Chinesische Walmart-Tochter wird zum Blockchain-Pionier

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VeChain verpartnert sich mit der Walmart-Tochter Sam’s Club. Gemeinsam will man Lebensmittel auf der Blockchain abbilden. Doch der Erfolg ist ungewiss.

Die Walmart-Tochter Sam’s Club vermeldete eine Partnerschaft mit den Blockchain-Experten von VeChain (VET). Gemeinsam wollen die beiden Unternehmen Lieferketten für Lebensmittel auf der Blockchain abbilden, und dadurch für höhere Transparenz sorgen. Unterstützung für das Projekt kommt ferner von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC., die sich seit geraumer Zeit im Blockchain Space engagieren. So erreichte uns im Januar dieses Jahres etwa die Nachricht, dass das Big-Four-Unternehmen das Blockchain-Audit-Start-up Chainsecurity übernimmt.

Der Einsatz der Blockchain–Technologie im Supply-Chain-Management hat meist das Ziel, die Herkunft sowie Produktzyklen von Lebensmitteln nachvollziehbar zu machen. Da Einträge auf der Blockchain immutable, also unveränderlich sind, schafft die Technologie Vertrauen in die Integrität von abgelegten Daten. Nutzer können etwa mit Apps den gesamten Lieferweg des Nahrungsmittels nachvollziehen und feststellen, ob etwa Kühlketten unterbrochen wurden.

Mit einer Reihe von Sensoren will das Unternehmen die Dateneinspeisung automatisieren; abrufbar sind diese dann per QR Code. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor, die VeChain am 2. Juni lanciert hatte.

Sam’s Club ist ein in verschiedenen Ländern aktiver Großhandel für Lebensmittel. Ähnlich wie hierzulande Metro verlangt auch Sam’s Club eine Mitgliedschaft, die nur Gewerbetreibende erhalten können. Die Partnerschaft mit VET könnte unterdessen auch mit Expansionsbestrebungen von Sam’s Club im Zusammenhang stehen. Denn zu den bereits bestehenden 26 Geschäften in China sollen bis Ende 2022 15 bis 20 weitere hinzukommen. Bereits heute zählt der Großhandel 2,5 Millionen registrierte Kunden im Reich der Mitte.

Eine Blockchain-Lösung unter vielen

Die Achillesferse der sogenannten Blockchain–Technologie war bisher fehlende Standardisierung. Die Liste der Projekte, die mehr oder weniger genau das gleiche versprechen, ist ebenso lang wie verworren. So gibt es neben VeChain Konkurrenzprodukte von IBM, Hyperledger sowie diverse Smart-Contract–Plattformen wie Ethereum (ETH) oder TRON (TRX), die mehr oder weniger den selben Anwendungsfall bedienen. Early Adopter wie Sam’s Club laufen daher Gefahr, in ein Projekt zu investieren, das in ein paar Jahren nicht mehr auf dem Markt ist. Denn bei den Komplexität von internationalen Lieferketten dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis sich der Markt auf ein standardisiertes Verfahren geeinigt hat.

Zuletzt hatte BTC-ECHO über Bestrebungen seitens VeChain berichtet, eine digitale Krankenakte auf Blockchain-Basis zu entwicklen. Gemeinsam mit I-Dante wollte man Ordnung in die mitunter chaotische Bürokratie von Corona-Testergebnissen bringen. Derzeit wird das Verfahren in einer zypriotischen Klinik getestet.

Unter Tage: China hebt illegale Bitcoin-Mining-Farm (BTC) aus

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In China ist eine Bitcoin-Mining-Farm aufgeflogen, die illegal Strom angezapft hatte.

China gilt als wichtige Anlaufstelle für Bitcoin Miner. Obwohl das Land bisher keine eindeutigen Richtlinien für das „Schürfen“ neuer BTC herausgegeben hat, zieht das Land Miner an, insbesondere wegen der geringen Stromkosten. Auch Mining-Gigant Bitmain, einer der führenden Hersteller für BTC-Mining-Rigs, hat seine Wurzeln im kommunistisch geführten Land. Doch wie sich nach und nach herausstellt, zieht das Land nicht nur Unternehmen mit scheinbar ehrlichen Motiven an.

