Ripple CEO: US-Behörden müssen Krypto akzeptieren

Advertisement

Brad Garlinghouse, CEO von Ripple, hat die US-Aufsichtsbehörden aufgefordert, “verstärkt auf digitale Währungen umzusteigen”, um in diesem Bereich China nicht hinterher zu hinken.

In einem am 26. Mai veröffentlichten Tweet warnt Garlinghouse, dass “Selbstgefälligkeit zurückdrängt”, und zitiert einen Artikel, der darauf hinweist, dass Chinas lange angepriesene digitale Zentralbankwährung (CBDC) das Potenzial hat, den Dollar als globale Reservewährung abzusetzen.

SWIFT wird durch die Blockchain-Technologie übertroffen

Die finanzielle Dominanz der USA beruht derzeit sowohl auf dem Status des Dollars als globale Reservewährung als auch auf seiner Kontrolle über das System der Society for Worldwide International Financial Transactions oder des SWIFT.

Dies erleichtert Nachrichten zwischen globalen Geschäftsbanken in Bezug auf Zahlungsaufträge und fungiert als Vermittler für die Mehrheit der grenzüberschreitenden Zahlungen. Durch die Kontrolle dieses Systems erhalten die USA einen erheblichen Einfluss auf die Möglichkeit, finanzielle Sanktionen zu verhängen.

Grenzüberschreitende Überweisungen digitaler Währungen erfordern weder das SWIFT-System noch den US-Dollar.

USA hinkt hinterher

Obwohl China behauptet, keinen geplanten Starttermin für seinen digitalen Yuan zu haben, wird die CBDC derzeit in einer Reihe von Regionen pilotiert.

In Bezug auf eine nationale digitale Währung liegen die USA bereits Jahre hinter China zurück, aber Garlinghouse ist der Ansicht, dass ein einladenderer Rechtsrahmen für öffentliche digitale Vermögenswerte wie XRP dazu beitragen kann, verlorene Zeit auszugleichen.

Und während ein chinesisches CBDC völlig außerhalb der Kontrolle der USA liegen würde, betonte Garlinghouse schnell, dass XRP nicht von der US-amerikanischen (oder sogar globalen) Finanzaufsicht ausgenommen ist.

Chinas Zentralbank bestätigt – Noch „kein genauer Zeitplan“ für Einführung des digitalen Yuans

Advertisement

Die People’s Bank of China (PBoC), also die chinesische Zentralbank, hat klargestellt, dass es noch „keinen genauen Zeitplan“ für die Einführung des digitalen Yuans gibt.

In einem Interview auf der eigenen Webseite wurde Zentralbank-Chef Yi Gang gefragt, wann mit der Einführung der chinesischen Digitalwährung zu rechnen sei, woraufhin er antwortete:

„Die momentanen Tests sind reine Routinemaßnahmen im Rahmen von Forschung und Entwicklung der Digitalwährung. Bisher gibt es keinen genauen Zeitplan für eine Einführung.

Die Tests auf die Gang anspielt wurden in den Städten Shenzhen, Suzhou, Xiongan, Chengdu und den Austragungsorten der Olympischen Winterspiele 2022 durchgeführt.

Kurze Zeit nach Veröffentlichung des Interviews hat die Global Times, ein staatlich kontrolliertes Nachrichtenportal, einen Artikel verfasst, in dem es wiederum heißt, dass China die Einführung ihrer Zentralbank-Digitalwährung in großen Schritten vorantreiben will, um die Vormachtstellung der USA aufzuweichen und die Abwicklung von finanziellen Hilfen nach der Corona-Krise zu bewerkstelligen.

Der Artikel der Global Times zitiert in diesem Zusammenhang Cao Yin, Mitgründer des Blockchain-Unternehmens Digital Renaissance:

„Obwohl die USA chinesische Finanzinstitute noch nicht auf ihre Schwarze Liste gesetzt hat, stellt die USA weiterhin eine große Bedrohung für Chinas Finanzinstitute und die Stellung des Yuans im internationalen Zahlungsverkehr dar. Aus diesem Grund könnte die Zentralbank-Digitalwährung früher herausgebracht werden als erwartet.“

Darüber hinaus würde die Digitalwährung der chinesischen Regierung helfen, sicherzustellen, dass Corona-Hilfszahlungen auch wirklich bei bedürftigen Personen und Firmen ankommen. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen zur Stärkung der eigenen Wirtschaft will China zudem die Staatsverschuldung anheben und bedeutsame Steuererleichterungen für Unternehmen gewähren.

