung schalten – sie sollen durch Libra mehr Kunden erreichen können, wodurch wiederum der Anteil, den Facebook davon bekommt, größer werden soll.

Hier sei vor allem die Möglichkeit vielversprechend, dass Nutzer, die Werbung auf Facebook bekommen, die Produkte auch direkt mit der integrierten Kryptowährung Libra bezahlen können. Das wiederum steigere den Wert der Werbeplätze, für die bei Facebook keine Preise festgesetzt sind. Vielmehr können sich Unternehmen diese ersteigern.

Das bedeutet letztlich auch, [….], dass, wenn wir den Handel für Unternehmen effektiver gestalten [….] und jemand auf Werbung klickt, auch viel eher etwas kauft, weil er tatsächlich auch eine Zahlungsmöglichkeit hat, die funktioniert. Dann wird es prinzipiell auch für Unternehmen interessanter, mehr dafür zu bieten und wir sehen für die Werbung insgesamt steigende Preise.

Mark Zuckerberg

Insgesamt betonte der Facebook-Chef darüber hinaus, dass er davon ausgehe, dass Libra „eine großartige Sache für Menschen auf der ganzen Welt“ sei.

Ich glaube es wird alles in allem der Wirtschaft helfen. Wir werden dazu in der Lage sein, am Wertschöpfungsprozess teilzunehmen, indem wir höhere Preise auf Werbung setzen, wenn Unternehmen [unsere] Tools nutzen.

Mark Zuckerberg

Mehr zum „Zuck-Buck“

Libra war ursprünglich als Stable Coin konzipiert, der seinen Wert aus verschiedenen Währungen wie Euro, japanischer Yen, US-Dollar und ähnlichen beziehen sollte. Nachdem es dann jedoch internationale Kritik gehagelt hatte, ruderte der Facebook-Schwesterkonzern zurück. Zu Beginn des Jahres hatte das Unternehmen dann den Kurs gewechselt und verkündet, dass es stattdessen mehrere gesonderte Stable Coins herausgeben will. Doch auch hier stieß das in der Schweiz gemeldete Unternehmen auf Gegenwehr – vor allem die US-Börsenaufsicht meldete Zweifel ob der regulatorischen Klarheit des Projektes an.

Zuckerberg bestätigt: Libra soll Facebook höhere Werbeeinnahmen einspielen

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Die geplante Facebook Kryptowährung Libra soll es dem sozialen Netzwerk ermöglichen, höhere Einnahmen durch Werbeanzeigen zu erzielen, wie Geschäftsführer Mark Zuckerberg am Mittwoch im Rahmen einer Aktionärsversammlung erklärt hat. Dies geht aus einem offiziellen Transkript hervor, das Cointelegraph vorliegt.

Die entsprechenden Äußerungen machte Zuckerberg, als er gefragt wurde, wie Facebook von der firmeneigenen Kryptowährung profitieren will.

Daraufhin antwortete der CEO des sozialen Netzwerks, dass Libra den Onlinehandel für viele Unternehmen profitabler macht, was Facebook wiederum höhere Werbeeinnahmen bescheren wird. Im vergangenen Jahr hat Facebook 69,6 Mrd. US-Dollar durch Werbeeinnahmen verdient, was mehr als 98 % des Gesamtumsatzes im Jahr 2019 ausmacht.

Die Rechnung von Zuckerberg gestaltet sich deshalb wie folgt:

„Wenn Unternehmen eine Werbeanzeige schalten und jemand draufklickt, dann ist es zukünftig umso wahrscheinlicher, dass dadurch etwas gekauft wird, da die Nutzer eine direkte Zahlungsmöglichkeit [Libra] zur Verfügung haben. Dementsprechend wird es für Unternehmen lohnender, höhere Preise für Werbeanzeigen zu bezahlen. So werden die Preise für Werbung insgesamt nach oben gehen.“

In diesem Zusammenhang ist der Facebook CEO auch überzeugt davon, dass sich die eigene Kryptowährung durchsetzen wird, da der Zahlungssektor „ein Bereich ist, dessen grundlegende Infrastruktur schon länger nicht erneuert wurde“. Libra soll dahingehend Abhilfe schaffen und Zahlungsabwicklungen deutlich effizienter machen.

Calibra heißt jetzt Novi

Damit diese Hoffnung Wirklichkeit wird, arbeitet Facebook an viele Fronten an der Umsetzung der eigenen Kryptowährung. Im Zuge dessen wurde die angehörige Wallet Calibra Anfang der Woche in Novi umgetauft, um etwaige Verwechselungen mit Libra zu vermeiden. Obwohl auch Wallets von Drittanbietern mit der Kryptowährung kompatibel sein sollen, hat Novi einen massiven Vorteil, da sie in die Facebook-Dienste WhatsApp und Messenger eingebunden werden soll, die gemeinsam 2 Mrd. Nutzer verzeichnen.