So ist es chinesischen Behörden jüngst gelungen, eine illegale Bitcoin-Mining-Farm auszuheben. Das Pikante: Von Außen erschien die Farm als Begräbnisstätte. Wie das chinesische Nachrichtenmagazin Bejing News am 31. Mai berichtet, habe sich die illegale Bitcoin-Mining-Farm in der nordchinesischen Stadt Daqing befunden.

Wie das Magazin weiter mitteilt, waren die Behörden aktiv geworden, weil sich eine Ölfirma darüber beklagt hatte, dass sie unter unerklärlichen Energieverlust gelitten hatte. Unter zwei Erdhügeln waren die Beamten dann auf die Eingänge zur Mining-Farm gestoßen. Wie aus weiteren Berichten hervorgeht, war chinesischen Behörden kurz vorher ein ähnlicher Schlag gelungen. Beamte hatten eine Woche vor dem Vorfall in Daqing insgesamt 54 Bitcoin Mining Rigs unter Tage gesichert. Auch diese waren mit gestohlenem Strom betrieben worden.

Bitcoin Mining und das Halving

Solche Aktionen mögen nicht weiter verwundern – schließlich ist das Mining ein kosten- und energieintensives Unterfangen. Da der BTC-Kurs zudem volatil ist, ist das Einkommen der Schürfer nicht immer gesichtert. So waren sie auch zuletzt durch das Halving vermehrt unter Druck geraten. Schließlich hat sich bei diesem Ereignis die Belohnung, die die „Schürfer“ für neue Blöcke in der Blockchain bekommen, von 12,5 BTC auf 6,25 BTC verringert. In der Folge mussten einige Teilnehmer ihre Geräte vom Netz nehmen, da sich das Mining beim derzeitigen Bitcoin-Kurs für sie nicht länger lohnen sollte. Günstige Strompreise locken Miner daher vermehrt an – je günstiger, desto besser. Neben China zählt auch der US-Bundesstaat Texas als Mining-Mekka. Auch Texas bietet extrem günstigen Strom.

China, Blockchain und die Digitalisierung

Im internationalen Rennen um eine digitale Zentralbankwährung präsentiert sich China indes als überaus digitalisierungsfreundlich. Die Testläufe für die eigene Central Bank Digital Currency (CBDC) laufen bereits seit vergangenem Monat auf Hochtouren. Damit versucht das Land unter anderem, der Hegemonie des US-Dollars den Rang streitig zu machen. Twitter-Marionette Donald Trump hatte die Beziehung zwischen den USA und China zuletzt durch negative Online-Kommentare verschärft.

Chinas digitale Währung: Was wir bisher über „DC/EP“ wissen

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Nun ist es amtlich: Als erste Industrienation weltweit testet China seine digitale Zentralbankwährung DC/EP in der Praxis. Jonas Groß über den aktuellen Stand des CBDC-Projekts und die ökonomischen und gesellschaftlichen Implikationen.

China ist beim mobilen Bezahlen weltweiter Vorreiter. Untersuchungen in den Metropolen Shanghai, Peking und in Hangzhou zeigen, dass sich die Marktanteile mobiler Bezahlverfahren auf bis zu 60 Prozent belaufen (Bargeld: 20 Prozent). Aufgrund der weiten Verbreitung digitaler Bezahlmethoden überrascht es kaum, dass sich auch die chinesische Zentralbank (PBoC) bereits seit 2014 mit einer eigenen digitalen Währung – einer sogenannten digitalen Zentralbankwährung (CBDC) – beschäftigt. So wurde bereits 2016 ein Forschungsinstitut „for the Development of Digital Currency/Electronic Payment (DC/EP)“ gegründet, das das CBDC-Projekt auf den Namen „DC/EP“ taufte. Zuletzt erreichte das DC/EP-Projekt einen wichtigen Meilenstein: Die Testphase.

Chinas CBDC: Die Testphase hat begonnen

Inzwischen testen zahlreiche chinesische Banken, Telekommunikationsanbieter und E-Commerce-Unternehmen wie Tencent und Alibaba die CBDC. Außerdem werden 50 Prozent der Mobilitätszulage von Mitarbeitern im Staatsdienst über ihre mobile DC/EP Wallet in digitaler Form ausgezahlt. Medienberichten zufolge sollen auch internationale Unternehmen wie McDonald’s, Starbucks und Subway den DC/EP bereits testen. Ein zweiter größerer Testlauf soll während der Olympischen Winterspiele 2022 in Peking stattfinden.