Digitaler Yuan schon seit 2019 im Gespräch

Schon 2019 hieß es, dass der Digitale Yuan vorangetrieben werden sollte, um eine Antwort auf die geplante Facebook Kryptowährung Libra zu geben. Damals bestätigten offizielle Quellen bereits, dass Chinas Digitalwährung kurz vor ihrer Einführung stehen würde.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, füllen Betrüger in der Zwischenzeit das vorhanende Vakuum, indem sie vorgeben, dass es sich bei ihren Fake-Kryptos um die chinesische Digitalwährung handelt.

Chinas Kongress beantragt Blockchain-Entwicklungsfonds

Advertisement

Der Nationale Volkskongress, das chinesische Parlament und die Politische Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes, das mächtigste politische Beratungsgremium des Landes, haben vor kurzem ihre jährlichen Sitzungen begonnen. Diese werden allgemein als “Zwei Sitzungen” – oder “Lianghui” -Treffen bezeichnet. Diese Treffen finden seit dem 22. Mai statt. 

Der Nationale Volkskongress (NPC) ist Chinas oberste gesetzgebende Körperschaft. Fast 3.000 Delegierte aus dem ganzen Land treffen sich einmal im Jahr, um während der Sitzungen Vorschläge einzureichen. Laut einem Bericht der Beijing News vom 23. Mai schlug der NPC-Vertreter Jieqing Tan vor, einen Spezialfonds für die Entwicklung der Blockchain-Industrie einzurichten. Bei Annahme würde dieser Fonds von der Regierung geführt.

Ziel des Fonds ist es, die Entwicklung und das Wachstum einer Reihe vielversprechender Blockchain-Unternehmen zu unterstützen, Innovationen im Bereich der Blockchain-Technologie zu fördern und eine Reihe von Einhornunternehmen im Blockchain-Bereich zu fördern, sagt Tan.

Smart Governance durch Blockchain

Durch die Unterstützung der Entwicklung der Blockchain-Industrie glaubt Tan, dass dies das Governance-System des Landes „modernisieren“ wird.  

Die Blockchain-Technologie wird laut Tan nicht nur ein großartiges Instrument sein, um China zu einer Smart Gouvernance mit hohem Vertrauen zu bewegen, sondern auch dazu beitragen, dass China bei der künftigen Entwicklung der Technologie weltweit die Oberhand gewinnt. Er glaubt, dass China durch die Übernahme dieser technologischen Innovationsführerschaft seine Souveränität und nationale Sicherheit besser schützen kann. 

Tan schlug vor, einen klaren nationalen Entwicklungsplan für die Blockchain-Industrie zu definieren. Er erklärte: 

„Vom untersten Technologiestandard über die Anwendungsentwicklung in der mittleren Industrie bis hin zum Systemdesign auf oberster Ebene sollte das dreidimensionale strategische Planungssystem für Blockchain-Technologie, Industrie und Überwachung gut koordiniert sein.“

Aktuelle Herausforderungen und Initiativen 

Das neue wirtschaftliche Potenzial und die neuen Beschäftigungsmöglichkeiten, die sich aus der Blockchain-Technologie ergeben, sind enorm. Tan wies jedoch darauf hin, dass derzeit die Anzahl der begrenzten Blockchain-Unternehmen, ihre Skalierbarkeit und der Mangel an Talenten und Informationen die Hauptprobleme waren, die das Blockchain-Ökosystem daran hinderten, ein gut etabliertes Ökosystem zu entwickeln. 

Wie Cointelegraph zuvor berichtete, richtete die Chinesische Zentralbank für die nächsten drei Jahren ein 4,7 Millionen US-Dollar Finanzierungsplan ihrer Blockchain-Handelsplattform ein. Das Steuerbüro von Peking kündigte seinen Pilotantrag für die Blockchain-Rechnungsstellung an, um umweltfreundlich, bequem und transparent Anträge annehmen zu können.