Wie ein Novi-Sprecher gegenüber Cointelegraph angibt, soll die Facebook Krypto-Wallet veröffentlicht werden, „sobald die Libra-Blockchain betriebsbereit ist und alle nötigen Genehmigungen und Freigaben eingeholt wurden.“

Facebook will Kritiker besänftigen

Ursprünglich war die Einführung von Libra für das erste Halbjahr 2020 geplant, allerdings befindet sich Facebook noch immer in hitzigen Verhandlungen mit den Regierungen und Aufsichtsbehörden der Welt.

Im April 2020 hat die Libra Association deshalb den Projektentwurf der Kryptowährung angepasst, um die größten Kritikpunkte abzumildern. Darüber hinaus hat die Organisation, die für den Betrieb der Kryptowährung und Blockchain verantwortlich ist, inzwischen einige einflussreiche Köpfe der Finanzwelt eingestellt, was für eine verbesserte Zusammenarbeit mit den Behörden sorgen soll.

Der Blockchain-DAX: So schützen wir unsere Industrie vor dem Silicon Valley

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Während Amazon von Rekord zu Rekord jagt, sieht es um die Arbeitsplätze in der Old Economy schlechter denn je aus. Auch viele Blockchain-Projekte verlieren stark an Boden. Wie DAX-Konzerne mit Blockchain-Start-ups kooperieren müssen, damit sie in Zukunft nicht zu einfachen Dienstleistern von Apple, Google & Co. degradiert werden. Das Freitagskommentar.

Was war neben Bitcoin und dessen Gegenentwurf zum bestehenden Banken- und Geldsystem nochmal der größte und wichtigste Ansatz der Blockchain-Ökonomie? Die Re-Dezentralisierung von Daten! Es geht darum, die immer größer werdenden Datensilos von Facebook & Co. trocken zu legen, um autonom über die eigenen Daten zu bestimmen und so die Kontrolle über Monetarisierung, Ansammlung und Verifizierung von Daten zurückzugewinnen.

Dies sollte nicht auf revolutionäre Art und Weise geschehen, sondern durch dezentrale Lösungen, die schlichtweg einen höheren Nutzen stiften als ihre zentralistischen Pendants. Mit der Konsequenz, dass diese schleichend zu einer gesünderen Dezentralität führen, die den immer größer werdenden Machtüberhang der Web-2.0-Ökonomie reduziert – mehr Evolution als Revolution. Mit Blick auf die letzten Monate ist im Zuge der Corona-Krise allerdings das Gegenteil geschehen. Während viele Branchen zurückgeworfen wurden, wurden die Plattformbetreiber – AirBnB mal ausgeschlossen – auf das nächste Level gehoben.

Alexa kann sein Glück kaum fassen

Kann zu viel Erfolg unangenehm sein? Wenn es jemanden gibt, der diese Frage beantworten könnte, dann wäre es Amazon-Chef Jeff Bezos. Durch den Corona-Lockdown hat der Internet-Versandhändler enorme Umsatzsteigerungen verzeichnen können. Losgelöst von hohen Umsatzzahlen dürfte vor allem die Datenkrake Alexa von Amazon mehr denn je gelernt haben. Während manche Kinder durch Schulausfall ein Schuljahr verpasst haben und immer noch verpassen, hat Alexa innerhalb weniger Monate direkt mehrere Klassen übersprungen.

Dadurch, dass die ganze Familie 24 Stunden am Tag zu Hause war, wurden die Alexa-Datensilos und Algorithmen gefüttert wie noch nie. Wir haben Daten im Gegenwert von mehreren Milliarden Euro, auch wenn es unmöglich ist, hier einen genauen Betrag zu beziffern, an Amazon verschenkt, damit der Versandhändler noch mehr über unsere (Konsum-)Wünsche lernt.

Zwar mag Amazon der absolute Gewinner gewesen sein, aber auch viele andere Plattformangebote wie Facebook, Netflix oder Google haben neben ihren offensichtlichen Gewinnen große Datengewinne eingefahren. Man denke an dieser Stelle nur an die ganzen Google Hangouts oder Zoom Calls, über die die Geschäftswelt zusammengehalten wurde. Ihre Marktmacht hat zugenommen, während die Old Economy kleingestutzt wurde.

Was ist mit den Blockchain-Angeboten?

Man müsste meinen, dass die Corona-Krise auch eine Steilvorlage für Blockchain-Anwendungen ist. Der Werteaustausch über digitale Infrastrukturen ist mehr denn je notwendiger geworden. Vor allem die zahlreichen dezentralen Corona Apps auf Blockchain-Basis haben es immer wieder in die News geschafft. Doch auch nach dem Hackathon der Bundesregierung, bei dem mehrere Blockchain-Use-Cases – wie beispielsweise Blockchain-Wertmarken oder Krankenscheine – hervorgehoben wurden, muss man sich die Frage stellen, was jetzt wirklich auf Blockchain-Basis kommerziell umgesetzt worden ist.