Wie genau die Testläufe ablaufen und wie der DC/EP letztendlich ausgestaltet werden soll, ist aktuell noch weitestgehend unklar. Die Informationslage des chinesischen CBDC-Projekts ist im Vergleich zu westlichen CBDC-Projekten intransparent. Die veröffentlichten Informationen stammen nur teilweise von der Zentralbank selbst, vielmehr basieren sie auf Medienberichten beziehungsweise Aussagen von Kooperationspartnern.

Ziele des DC/EP-Projekts

Welche Intention verfolgt die PBoC mit dem CBDC-Projekt? Die PBoC möchte durch das DC/EP-Projekt die Digitalisierung in China vorantreiben und reagiert auf die immer geringer werdende Nachfrage nach Bargeld. Durch eine digitale Zahlungsabwicklung lassen sich erhebliche Effizienzgewinne realisieren. Bargeld ist unter anderem aufgrund der Kosten für Lagerung, Sortierung, Reinigung und Verteilung relativ teuer. Ein öffentliches digitales Zahlungssystem könnte diese Kosten erheblich reduzieren. Auch COVID-19 dürfte zu einer zukünftig noch größeren Nachfrage nach digitalen Bezahlmöglichkeiten beitragen, da Virus-Ansteckungen durch Banknoten befürchtet werden.

Aktuell wird in China der Großteil der Transaktionen über private Zahlungssysteme wie Alipay und WeChat Pay abgewickelt. Die PBoC möchte nun eine öffentliche Transaktionsplattform schaffen, um die systemische Relevanz dieser Unternehmen zu verringern und somit sowohl die eigene Vormachtstellung als auch die finanzielle Stabilität zu stärken.

Kritik: Kapitalverkehrskontrollen und unzureichender Datenschutz

Experten befürchten, dass die CBDC die Freiheit chinesischer Bürger weiter einschränken wird. Zum einen lassen sich durch eine digitale Zentralbankwährung Kapitalverkehrskontrollen deutlich effektiver umsetzen. Wird Kapital in Form von Banknoten außer Landes gebracht, hat die Regierung und die Zentralbank darauf nur einen beschränkten Einfluss. In einer digitalen Welt sind Kapitalverkehrskontrollen deutlich wirkungsvoller, da die Zentralbank alle Transaktionsinformationen digital einsehen kann. Folglich kann die PBoC selbst entscheiden, welche Transaktionen durchgeführt werden dürfen. Auf diese Art und Weise lassen sich Kapitalflüsse effizient kontrollieren. Allerdings ist es laut Auskunft der PBoC auch Ziel des DC/EP die Internationalisierung des Yuan voranzutreiben. Aktuell ist noch unklar, wie die PBoC Kapitalverkehrskontrollen und Internationalisierung des Yuan in Einklang bringen möchte.

Zum anderen ist zu erwarten, dass die Privatsphäre der chinesischen Bürger weiter eingeschränkt wird. Vermutlich werden Daten zur Transaktionshöhe, -ort, -partner neben persönlichen Daten wie die eigene Identität für die Zentralbank einsehbar sein und somit in der Datenbank gespeichert werden. Auf diese Art und Weise würde die chinesische Zentralbank nun auch Einblicke in das Bezahlverhalten der chinesischen Bürger erhalten.

China als weltweiter CBDC-Vorreiter

Die Projektfortschritte des DC/EP zeigen, dass China aktuell im Bereich CBDC weltweit führend ist – auch wenn eine Markteinführung der CBDC noch bis mindestens 2022 dauern wird. Zwar gibt es kleinere Länder oder Inselgruppen, wie die Marshall Islands oder die Bahamas, die auch bereits an einer digitalen Zentralbankwährung arbeiten und im Projektstadium ähnlich weit fortgeschritten sind. Allerdings adressieren diese CBDC-Initiativen primär die Tausenden Inselbewohner während DC/EP Milliarden Chinesen zur Verfügung stehen würde.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) beschäftigt sich intensiv mit einer CBDC für die Eurozone. Allerdings handelt es sich hier bislang eher um konzeptionelle Arbeiten. Eine CBDC-Einführung in der Eurozone ist laut EZB-Direktoriumsmitglied Yves Mersch derzeit aufgrund der weiterhin starken Rolle des Bargelds in weiter Ferne.