Macht China Ernst? – Druck auf Sichuan bedroht Bitcoin-Mining massiv

Advertisement

Die Regierung der chinesischen Provinz Sichuan will verstärkt gegen die regionale Mining-Branche vorgehen, da der steigende Kurs von Bitcoin (BTC) für eine Zunahme illegaler Aktivitäten im Schatten des Krypto-Minings gesorgt hat.

Sichuan macht 10 % der globalen Hashrate aus

Die etwaige Tragweite eines solchen Vorgehens wird beim Blick auf Daten der Universität Cambridge deutlich, denn die Provinz Sichuan ist allein für knapp 10 % der weltweiten Hashrate verantwortlich und sticht damit sowohl die ganze USA als auch ganz Russland aus. Die Hashrate ist ein Maß für die verfügbare Rechenleistung zum Mining von Kryptowährungen.

China: Bitcoin Mining Map. Source: Cambridge University.

Bitcoin-Mining in China nach Regionen. Quelle: Universität Cambridge.

Zuletzt hatte sich Sichuan eigentlich darum bemüht, wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Wirtschaftskrise neue Miner in die Region zu holen, allerdings ist es stattdessen vermehrt zu „illegaler Kapitalbeschaffung“ und betrügerischem Multi-Level-Marketing gekommen.

Wo geht die Reise hin?

Noch ist unklar, ob diese Probleme bzw. die daraus resultierenden Gegenmaßnahmen dem Mining in Sichuan ganzheitlich den Stecker ziehen werden, denn die chinesische Kryptobranche floriert trotz behördlicher Einschränkungen. Christopher Bendiksen, der Marktforschungsleiter von CoinShares, meint in diesem Zusammenhang zu Cointelegraph:

„Ich denke, die Bitcoin-Miner konnten sich in China noch nie hundertprozentig sicher fühlen, dass die Regierung nicht irgendwann auftaucht und ihnen alles wegnimmt. Ich bezweifle, dass sie in dieser Hinsicht jemals ruhig schlafen konnten und jetzt ist es wahrscheinlich schlimmer als je zuvor.“

Aber angenommen, die chinesischen Aufsichtsbehörden machen dieses Mal wirklich Ernst und legen die Mining-Branche in Sichuan komplett lahm. Wer könnte den immensen Beitrag der Region zur globalen Hashrate auffangen?

USA könnten profitieren

Philip Salter, der operative Geschäftsführer von Genesis Mining, das selbst nicht in China tätig ist, erklärt gegenüber Cointelegraph:

„China hat günstige Produktionskosten, weshalb die Investitionsausgaben sehr geringgehalten werden können. In China ist alles schnell und billig. Die Betriebskosten sind allerdings nicht so niedrig, denn der Großteil des Landes bezieht seinen Strom aus Kohlekraftwerken und Kohle ist die teuerste Energiequelle. Im Großen und Ganzen sind die Betriebskosten in China also eher hoch.“

Sollte der Betrieb in Sichuan also nicht mehr möglich sein, könnten es sich wohl nur die profitabelsten und größten Mining-Unternehmen leisten, in andere chinesische Provinzen umzuziehen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass einige Miner in die USA gehen. Selbst der große chinesische Mining-Konzern Bitmain betreibt inzwischen ein Rechenzentrum in Texas, da der US-Bundesstaat dank seiner niedrigen Strompreise und krypto-freundlichen Haltung optimale Voraussetzungen bietet. Ein Exodus in die Vereinigten Staaten ist also durchaus vorstellbar.

Nach der Halbierung der Block-Belohnung im Zuge des Bitcoin-Halvings war die Lage für viele Miner ohnehin schon schlechter geworden. Die Behörden in Sichuan könnten jetzt für zusätzlichen Druck sorgen, was Bitcoin einem weiteren Härtetest unterziehen würde.

Anti-Bitcoin (BTC): China will mit Zentralbankgeld den US-Dollar stürzen

Advertisement

Die Regierung in China hat eine Informationsinitiative zu Bitcoin, Blockchain & Co. gestartet. Mit ihrer digitalen Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) geht sie entschlossen gegen den Facebook-Coin Libra vor.