Bislang steckt man noch im Konzeptstadium fest, trotz guter Ideen und engagierter Start-ups sowie Verbänden wie Bundesblock oder Bitkom. Die Blockchain-Lösungen schaffen es noch nicht, ihre PS auf die Straße zu bringen. Folglich bleiben Lösungen, die unsere Daten vor dem Zugriff zentraler Akteure schützen, aus.

Sogar der Staat sollte hier ein Interesse haben, um sich nicht noch abhängiger von Facebook & Co. zu machen. Würde man alle Privatsphäre-Bedenken über Bord werfen, dann würde Stand jetzt die beste und erfolgversprechendste Corona-Tracking-App von Facebook oder Google kommen. Ein Gedanke, der Staat wie Zivilgesellschaft Angst machen sollte.

Es geht nicht um Jahre, sondern um Monate

Die Machtverschiebung der Plattform-Ökonomie gegenüber dem Rest aller anderen Akteure wie Staaten, Organisationen, Old Economy sowie dezentralen Alternativen, macht noch in diesem Jahr einen großen Sprung. Zum einen ist zu erwarten, dass Facebook mit anderen Konsortial-Unternehmen der Libra Association seinen Stable Coin herausbringt. So gering der anfängliche Impact auch sein mag, wird damit eine neue Grenze zu Gunsten der Tech-Konzerne verschoben. Im Rahmen einer Scheindezentralität – das Libra-Konsortium besteht aus 100 Unternehmen mit den gleichen Interessen – schafft Facebook einen genialen Coup. Bei dem, so wie es aktuell ausschaut, auch der Staat nur hilflos zuschauen kann.

Aber auch weniger krypto-bezogene Silicon-Valley-Projekte stärken die Position der Datenkraken. So sorgte Apple letzte Woche mit Gerüchten zu Apple Glasses für Aufsehen. Die Brille mit Augmented-Reality-Funktion wird neben dem Smartphone zu einem neuen Datensammler. Die Anzahl derartiger internetfähiger Endgeräte (IoT) nimmt in Zukunft eher exponentiell als linear zu. Ganz gleich, ob Apple-Brille oder neue Sensorik im Auto; die datengetriebenen Fangarme dringen in immer tiefere Bereiche unseres Lebens ein. Die Folge ist, dass noch mehr Marktanteile und Wertschöpfung an die genannten Tech-Konzerne fließen.

David gegen Goliath

Die Deutungshoheit über dezentrale Strukturen geht von dem ursprünglichen Impulsgeber, der Krypto-Ökonomie, immer stärker zu alten zentralistischen Akteuren, sei es Facebook oder der chinesische Staat mit seinem digitalen Renminbi, über. Die Corona-Krise, die vielen Krypto-Projekten die notwendige Anschluss-Finanzierung unter dem Boden wegreißt, während Plattformanbieter noch mehr Umsatz machen, verstärkt diese Tendenz nur noch weiter. Es ist wichtig, dass die wirklich dezentralen Blockchain-Projekte massiv unterstützt werden, um schnell Fahrt aufnehmen zu können.  

Es geht nicht darum, Facebook, Amazon oder Google zu schaden, sondern lediglich darum, die gefährliche Dynamik des datenzentrierten Machtüberhangs zu regulieren. Letztlich hat auch die Old Economy ein Interesse daran, auf wirklich dezentrale Blockchain-Lösungen zu setzen. Andernfalls nimmt die Wahrscheinlichkeit immer stärker zu, von den Datenkraken geschluckt zu werden.

Silicon Valley übernimmt unsere Automobilindustrie, wenn nicht…

Damit diese Datenumverteilung beziehungsweise Re-Dezentralisierung gelingen kann, braucht es das Kapital der Old Economy. Konkret sind damit DAX-Konzerne wie beispielsweise Automobil- oder Maschinenbauer gemeint. Durch die Digitalisierung und Neuerungen wie autonomes Fahren, verändert sich die Wertschöpfung der Automobilindustrie. Vereinfacht gesagt, wird das Geld immer weniger mit dem Fahrzeugbau verdient, sondern über die Software-, Kommunikations- und Multimedia-Angebote im Fahrzeug.

Dadurch kann es passieren, dass Daimler und VW in der Wertschöpfungskette immer weiter mehr zu dem werden, was gegenwärtig die Näherinnen in Bangladesch sind: das letzte Glied in der Wertschöpfungskette. Stattdessen würden Apple, Google und Uber durch Plattformangebote und datenbasierte Geschäftsmodelle das Groß an Wertschöpfung in der Automobilindustrie abschöpfen, wenn man nicht den Schulterschluss mit den dezentralen Blockchain-Projekten wagt.

Blockchain-Pilotprojekt: Marketing- oder F&E-Budget?

Aktuell hat man noch die Wahl, wer die Daten im Automobilsektor zukünftig sammelt. Unternimmt die Old Economy nichts, werden die genannten Plattformakteure die potentiellen Daten für sich vereinnahmen und zum Nachteil der Old-Economy-Marktanteile monetarisieren.