Über den Autor

Jonas Groß ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Bayreuth und Projektmanager am Frankfurt School Blockchain Center. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören primär digitale Zentralbankwährungen (CBDC) und Stablecoin-Projekte wie Libra. Du kannst Jonas per Mail, LinkedIn und Twitter kontaktieren.

Blockchain im Masterplan von China: Konkurrenz für Hongkong

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Chinesische Behörden haben einen Masterplan zur Umwandlung der südlichen Provinz Hainan in einen Freihandelshafen veröffentlicht, wie Xinhua News am 1. Juni berichtete. Das Handelshafensystem soll Freihandel, Investitionen und grenzüberschreitenden Kapitalströmen auf der gesamten Insel fördern.

Regierung reformiert Institutionen

Der Masterplan ermutigt Regierungsinstitutionen, Blockchain- und andere Technologien zur Reform von Regierungsfunktionen einzusetzen. Die Behörden hoffen, dass diese neuen Technologien dazu beitragen, ein umfassendes, wissenschaftliches, standardisiertes und effektives Freihandelshafen-Verwaltungssystem aufzubauen. Es hieß außerdem: 

“Wir sollten die Rolle der modernen Informationstechnologie, wie etwa Big Data und Blockchain, voll ausspielen, die Standards für staatliche Dienstleistungen durch staatliche Dienstleistungsplattformen vereinheitlichen, die Umgestaltung der staatlichen Prozesse und des staatlichen Dienstes umsetzen, die geordnete gemeinsame Nutzung von Daten stärken und den staatlichen Dienst und die Regierungsebenen verbessern.” 

China sagt, es habe sich vorgenommen, die Anwendung der Blockchain-Technologie bei Transaktionen mit geistigem Eigentum, Zertifizierungen und anderen Aspekten zu verstärken. Das Land wolle auch neue Modelle erforschen, die sich für die Entwicklung von Freihandelshäfen eignen. 

Hainan und Hong Kong

Die Entscheidung, die gesamte Insel Hainan zu einer Versuchszone für den Freihandel zu machen, wurde vom chinesischen Präsidenten Xi Jinping bei einem Besuch der Insel im April 2018 bekannt gegeben.

Anfang letzten Jahres sagte Jack Ma, der reichste Mann Chinas, beim Treffen des Wirtschaftsrates Business Leaders’ Advisory Council, dass Hainan danach streben sollte, “Hongkong zu überholen”, indem die Provinz zu einem Hauptakteur im internationalen Handel im digitalen Zeitalter werde. Der Rat wurde geschaffen, um die Regierung bei der Öffnung Hainans und die Versuchszone für den Freihandel in Hainan zu beraten, so die South China Morning Post.

Der Freihandelshafen von Hainan soll bis 2025 “im Wesentlichen eingerichtet” und bis 2035 “reifer” werden, wie es im gemeinsam herausgegebenen Plan vom Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und dem Staatsrat hieß.

Wie Cointelegraph bereits berichtete, wurde Ende letzten Jahres ein Sonderfonds im Wert von etwa 142 Mio. US-Dollar zur Finanzierung von Blockchain-Unternehmen in Hainan eingerichtet.

Stahl statt Bitcoin: Chinas Nutzen der Blockchain-Technologie

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Chinas größter Handelsverband für Metalle entwickelt eine Lieferketten-Blockchain für die landeseigene Stahlindustrie und formt somit das nächste Puzzlestück in der DLT-basierten Vernetzung ganzer Wirtschaftszweige.

Im globalen Vergleich etabliert sich China in puncto Blockchain-Technologie an vorderster Spitze. Kaum ein anderes Land vermag aktuell die Potenziale der Technologie derart auszuschöpfen wie das Reich der Mitte. Der nächste Anwendungsfall stammt aus der heimischen Stahlindustrie.