Die geplante und aktuell im Testlauf befindliche CBDC der Volksrepublik China ist in jeder Hinsicht der Gegenentwurf zu Bitcoin (BTC). Konzipiert als zentral gesteuertes Währungsmittel, das unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei gute Möglichkeiten zur Überwachung der Geldströme bietet, steht es Bitcoin diametral gegenüber. Schließlich ist Bitcoin dezentral konzipiert und baut auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk auf. Die Kontrolle liegt bei den NutzerInnen, die Steuerung erfolgt über die Blockchain.

China entwickelt Anti-Bitcoin mit politischem Sprengstoff

Was sich Bitcoin und der digitale Renminbi jedoch teilen, ist die Fähigkeit, wirtschaftspolitischen Sprengstoff zu produzieren. Denn die Regierung in China plant nichts geringeres, als sich die Vormachtstellung im ökonomischen Kräftemessen zu erkämpfen.

Anti-Libra, Anti-USA

In einem am 19. Mai herausgegebenen Erklärung zu einem Buch über Bitcoin, Blockchain und digitale Währungen erklärt die Kommunistische Partei zudem, dass sie sich mit ihrer CBDC in direkte Konkurrenz zum Facebook Coin Libra stelle.

Dort heißt es über die geplante Digitalwährung, die das Land in Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister Alipay entwerfen will:

China wird bald das erste Land der Welt sein, das eine legale digitale Zentralbankwährung herausgibt. […] Im April 2020 veröffentlichte der US-amerikanische Technologieriese Facebook die nichtstaatliche digitale Währung Libra. […] Das Projekt ist ein digitales Äquivalent zum US-Dollar und die globale Zahlungsstrategie der US-Regierung. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von privatem und öffentlichen [Sektor]. Doch Alipay kann Libra nicht nur besiegen, um das globale Zahlungssystem umzustrukturieren und die Digitalisierung und Integration globaler Finanzdienstleistungen zu vertiefen, sondern sogar zur künftigen Weltwährung werden, die Währungssouveränität von Ländern mit unvollständiger Finanzmarktinfrastruktur in Frage stellen [und] die Dollar-Hegemonie weiter konsolidieren […]. Die Internationalisierung stellt zweifellos die nationale Währungssouveränität und das Zahlungs- und Clearingsystem Chinas vor große Herausforderungen.

Yang Dong

Abgesehen von den massiven Fehlinformationen (Facebook hat Libra bisher nicht veröffentlicht, daher sind auch die gezogenen Schlussfolgerungen im Zitat daraus falsch), sagt China den Vereinigten Staaten hier klar den Kampf an. Die digitale Zentralbankwährung soll die Vormachtstellung des US-Dollars stürzen.

Mit dem Anti-Bitcoin für den Kommunismus

Im weiteren Verlauf des Dokuments werden zudem Details zur geplanten Währung bekannt. So heißt es, dass man bereits mit einem Blockchain-Voting-System Fortschritte gemacht habe, um dahingehend digitale Abstimmungsprozesse voranzutreiben. Damit sei ein kostengünstiges Finanzmodell möglich geworden, um die „Internationalisierung des Renminbis und der Hegemonie gegenüber dem US-Dollar“ zu stärken.

Man kann aus diesen Aussagen also mit aller Vorsicht folgern, dass bei der CBDC aus dem Hause China der Proof-of-Stake-Konsens zum Einsatz kommt – näheres ist jedoch nicht bekannt. Schließlich, so geht es auch aus dem Dokument hervor, würden aktuell noch verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung getestet. Die Zielsetzung dieses Anti-Bitcoin ist umso deutlicher formuliert:

Effektive Gegenangriffe haben das Potenzial, das traditionelle kapitalistische Beteiligungssystem und die Währungsform zu untergraben und Veränderungen in der Produktionsbeziehung herbeizuführen, die dem Ideal des Kommunismus und der Gemeinschaft des menschlichen Schicksals entsprechen.

Dass es sich bei solchen Aussagen um polemisierende Parteipropaganda handelt, dürfte außer Frage stehen. Dennoch ist die politische Sprengkraft des geplanten chinesischen Anti-Bitcoin nicht zu unterschätzen.