Alternativ entscheidet man sich für Blockchain-Lösungen, um Daten gemeinsam mit seinen Kunden zu monetarisieren. Anstatt Schönwetter-Blockchain-Pilotprojekte, wie sie viele DAX-Konzerne vorzuweisen haben, auf den Weg zu bringen, müsste man jetzt ein branchenübergreifendes “Blockchain-Rettungspaket” aufsetzen.

Beispiele, die den Weg skizzieren

Wem das zu schwammig ist, der sollte sich aktuelle Projekte anschauen, die Lösungsansätze für die Old & Blockchain Economy skizzieren. Denn bei aller Kritik an der Lethargie mancher Alt-Konzerne, gibt es durchaus hoffnungsvolle Blockchain-Projekte. Hier zu nennen ist beispielsweise das Blockchain–Unternehmen Riddle&Code. Dieses arbeitet gemeinsam mit Automobilherstellern an Blockchain-Lösungen, wie unter anderem Car Wallets.

Ein anderes „Automobil-Blockchain-Projekt“ stammt unter anderem von Bosch und dem Blockchain-Projekt Streamr. In ihrem Pilotprojekt, bei dem unter anderem auch Jaguar und ebenfalls Riddle&Code mitwirken, wird an einem „Internet für Autos gebaut“, das auf der Token-Ökonomie aufsetzt. Ähnliche Projekte, wenn auch bislang ohne kommerzielle Umsetzung, gab es zwischen IOTA und der Automobilindustrie.

50 Milliarden anstatt 50 Millionen

Anstatt 50 Millionen Euro für eine Handvoll netter Pilotprojekte auszugeben, müsste man jetzt in anderen Größenordnungen denken und den Angriff nach vorne wagen. Ideen gibt es genug, nur nicht die Bereitschaft, auch das Geld für deren Umsetzung auszugeben.

Die Corona-Krise und aktuelle Rezession hat unsere Old Economy angezählt. Noch können die einst stolzen DAX-Konzerne das Ruder rumreißen. Anstatt auf billiges Geld durch expansive Zentralbankmaßnahmen, Konjunkturprogramme sowie Stellenkürzungen zu setzen, sollte man die vorhandenen Reserven in die digitalen Infrastrukturen investieren. Wer das Geld lieber in Verbrennungsmotoren, anstatt in künstliche Intelligenz, das Internet der Dinge und Blockchain investiert, wird in Zukunft zum einfachen Dienstleister der Plattformgiganten degradiert.

Facebook-Coin: Calibra-Wallet bekommt neuen Namen

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Das Royal Melbourne Institute of Technology will Blockchain-Experten ausbilden – mit freundlicher Unterstützung vom Privatsektor.

Die Corona-Kirse hat den Digitalisierungsdruck auf Firmen weiter verstärk. Die Kontakbeschränkungen treffen Unternehmen, die ihr Geschäft vornehmlich im „Meat Space“ betreiben, mit besonderer Härte. Bei der Umstellung auf digitale Infrastrukturen spielt Sicherheit eine zentrale Rolle. Die Blockchain-Technologie bietet einen möglichen Weg dafür, einen sicheren Datenaustausch zu ermöglichen. Bestes Beispiel dafür ist Bitcoin, das seit seiner Genese im Jahr 2009 noch nicht gehackt wurde.

Blockchain-Wissen wird zur „geschäftskritischen“ Qualifikation

Für den Eintritt ins Blockchain-Zeitalter mangelt es vielen Unternehmen indes an der notwendigen Blockchain-Expertise. Fähige Köpfe sind rar gesät, was unter anderem an fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten liegt. Die Melbourner Universität RMIT (Royal Melbourne Insitute of Technology) will diesen Umstand nun beseitigen – zumindest in Australien. In Zusammenarbeit zwischen dem Technologieriesen IBM, dem IT-Security-Unternehmen Palo Alto sowie Stone & Chalk, einem Anbieter von Coworking-Spaces bietet die Uni nun zwei neue Postgraduierten-Programme an, die sich dezidiert den Themen Blockchain beziehungsweise IT-Sicherheit widmen.

Helen Souness, CEO von RMIT online, erklärt die Motivation hinter den neuen Kursen mit der Corona-Pandemie:

In den letzten Monaten haben wir eine bedeutende Veränderung der traditionellen Arbeits- und Geschäftspraktiken beobachtet. Die Unvorhersehbarkeit unseres derzeitigen Umfelds erfordert, dass wir unser Verständnis der digitalen Landschaft stärken und beschleunigen. Cybersicherheit und Blockchain-Technologien entwickeln sich zu geschäftskritischen Fertigkeiten, und wir bieten die Schulungen an, die diese Fertigkeiten in unserer Belegschaft vermitteln,

Die neuen Postgraduierten-Programme beginnen im Oktober 2020 und haben eine Laufzeit von neun Monaten.

Wem der Weg nach Australien zu weit ist, um seine Blockchain-Expertise zertifizieren zu lassen, dem sei indes unsere Academy wärmstens ans Herz gelegt.