Die Zeiten, in denen die Stahlproduktion eine Domäne der Deutschen war, liegen weit zurück. Die Konkurrenz aus Fernost hat Deutschland schon lange den Rang abgelaufen. Im internationalen Vergleich ist China mit Abstand der größte Lieferant und Abnehmer. Allein im April entfielen 85 Millionen Tonnen der weltweit produzierten 137,1 Millionen Tonnen Rohstahl auf das Land – ein Anteil von knapp 62 Prozent. Zudem befinden sich 28 der 50 größten Stahlkonzerne in chinesischer Hand.

Angesichts des damit verbundenen Verwaltungsakts – von der Herstellung bis zur Auslieferung – erklärt sich die Entwicklung des geplanten Blockchain-Netzwerks der China National Association of Metal Material Trade. Wie Chen Leiming, stellvertretender Vorsitzender und Generalsekretär der Organisation, gegenüber Huoxon erklärt, könne eine DLT-Plattform den bürokratischen Aufwand minimieren bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung des Warenverkehrs.

Die Blockchain-Technologie kann in der gesamten Verbindung der Stahlindustrie eine Rolle spielen, wie zum Beispiel bei der Rohstoffbeschaffung, der Produktion und Verarbeitung, dem Handelsverkehr, der Logistik und dem Transport, der Verarbeitung und dem Vertrieb bis hin zum Terminal-Link,

so Leiming. Geplant sei daher eine KI-basierte und interoperable Konsortiums-Blockchain mit IoT-Anwendungen, über die sich die verschiedenen Wirtschaftszweige der Stahlindustrie vernetzen. Laut Leiming ermögliche die Blockchain die Rückverfolgbarkeit von Stahl von der Mine bis zum fertigen Produkt einschließlich Lagerung, Handel, Verarbeitung und Logistik. Zudem ließen sich auf Grundlage einer einheitlichen Plattform Betrugsrisiken verringern.

Das Projekt wird unter anderem von Baosteel, Wuhan Iron and Steel, Anshan Iron and Steel und weiteren Unternehmen unterstützt. Außerdem sind das chinesische Eisenbahnministerium, die chinesische Bauabteilung sowie einige Bau- und Automobilunternehmen an der Entwicklung beteiligt.

China im Blockchain-Wahn

Das rege Interesse Chinas an der Blockchain-Technologie setzt sich aus unterschiedlichen Motiven zusammen. Mit dem Blockchain-based Service Network hat die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ein Netzwerk geschaffen, das verschiedene Unternehmen an eine Plattform andockt. Ein Segen für die Wirtschaft, könnte man meinen. Schließlich können Unternehmen effizienter Dienstleistungen tauschen und der Staat somit Wertschöpfungsketten delegieren, aber auch und vor allem: kontrollieren.

Denn so sehr die Technologie auch ihre Früchte in Wirtschaft und Industrie trägt: Sie dient den chinesischen Führungskräften vor allem als verlängerter Arm staatlicher Kontrolle. Insbesondere wenn die digitale Zentralbankwährung schlussendlich ihren Weg in die Wallets der Bürger finden sollte, lassen sich Bürger noch mehr als zuvor durchleuchten – Von Dezentralität keine Spur. Im Gegenteil: Das Blockchain-Ideal invertiert geradewegs zum Gegenteil und die dahinter steckende Technologie zum Instrument staatlicher Unterdrückung.

FXCoin-Stratege: Schwacher Yuan könnte Bitcoin stärken

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Der Chefstratege der japanischen Kryptofirma FXCoin glaubt, dass eine Abwertung des chinesischen Yuan im Jahr 2020 dazu führen könnte, dass mehr Händler zu Bitcoin übergehen. 

Yasuo Matsuda von FXCoin sprach mit Cointelegraph Japan und erklärte, dass Bitcoin (BTC) unter chinesischen Staatsbürgern, die aufgrund der nationalen Sicherheitsgesetze im Rahmen der Reaktion der Regierung auf die COVID-19-Pandemie mit Wirtschaftssanktionen rechnen müssen, wahrscheinlich beliebter sei.