Schließlich befindet sich das Land in der Blockchain-Forschung und der Entwicklung von digitalen Währungskonzepten im internationalen Wettbewerb recht weit vorne. So hat die Regierung in China bereits Mitte April mit den ersten Testläufen zum Anti-Bitcoin begonnen. Dass das Land damit die Privatsphäre der Bürger weiter aushöhlt, erscheint beinahe als Nebeneffekt zur wirtschaftspolitischen Sprengkraft zu sein.

Bitcoin (BTC), China und Blockchain – eine Bestandsaufnahme

Advertisement

Bitcoin (BTC) und China: Kein einfaches Paar. Doch die Blockchain-Technologie ist im Reich der Mitte auf dem Vormarsch.

China kämpft sich im internationalen digitalen Wettrüsten weiter an die Spitze, während Bitcoin dort indessen keinen leichten Stand hat. Im vergangenen Monat ist das Reich der Mitte bereits mit einer staatseigenen digitalen Zentralbankwährung in die Testphase gegangen. Die Central Bank Digital Currency (CBDC) wird seitdem teilweise an ausgesuchte Regierungsbeamte als Gehalt ausgezahlt. Die digitale Währung verspricht dabei nicht nur ein Zugewinn an Effizienz im Zahlungsverkehr. Sie ermöglicht darüber hinaus auch die bessere Überwachung der Geldströme.

Wie nun bekannt wurde, will Chinas Zentralbank auch die Blockchain-Adaption im Land vorantreiben. In der ersten Tagung des FinTech-Komittees der Peoples Bank of China wurde deutlich, dass der Vorsitzende der Zentralbank Fan Yifei auf eine schnelle Adaption der Blockchain-Technologie pocht. Laut einem Bericht von Sina News vom 13. Mai will Fan sicherstellen, dass bis zum kommenden Jahr ein entsprechender Plan aufgestellt und durchgeführt werde. Wie aus dem Bericht weiter hervorgeht, seien bereits Studien in Auftrag gegeben worden, die die weitere Digitalisierung des Staates fördern sollen.

Bitcoin in China

Kryptowährungen haben in China derweil einen unsicheren Stand. So hatte die chinesische Regierung bereits mehrfach erklärt, dass sie die Blockchain-Technologie zwar für sinnvoll halte. BTC sei demgegenüber aber hochspekulativ und daher mit Risiken verbunden. Vergangenes Jahr löste der Generalsekretär der Kommunistischen Partei Xi Jinping mit seinen Aussagen in diesem Zusammenhang sogar Kursturbulenzen aus.

In diesem Zusammenhang hat ein Gericht in der Provinz Fujian jüngst entschieden, dass BTC als digitales Gut keinen Schutz durch das chinesische Recht genießt. Ein verprellter Investor hatte versucht, die Einzahlungen, die er in ein Bitcoin-basiertes Investment-Schema getätigt hatte, zurückzuerlangen und den Betreiber des „Bitcoin Clubs“ verklagt. Das Gericht hatte seine Forderung jedoch abgewiesen.

Demgegenüber steht eine Gerichtsentscheidung aus dem vergangenen Jahr, in der ein Gericht im Bezirk Hangzhou erklärt hatte, dass Bitcoin als „legaler Besitz“ zähle. Laut dem Urteil handele es sich bei Bitcoin um einen knapp bemessenen Wertgegenstand und damit um eine mögliche Handelsware. Den Status einer legalen Währung erreichte Bitcoin dadurch jedoch nicht. Seitdem scheint sich die Bitcoin-Regulatorik in China von Urteil zu Urteil zu hangeln.

Die Krypto-Industrie ist davon unmittelbar betroffen. Gerade die in China ansässigen zahlreichen Bitcoin Miner dürften vom ständigen Auf und Ab der Bitcoin–Regulierung in China wenig begeistert sein.

Mittleres Volksgericht in China: Bitcoin ist ein digitaler Vermögenswert

Advertisement

Das oberste mittlere Volksgericht in Schanghai kündigte am 6. Mai öffentlich eine Berufung für einen Bitcoin-Streit um die Entschädigung für die Beschädigung fremden Eigentums an, wie Baidu berichtete. 