Verwechslungsgefahr für Libra? – Facebook Krypto-Wallet Calibra wird in Novi umgetauft

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Calibra, die zum Krypto-Projekt von Facebook gehörende Wallet, wurde in Novi umbenannt.

Der Hauptgrund für die Namensänderung ist die zu große Ähnlichkeit mit der zugehörigen Facebook Kryptowährung Libra, wie ein Novi-Sprecher gegenüber Cointelegraph bestätigt:

„Als wir Libra und Calibra letzten Juni vorgestellt hatten, wollten wir zeigen, dass unsere digitale Wallet Calibra zu unserer Digitalwährung Libra gehört. Beide Marken waren durch die gemeinsame Vision verbunden, allen Menschen eine Teilhabe an der Weltwirtschaft zu ermöglichen. Allerdings sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass die Namen Calibra und Libra zu ähnlich klingen und für Verwirrung sorgen, weshalb wir jetzt eine klare Unterscheidung zwischen den beiden herstellen.“

Der neue Name leitet sich aus den lateinischen Worten „novus“ für „neu“ und „via“ für „Weg“ ab, was darauf hinweisen soll, dass die Novi-Wallet nicht die einzige Wallet auf der Libra-Blockchain sein soll. „Wir hoffen, dass Novi nur eine von vielen Wallets ist“, wie der Sprecher dahingehend meint.   

Angesprochen auf einen möglichen Einführungszeitpunkt gibt dieser an: „Wir hoffen, dass wir eine Vorabversion von Novi veröffentlichen können, sobald die Libra-Blockchain betriebsbereit ist und alle nötigen Genehmigungen und Freigaben eingeholt wurden.“

Laut der offiziellen Pressemitteilung soll Novi sowohl als eigenständige App als auch in den Facebook Messenger und WhatsApp integriert werden. Die beiden zu Facebook gehörenden Messenger-Dienste haben jeweils 1,3 Mrd. bzw. 2,3 Mrd. Nutzer.

Interessierte Nutzer müssen bei der Registrierung für Novi Ausweisdokumente einreichen, zudem sollen in die App verschiedene Mechanismen zum Schutz vor Betrug eingebaut sein. Scheinbar legt Facebook also erhöhten Wert auf Gesetzestreue, um das ohnehin schon in der Kritik stehende Krypto-Projekt nicht noch weiter zu gefährden.

Obwohl das neue Design der Novi-Wallet „die fließende Bewegung von Digitalwährungen“ symbolisieren soll, sind momentan ausschließlich die firmeneigenen Kryptowährungen von Libra mit dieser kompatibel. Die Facebook Kryptowährungen sind allesamt als sogenannte Stablecoins konzipiert und sollen zur Erreichung der namensgebenden (Wert-)Stabilität an verschiedene Landeswährungen angebunden sein. So gibt es den LibraUSD, angebunden an den US-Dollar, LibraEUR, angebunden an den Euro, und das LibraGBP, das wiederum an das Britische Pfund angebunden ist. Der LBR ist wiederum an einen Mix dieser verschiedenen Stablecoins gekoppelt.

Libra will Kritiker besänftigen

Anfang dieses Jahres hat die Libra Association, die für die Verwaltung des Krypto-Projekts zuständig ist, mehrere grundlegende Veränderungen vorgenommen, um die weltweite Kritik von Regierungen und Aufsichtsbehörden zu mildern. So wurden gewisse Freiheiten, die der Projektentwurf ursprünglich einräumte, inzwischen gestrichen.   

Um sich noch besser mit den Aufsichtsbehörden zu stellen, hat die Libra Association die namhaften Compliance-Experten Robert Werner und Stuart Levey an Bord geholt, die schon bei Großbanken wie Goldman Sachs und HSCB in ähnlicher Funktion tätig waren.

Libra-Vorstoß: Facebook drängt mit Jio nach Indien

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Facebook hat jüngst die Umsetzung von Libra nach einem mehrmonatigen Stillstand wieder angetrieben. Durch die Kooperation mit Jio baut Facebook zudem ein Netzwerk in Indien auf, das die Einführung beschleunigen soll. Ein Gastartikel von Asia Observatory.

Facebook hat in Indien eine chaotische Geschichte hinter sich. Im Jahr 2013 gründete das Unternehmen Internet.org, mit dem Ziel, Millionen von Menschen in Indien kostenloses Internet anzubieten, was mit einer starken Einschränkung des Internetzugangs verbunden war. Das Unternehmen geriet wegen Verletzung der Netzneutralität in die Kritik, und zog 2016 die Plattform aus Indien zurück, nachdem die Regulierungsbehörden das Projekt abgelehnt hatten.

Facebook hat Indien jedoch nicht aufgegeben. Vor kurzem investierte es jeweils rund 15 Millionen US-Dollar in das Social-Commerce-Unternehmen Meesho und das Edtech-Start-up Unacademy. Es kämpft auch gegen TikTok, das in Indien bis Ende 2020 voraussichtlich 350 Millionen Nutzer haben wird. Letzten Monat schließlich stimmte Facebook zu, 5,7 Milliarden US-Dollar für eine 9,99-prozentige Beteiligung an Jio Platforms mit Sitz in Mumbai zu investieren – die größte ausländische Direktinvestition in indische Technologie, die jemals getätigt wurde.