Der Stratege sagte, die Menschen in China seien “frustriert wegen der Rezession der Inlandswirtschaft” und würden nach einem Ausweg suchen:

China war im Hinblick auf Gesetze, wie etwa bei der Verabschiedung des nationalen Sicherheitsgesetzes von Hongkong, auffallend streng. Aber die Auswirkungen des Coronavirus haben die Wirtschaft in eine Rezession gestürzt. Der Anreiz, Vermögenswerte ins Ausland zu bewegen, ist hoch, und wenn die Gesetzgebung zu Wirtschaftssanktionen seitens der Vereinigten Staaten führt, wird BTC wahrscheinlich noch beliebter werden.

Matsuda erklärte, dass der Yuan und BTC nicht immer in die gleiche Richtung korreliert sind. Er erwarte jedoch, dass eine Abwertung des Yuan chinesische Händler dazu bewegen könnte, im Jahr 2020 mehr Bitcoin zu kaufen. 

Wenn der Yuan fällt, gibt er den Einwohnern Chinas einen Anreiz dafür, ihr Vermögen ins Ausland zu verlagern, weil ihr Wert in US-Dollar sinkt. Das führt zu einer weiteren Abwertung des Yuan. Da die chinesische Regulierung im Hinblick auf Kapitalflucht jedoch sehr streng ist, glauben einige, dass Bitcoin die Lösung dafür ist. Deshalb fungiert BTC als Mittel zur Flucht zur Sicherheit. 

Der Wert des Yuan fiel beim Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und China im Jahr 2019. Im Mai 2019 ist er stark gesunken, bis er im September einen Tiefststand erreichte. Obwohl er sich im Januar leicht erholte, befindet sich der Yuan im Jahr 2020 immer noch auf einem niedrigen Wert von 0,1404 US-Dollar. Damit nähert er sich den Niveaus aus dem Jahr 2008.

Hisashi Oki von Cointelegraph Japan hat an diesem Artikel mitgewirkt

Alibaba geht Blockchain-Kooperation mit chinesischem Hafenbetreiber ein

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China Merchants Port, der größte chinesische Hafenbetreiber, ist am 28. Mai eine Kooperation mit dem großen chinesischen Onlinehändler Alibaba Group und dessen Tochter Ant Financial eingegangen. Im Rahmen der Partnerschaft soll eine gemeinsame Blockchain-Plattform entwickelt werden.

Laut chinesischen Medienberichten soll die Blockchain-Plattform Einkäufer, Verkäufer, Logistikunternehmen, Banken, Zollbehörden und das Finanzamt an einem Ort zusammenführen, um Import- und Exportgeschäfte digital abzuwickeln.

Im Zuge dessen wollen die drei beteiligten Unternehmen die Verwendung der Blockchain-Technologie im Hafenbetrieb bedeutsam vorantreiben. Erklärtes Ziel ist es, den weltweit ersten vollständig auf Blockchain basierten Hafen zu schaffen.

Blockchain als Game-Changer für Hafenbranche

Der betreffende Hafen soll als Hauptknoten auf der zugehörigen Blockchain agieren und dadurch den internationalen Handel mit der Logistik verknüpfen. Dafür ist ein umfangreicher Datenaustausch notwendig, der ebenfalls über die Technologie gelöst wird.

Die Kooperationspartner wollen mit dem gemeinsamen Projekt „Innovation im chinesischen Hafenbetrieb fördern“.

Jing Xiandong, Vorsitzender der Ant Financial Group, zeigt sich dementsprechend hoffnungsvoll:

„Die Blockchain-Technologie wird den internationalen Handel und Logistik grundlegend verändern. […] Die Ant Financial Blockchain ist die optimale Lösung für die Zusammenführung der verschiedenen Bereiche.”

Chinas Außenhandel setzt zunehmend auf Blockchain

Die China Merchants Port betreibt 50 Häfen in 26 verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt. Jeder dieser Häfen spielt eine wichtige Rolle im internationalen Handel, wie das Unternehmen in diesem Zusammenhang angibt.

Am 9. Mai hatte Cointelegraph berichtet, dass eine chinesische Provinz die Blockchain-Technologie zur Abwicklung internationaler Zahlungen einsetzen will.

Die chinesische Regierung hat am 27. April wiederum ein Blockchain-basiertes Service-Netzwerk ins Leben gerufen, das ebenfalls für internationalen Handel genutzt werden soll und Blockchain-Projekten dahingehend ermöglichen soll, ihre Anwendungen kosteneffizienter zu entwickeln.