Im zweiten Gerichtsverfahrens wurde entschieden, dass Bitcoin ein digitaler Vermögenswert sei und durch das Gesetz geschützt werden sollte. Alle Bitcoin, die auf illegalem Wege beschafft wurden, sollten zurückgegeben oder mit einem Preisnachlass entschädigt werden, so die Lokalzeitung.  

Es begann mit einem Überfall

Dem Bericht zufolge wurde das Ehepaar Pete und Xiaoli Wang im Jahr 2018 in Schanghai von vier Personen in ihrer Wohnung ausgeraubt. Die Räuber zwangen das Paar, ihre Kryptowährungen auf die Konten des Angreifers zu überweisen. Im Bericht heißt es: 

“Bei dem Überfall wurden Mobiltelefone des Paares entwendet, sie wurden ihrer Freiheit beraubt, geschlagen und bedroht und dazu gezwungen, ihre 18,88 Bitcoin und 6466 Skycoins zu übergeben.” 

In der ersten Gerichtsverhandlung war die Vierergruppe bereit, die von Pete und Xiaoli Wang gestohlenen Bitcoin und Skycoin zurückzugeben. Das Gericht verurteilte die Räuber wegen Freiheitsberaubung zu Haftstrafen zwischen sechs Monaten und fünfzehn Tagen und acht Monaten.

Das Gericht entschied auch, dass, wenn die schuldigen Parteien dieselbe Kryptowährung nicht zurückgeben können sollten, sie den Betrag stattdessen in der Landeswährung zum damaligen BTC- und Skycoin-Kurs am 12. Juni 2018 zurückzahlen müssen. 

Kein ungeschorenes Davonkommen

Die vier Männer wollten diese Entscheidung jedoch nicht akzeptieren. Sie legten gegen das Urteil Berufung ein und sagten: .

“Die derzeitigen chinesischen Gesetze erkennen die Bitcoin und Skycoin nicht als Eigentum an und betrachten Bitcoin und Skycoin nicht als Objekte oder Eigentum im chinesischen Recht. Daher haben Pete und Wang Xiaoli keinen Anspruch darauf, die Rückgabe von Eigentumsrechten zu fordern.”

Nach einem fast 2-jährigen Kampf vor Gericht gab das Paar schließlich ihre Skycoin auf. Sie bestanden jedoch weiterhin darauf, dass das Gericht für die Rückgabe ihrer Bitcoin sorgt. Das Gericht ordnete den vier Räubern schließlich an, die 18,88 BTC des Paares zurückzugeben. 

Wie Cointelegraph bereits berichtete, hat es in China in der Vergangenheit ähnliche Streitigkeiten gegeben. Das chinesische Gericht in Hangzhou traf die gleiche Entscheidung und erkannte Bitcoin als virtuelles Eigentum an.

Bitcoin Mining: China kontrolliert fast zwei Drittel der Hash Rate

Advertisement

Die meisten neuen Bitcoin gehen nach China: Das Land zeichnet für 65 Prozent der Bitcoin Hash Rate verantwortlich. Das geht aus Daten der Cambridge University hervor.

Es ist kein Geheimnis, dass das Bitcoin Mining in Ländern mit niedrigen Strompreisen besonders floriert. Wer Strom zum Schleuderpreis erhält, kann sich nicht ausschließlich nur über eine größere Gewinnmarge freuen, sondern auch mehr für Mining Hardware ausgeben. Dabei ist die Hash Rate, also die Rechenpower, die das Bitcoin-Netzwerk absichert, sehr ungleich auf dem Globus verteilt.

65 Prozent der Bitcoin Hash Rate ist „Made in China“

Ein Blick auf die Bitcoin Mining Map der Cambridge University offenbart, dass chinesische Mining Pools das Bitcoin-Netzwerk dominieren. Mit 65 Prozent zeichnete das Reich der Mitte für einen überwältigen Anteil der Bitcoin Hash Rate im April verantwortlich. Die chinesische Provinz Xinjiang stellte alleine 35 Prozent der gesamten Bitcoin Hash Rate zur Verfügung.