Facebook bündelt Kräfte mit Jio

Jio Platforms ist eine drei Jahre alte Tochtergesellschaft von Indiens größtem Unternehmen in privater Hand, Reliance Industries. Das Unternehmen umfasst den Musik-Streaming-Dienst JioSaavn, den Video-Streaming-Dienst JioCinema, Smartphones, Breitband, Zahlungen und hält Beteiligungen an Jio Infocomm, dem drittgrößten Mobilfunknetzbetreiber der Welt.

Die zuletzt gemeldete Nutzerzahl von Jio belief sich auf 388 Millionen, während Facebook 700 Millionen eigene Nutzer in Indien hat. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass Mukesh Ambani, der Vorsitzende von Reliance Industries und reichste Mann Asiens, Jio weltweit als Plattform für digitale Dienste wie Google oder Alibaba bekannt machen will.

Eine Zusammenarbeit, mit der die beiden Unternehmen beginnen werden, ist die zwischen JioMart, einem Joint-Venture-E-Commerce-Unternehmen mit Indiens größter Einzelhandelskette, und WhatsApp von Facebook. Benutzer werden über JioMart Artikel in lokalen Geschäften in WhatsApp bestellen können.

Konkurrenz zu Google

Facebook könnte somit zu einem konkurrierenden Zahlungsgeschäft für Google Pay, Alibaba und anderen werden. Der Vizepräsident und Geschäftsführer von Facebook Indien sagte jedoch, dass dies „nur dazu dienen soll, die Kleinunternehmen in der Wirtschaft zu fördern“.

Viele andere haben auf die Tatsache hingewiesen, dass die beiden Unternehmen hinter zwei der profiliertesten Blockchain-Projekte stehen. Reliance Jio kündigte im vergangenen Jahr Pläne an, innerhalb von 12 Monaten das weltgrößte Blockchain-Netzwerk aufzubauen, mit zehntausenden von Knotenpunkten, die vom ersten Tag an betriebsbereit sein sollen.

Damals sagte Mukesh Ambani, dass er das größte Blockchain-Netzwerk der Welt aufbauen wolle:

Durch den Einsatz von Blockchain können wir beispiellose Sicherheit, Vertrauen, Automatisierung und Effizienz bei fast jeder Art von Transaktion erreichen. Und mit Blockchain haben wir auch die Möglichkeit, ein brandneues Modell für den Datenschutz zu erfinden, bei dem indische Daten, insbesondere Kundendaten, durch Technologie im Besitz und unter der Kontrolle der indischen Bevölkerung sind und nicht von Unternehmen, vor allem globalen Konzernen, kontrolliert werden.

Indien lockert Krypto-Verbote

Facebooks Libra ist mit Ausnahme von Bitcoin das wahrscheinlich bekannteste Blockchain-Projekt der Welt. In diesem Jahr öffneten sich die Türen, damit die Währung in Indien funktioniert. Im März hob der Oberste Gerichtshof Indiens ein von der indischen Zentralbank (Reserve Bank of India, RBI) verhängtes Verbot von Zahlungen in Kryptowährung auf. Facebook hatte zuvor angekündigt, dass es Libra aus Indien fernhalten würde, doch diese Ankündigung erfolgte noch vor dem Hintergrund eines allgemeinen Krypto-Verbots.

Daten belegen zudem, dass Indien ein geeigneter und großer Markt für Libra sein könnte. Eine diesjährige Umfrage des britischen Marktforschungsinstituts Ipsos MORI und des wirtschaftspolitischen Think-Tanks „Official Monetary and Financial Institutions Forum“ (OMFIF) ergab, dass Indien eine der höchsten Zustimmungen zu digitalen Währungen hat, viel höher als westliche Länder.

Welchen Unterschied könnte die Partnerschaft zwischen Facebook und Jio für ihre Blockchain-Projekte machen? Beide Unternehmen könnten die Nutzerbasis des jeweils anderen nutzen, um ihren Produkten Starthilfe zu geben. Eine Partnerschaft mit Ambanis Imperium könnte sich auch als hilfreich erweisen, um die Interessen von Facebook durch Lobby-Arbeit zu stärken. Zusätzlich zur öffentlichen Wahrnehmung digitaler Währungen könnte die Dämonisierungspolitik von Premierminister Narendra Modi als Tor zu einer von der indischen Rupie unterstützten Libra fungieren.

Verbleibende Hürden

Doch Namrata Shukla von AMBCrypto, einer Krypto-Währungspublikation, ist von den Spekulationen nicht begeistert. Shukla weist darauf hin, dass Jio Infocomm ihre Position zu digitalen Währungen noch nicht erklärt hat. Darüber hinaus glaubt Shukla, dass die RBI Libra nicht gutheißen würde und sie vor Gericht anfechten oder Gesetzesvorlagen im Parlament voranbringen würde, um digitale Währungen zu beschneiden (das Parlament hat bereits eine Gesetzesvorlage gegen die Kryptowährung zur Prüfung vorgelegt).