Ripple CEO: US-Behörden müssen Krypto akzeptieren

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Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, hat die US-Aufsichtsbehörden aufgefordert, “verstärkt auf digitale Währungen umzusteigen”, um in diesem Bereich China nicht hinterher zu hinken.

In einem am 26. Mai veröffentlichten Tweet warnt Garlinghouse, dass “Selbstgefälligkeit zurückdrängt”, und zitiert einen Artikel, der darauf hinweist, dass Chinas lange angepriesene digitale Zentralbankwährung (CBDC) das Potenzial hat, den Dollar als globale Reservewährung abzusetzen.

SWIFT wird durch die Blockchain-Technologie übertroffen

Die finanzielle Dominanz der USA beruht derzeit sowohl auf dem Status des Dollars als globale Reservewährung als auch auf seiner Kontrolle über das System der Society for Worldwide International Financial Transactions oder des SWIFT.

Dies erleichtert Nachrichten zwischen globalen Geschäftsbanken in Bezug auf Zahlungsaufträge und fungiert als Vermittler für die Mehrheit der grenzüberschreitenden Zahlungen. Durch die Kontrolle dieses Systems erhalten die USA einen erheblichen Einfluss auf die Möglichkeit, finanzielle Sanktionen zu verhängen.

Grenzüberschreitende Überweisungen digitaler Währungen erfordern weder das SWIFT-System noch den US-Dollar.

USA hinkt hinterher

Obwohl China behauptet, keinen geplanten Starttermin für seinen digitalen Yuan zu haben, wird die CBDC derzeit in einer Reihe von Regionen pilotiert.

In Bezug auf eine nationale digitale Währung liegen die USA bereits Jahre hinter China zurück, aber Garlinghouse ist der Ansicht, dass ein einladenderer Rechtsrahmen für öffentliche digitale Vermögenswerte wie XRP dazu beitragen kann, verlorene Zeit auszugleichen.

Und während ein chinesisches CBDC völlig außerhalb der Kontrolle der USA liegen würde, betonte Garlinghouse schnell, dass XRP nicht von der US-amerikanischen (oder sogar globalen) Finanzaufsicht ausgenommen ist.

Chinas Zentralbank bestätigt – Noch „kein genauer Zeitplan“ für Einführung des digitalen Yuans

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Die People’s Bank of China (PBoC), also die chinesische Zentralbank, hat klargestellt, dass es noch „keinen genauen Zeitplan“ für die Einführung des digitalen Yuans gibt.

In einem Interview auf der eigenen Webseite wurde Zentralbank-Chef Yi Gang gefragt, wann mit der Einführung der chinesischen Digitalwährung zu rechnen sei, woraufhin er antwortete:

„Die momentanen Tests sind reine Routinemaßnahmen im Rahmen von Forschung und Entwicklung der Digitalwährung. Bisher gibt es keinen genauen Zeitplan für eine Einführung.

Die Tests auf die Gang anspielt wurden in den Städten Shenzhen, Suzhou, Xiongan, Chengdu und den Austragungsorten der Olympischen Winterspiele 2022 durchgeführt.

Kurze Zeit nach Veröffentlichung des Interviews hat die Global Times, ein staatlich kontrolliertes Nachrichtenportal, einen Artikel verfasst, in dem es wiederum heißt, dass China die Einführung ihrer Zentralbank-Digitalwährung in großen Schritten vorantreiben will, um die Vormachtstellung der USA aufzuweichen und die Abwicklung von finanziellen Hilfen nach der Corona-Krise zu bewerkstelligen.

Der Artikel der Global Times zitiert in diesem Zusammenhang Cao Yin, Mitgründer des Blockchain-Unternehmens Digital Renaissance:

„Obwohl die USA chinesische Finanzinstitute noch nicht auf ihre Schwarze Liste gesetzt hat, stellt die USA weiterhin eine große Bedrohung für Chinas Finanzinstitute und die Stellung des Yuans im internationalen Zahlungsverkehr dar. Aus diesem Grund könnte die Zentralbank-Digitalwährung früher herausgebracht werden als erwartet.“

Darüber hinaus würde die Digitalwährung der chinesischen Regierung helfen, sicherzustellen, dass Corona-Hilfszahlungen auch wirklich bei bedürftigen Personen und Firmen ankommen. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen zur Stärkung der eigenen Wirtschaft will China zudem die Staatsverschuldung anheben und bedeutsame Steuererleichterungen für Unternehmen gewähren.