Wir werden bis Ende dieses Jahres warten müssen, um zu sehen, ob Jios Blockchain wie geplant zum Vorschein kommt. Was Facebook betrifft, so könnten die indischen Behörden trotz der Akzeptanz digitaler Währungen im eigenen Land nicht darauf warten, dass andere Länder Libra übernehmen, bevor sie dem Beispiel folgen. Nichtsdestotrotz haben zwei der größten Technologiegiganten der Welt vorerst noch die aufregende Gelegenheit, endlich Blockchain-basierte Technologien für Hunderte von Millionen Menschen einzuführen.

Für die Legitimierung – Libra ernennt ehemaligen FinCEN-Chef zum Justiziar

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Die Libra Association, die Organisation hinter der geplanten Facebook Kryptowährung Libra, hat am 19. Mai Robert Werner zum neuen Justiziar ernannt, um das Krypto-Projekt noch besser an die rechtlichen Vorgaben der Aufsichtsbehörden anzupassen.

Werner bringt dabei umfangreiche Erfahrung sowohl aus der Privatwirtschaft als auch aus dem öffentlichen Sektor mit, darunter seine Tätigkeit als Direktor des „Financial Crimes Enforcement Networks (FinCEN), eine US-Behörde des Finanzministeriums, die für die Bekämpfung von Geldwäsche zuständig ist. Zudem war er bei den großen Banken HSBC und Goldman Sachs in leitender Funktion verantwortlich.

Ehemaliger FinCEN-Chef zu Libra

In seiner neuen Funktion ist Robert Werner ab sofort Justiziar der Libra Association, die den Betrieb der Facebook Kryptowährung Libra übernehmen soll.

Zuletzt war Werner Geschäftsführer der GRH Consulting, Direktor des „Office of Foreign Assets Control“ (OFAC) und einer der leitenden rechtlichen Berater im Finanzministerium.

Zu seinem jüngsten Karriereschritt meint er nun:

„Ich habe mein Leben dem Kampf gegen Finanzkriminalität gewidmet und habe großen Organisationen dabei geholfen, rechtliche Compliance zu erreichen.“ 

„Ich freue mich, bei der Libra Association mitmachen zu dürfen und einen wichtigen Beitrag zur Revolutionierung des Zahlungssektors leisten zu können und Milliarden von Menschen Teilhabe am Finanzsystem zu ermöglichen“, so Werner weiter.

Libra will Kritik abfedern

Mit der Einstellung von Werner hat die Libra Association den nächsten hoch dekorierten Kopf gewonnen, um die Bedenken der Aufsichtsbehörden gegenüber der Kryptowährung zu beschwichtigen.

Am 6. Mai hatte die Libra Association bereits Stuart Levey zum neuen Geschäftsführer ernannt, der in der Regierung des ehemaligen Präsidenten Barack Obama für die Terrorismusbekämpfung mitverantwortlich war.

Seit der Veröffentlichung des Libra Projektentwurfs im vergangenen Jahr, hat die Kryptowährung heftigen Gegenwind von Politik und Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt erhalten. Dies hat Facebook inzwischen dazu veranlasst, einschneidende Änderungen am „Whitepaper“ von Libra vorzunehmen.

Weiterhin großes Potenzial

Der Ökonom John Vaz meinte vergangenen Monat, dass das Krypto-Projekt nichtsdestotrotz weiter großes Potenzial hätte und eine massive Bedrohung für die Marktherrschaft von Bitcoin (BTC) werden könnte.

„Sie zielen auf einen Markt ab, der wie für sie gemacht ist, da die Menschen bereits eifrig Transaktionen mit Facebook, Facebook Messenger, WhatsApp und Instagram, die allesamt zu Facebook gehören. Ausreichend Traffic haben sie also schon und ihre Nutzerbasis steht Finanztransaktionen schon jetzt aufgeschlossen gegenüber“, wie der Experte meint.

Wenn Libra auf den Markt kommt wird der Facebook Stablecoin also „eine riesengroße Chance auf Marktmacht vorfinden, die größer ist als jede andere Kryptowährung“, so Vaz.

Pantera Capital Mitgründer: „Regierungen sehen in Libra und Gram eine Bedrohung“

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Dr. Steven Waterhouse, einer der Mitgründer von Pantera Capital und der Geschäftsführer von Orchid (OXT), ist überzeugt, dass die amerikanische Regierung es auf jeden Fall verhindern wird, dass Privatunternehmen den US-Dollar ablösen.

In einem Interview, das noch vor der Meldung aufgezeichnet wurde, dass der Messenger-Dienst Telegram sein eigenes Krypto-Projekt gekippt hat, erklärte Waterhouse dementsprechend, dass die US-Regierung Kryptowährungen als Bedrohung für den US-Dollar sieht:

„Der Gedanke, dass irgendwelche Leute ihren eigenen Stablecoin basteln, den Millionen von Menschen über eine Plattform wie Facebook oder Telegram nutzen könnten, wäre eine potenzielle Bedrohung für die vorherrschende Zentralbankwährung. Natürlich werden die Aufsichtsbehörden da hellhörig. Und genau deswegen haben Facebook Libra und Gram so viel Gegenwind bekommen.“    

Die meisten Länder fahren dabei eine zweigleisige Strategie, um die Bedrohung durch Kryptowährungen abzuwehren. Einerseits unterbinden sie zunächst die Herausgabe dieser privaten Stablecoins, während sie andererseits schonmal an der Herausgabe einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung arbeiten.

Durov hat seine Meinung exklusiv

Allerdings fand Dr. Waterhouse im Interview nicht nur unterstützende Worte für die Krypto-Projekte der Privatwirtschaft. So kritisiert er den Telegram Gründer Pavel Durov, der die USA zuletzt als Polizeistaat beschimpft hatte. In diesem Zusammenhang hatte Durov Unternehmensgründern aus Osteuropa auch davon abgeraten, ins Silicon Valley zu gehen. Dr. Waterhouse zeigt sich über diese Einschätzung verwundert:

„Ich lebe schon seit knapp 20 Jahren in San Francisco und bin im Silicon Valley gut vernetzt. Das ist das erste Mal, dass ich jemanden gehört habe, der meint, das Valley sei nicht der beste Ort, um ein Unternehmen zu gründen.“

Facebook auf Erfolgskurs: Libra Association gibt neue Mitglieder bekannt

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Der Bitcoin-Kurs (BTC) könnte bald auf 1 Million US-Dollar steigen. Zumindest, wenn es nach einem ehemaligen Goldman Sachs Mitarbeiter geht.

Neues aus der wundersamen Welt der Bitcoin-Kurs-Prognosen: Raoul Pal, ein ehemaliger Mitarbeiter der Investmentbank Goldman Sachs, ist ultrabullish für die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung. Er geht davon aus, dass die zunehmende wirtschaftliche Schieflage dazu führen könnte, dass BTC zur Welt-Leitwährung wird. Vor dem nächsten Halving, das voraussichtlich in 4 Jahren stattfindet, könne das einen Bullrun ungekannten Ausmaßes hervorufen, was letztlich zu einem Bitcoin-Kurs von 1 Million US-Dollar führen soll.

Corona-Krise soll Bitcoin-Kurs befeuern

In einem Video-Interview mit dem Szenemagazin Cointelegraph erklärt Raoul Pal dass die Auswirkungen der Corona-Krise die Weltwirtschaft weiter ins Ungleichgewicht bringen könnte. Als Folge müssten sich Menschen umorientieren und sich nach alternativen Währungen umsehen. Ferner halte Pal es für wahrscheinlich, dass sich die Wirtschaftskrise in eine weltweite Depression verwandeln könne und sich als solche über die nächsten 3 Jahre ziehen könne. Nach Betrachtung von logarithmischen Charts und darauf fußenden Analysen im Zusammenhang mit dem sich weiter verknappenden Angebotsnachschub hält er dahingehend eine Bitcoin-Kurs-Explosion für möglich:

[Die logarithmische Betrachtung] könnte uns zu 1 Million US-Dollar führen. Ist das möglich? Wer weiß das schon. Ich glaube, dass es möglich ist. Allerdings würde das nicht mit dem Stock-to-Flow-Modell übereinstimmen [….].

Das Stock-to-Flow-Modell, das Pal erwähnt, sieht nur einen Bitcoin-Kurs von 288.000 US–Dollar voraus. Doch diese basiert – ähnlich wie die ultrabullishe These von Pal – lediglich auf technischen Indikatoren. Dabei versuchen sie, anhand Daten aus der Vergangenheit ein Szenario für die Zukunft entwerfen. Ob solche Szenarien realistisch sind, steht freilich in den Sternen.

BTC-Kurs aktuell

Nichtsdestotrotz sieht es beim Bitcoin-Kurs aktuell wieder gut aus. Nachdem die größte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung kurz vor dem BTC Halving kurzzeitig etwas eingebrochen war, geht es nun wieder bergauf. So notiert der Bitcoin-Kurs bei Redaktionsschluss bei 9.725 US-Dollar. Damit freuen sich Fans des digitalen Assets über ein 24-Stunden-Plus von knapp acht Prozent.

Bitcoin-Kurs im Tageschart

Ein mögliches Kursziel für Short-Trader wäre hier die 9.987 US-Dollar-Marke, optimistische Investoren können ihre Kursziele bei etwa 10.500 US-Dollar setzen. Die 10.000 US-Dollar-Marke gilt als wichtiger Widerstand, an der sich der Kurs der Kryptowährungen mitunter abkämpft.

Mehr zu den aktuellen Entwicklungen rund um den Bitcoin-Kurs in unserem Marktupdate.

Diese Einschätzungen stellen keine Investmentberatung dar.