Digitaler Yuan schon seit 2019 im Gespräch

Schon 2019 hieß es, dass der Digitale Yuan vorangetrieben werden sollte, um eine Antwort auf die geplante Facebook Kryptowährung Libra zu geben. Damals bestätigten offizielle Quellen bereits, dass Chinas Digitalwährung kurz vor ihrer Einführung stehen würde.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, füllen Betrüger in der Zwischenzeit das vorhanende Vakuum, indem sie vorgeben, dass es sich bei ihren Fake-Kryptos um die chinesische Digitalwährung handelt.

Chinas Kongress beantragt Blockchain-Entwicklungsfonds

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Der Nationale Volkskongress, das chinesische Parlament und die Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, das mächtigste politische Beratungsgremium des Landes, haben vor kurzem ihre jährlichen Sitzungen begonnen. Diese werden allgemein als “Zwei Sitzungen” – oder “Lianghui” -Treffen bezeichnet. Diese Treffen finden seit dem 22. Mai statt. 

Der Nationale Volkskongress (NPC) ist Chinas oberste gesetzgebende Körperschaft. Fast 3.000 Delegierte aus dem ganzen Land treffen sich einmal im Jahr, um während der Sitzungen Vorschläge einzureichen. Laut einem Bericht der Beijing News vom 23. Mai schlug der NPC-Vertreter Jieqing Tan vor, einen Spezialfonds für die Entwicklung der Blockchain-Industrie einzurichten. Bei Annahme würde dieser Fonds von der Regierung geführt.

Ziel des Fonds ist es, die Entwicklung und das Wachstum einer Reihe vielversprechender Blockchain-Unternehmen zu unterstützen, Innovationen im Bereich der Blockchain-Technologie zu fördern und eine Reihe von Einhornunternehmen im Blockchain-Bereich zu fördern, sagt Tan.

Smart Governance durch Blockchain

Durch die Unterstützung der Entwicklung der Blockchain-Industrie glaubt Tan, dass dies das Governance-System des Landes „modernisieren“ wird.  

Die Blockchain-Technologie wird laut Tan nicht nur ein großartiges Instrument sein, um China zu einer Smart Gouvernance mit hohem Vertrauen zu bewegen, sondern auch dazu beitragen, dass China bei der künftigen Entwicklung der Technologie weltweit die Oberhand gewinnt. Er glaubt, dass China durch die Übernahme dieser technologischen Innovationsführerschaft seine Souveränität und nationale Sicherheit besser schützen kann. 

Tan schlug vor, einen klaren nationalen Entwicklungsplan für die Blockchain-Industrie zu definieren. Er erklärte: 

„Vom untersten Technologiestandard über die Anwendungsentwicklung in der mittleren Industrie bis hin zum Systemdesign auf oberster Ebene sollte das dreidimensionale strategische Planungssystem für Blockchain-Technologie, Industrie und Überwachung gut koordiniert sein.“

Aktuelle Herausforderungen und Initiativen 

Das neue wirtschaftliche Potenzial und die neuen Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich aus der Blockchain-Technologie ergeben, sind enorm. Tan wies jedoch darauf hin, dass derzeit die Anzahl der begrenzten Blockchain-Unternehmen, ihre Skalierbarkeit und der Mangel an Talenten und Informationen die Hauptprobleme waren, die das Blockchain-Ökosystem daran hinderten, ein gut etabliertes Ökosystem zu entwickeln. 

Wie Cointelegraph zuvor berichtete, richtete die Chinesische Zentralbank für die nächsten drei Jahren ein 4,7 Millionen US-Dollar Finanzierungsplan ihrer Blockchain-Handelsplattform ein. Das Steuerbüro von Peking kündigte seinen Pilotantrag für die Blockchain-Rechnungsstellung an, um umweltfreundlich, bequem und transparent Anträge annehmen zu können.