China dominiert das Bitcoin Mining

Zum Vergleich: Für Deutschland vermeldet das Zentrum für alternatives Finanzwesen der Cambridge University einen Hash-Rate-Anteil von lediglich 0,56 Prozent. Dieser mickrige Wert liegt vor allem darin begründet, dass Deutschland in einer anderen Kategorie zu den weltweiten Spitzenreitern gehört:

Auch die USA und Russland gelten als Billigstrom-Länder – entsprechend hoch fällt ihr Anteil an der Bitcoin Mining Hash Rate aus.

Bitcoin Hash Rate im Ländervergleich.

Die Daten zeigen: Selbst wenn sich US-amerikanische und russische Miner zusammen tun würden, könnten sie nur einen Bruchteil der Rechenpower von Chinas Mining Pools erreichen.

Die Gefahr einer 51-Prozent-Attacke

Der Umstand, dass chinesische Miner knapp zwei Drittel der Bitcoin Hash Rate stellen, ruft regelmäßig Bedenkenträger auf den Plan. Neben einem Konflikt mit dem Krypto-Ideal der Dezentralisierung sehen Manche die Gefahr einer chinesischen 51-Prozent-Attacke. So könnten sich die chinesischen Mining Pools theoretisch zusammenschließen, um die Bitcoin Blockchain zu ihrem Vorteil zu manipulieren. So wären beispielsweise Double Spends möglich, also die doppelte Ausgabe ein und derselben Bitcoin-Einheit. Auch die Zensur von Transaktionen könnte im Zuge einer 51-Prozent-Attacke erfolgen.

Allerdings könnten die Miner weder die an der Zahl der pro Block geminten BTC noch an der den grundlegenden Konsensregeln des Netzwerks Hand anlegen, da die Full Nodes entsprechende Blöcke ablehnen würden. Bitcoin ist so konzipiert, dass ehrliche Akteure einen Vorteil gegenüber böswilligen Netzwerkteilnehmern haben. Sollte eines Tages dennoch ein mächtiger Akteur (wie etwa ein Staat) einen Großteil Hash Rate von Bitcoin an sich reißen wollen, bleibt als ultima Ratio immer noch die Möglichkeit einer Hard Fork.

Bitcoin Mining Map: China dominiert das Bitcoin Mining

Advertisement


Bitcoin Mining Map

Das Cambridge Centre for Alternative Finance publiziert immer wieder sehr wertvolle Studien über das Bitcoin-Netzwerk. Insbesondere im Bereich Stromverbrauch ist die Forschung die Universität von Cambridge federführend. Daher ist folgende Publikation absolut spannend und brisant: Eine Karte die aufzeigt, wo auf der Welt die Bitcoin Mining Geräte verteilt sind:

Bitcoin Mining Map: Weltkarte

Bitcoin Mining Map

Bitcoin Mining Map

Und diese Karte zeigt auf, wo auf der Welt die effektive Hashpower lokalisiert ist. Also im Prinzip zeigt die Karte, wo die Bitcoin Mining-Geräte stehen. Und damit bestätigt das Cambridge Centre for Alternative Finance was alle schon immer vermuteten: Die meisten Bitcoin Mining-Geräte stehen in China. Daher hier eine zweite Karte, mit Fokus auf China:

Bitcoin Mining Map: Fokus auf China

Bitcoin Mining Map

Bitcoin Mining Map mit Fokus auf China

Bitcoin Mining Map: Verteilung der Hashpower nach Länder

Bitcoin Mining Map: Verteilung der Hashpower nach Länder

Bitcoin Mining Map: Verteilung der Hashpower nach Länder







Ehemaliger chinesischer Zentralbankpräsident: Digitaler Yuan kann Bargeld ersetzen

Advertisement

Der ehemalige Präsident der Bank von China Li Lihui hat enthüllt, dass die Einführung des digitalen Yuan unmittelbar bevorstehe und dass die Währung das Bargeld ersetzen könne, wenn vier Hauptbedingungen erfüllt seien. 

Der digitale Yuan der Zentralbank ist derzeit in der Testphase und sorgt bei den chinesischen Internetnutzern für Aufregung. Die Anzahl der Suchanfragen nach den Auswirkungen des digitalen Yuan und Kryptowährungen im Allgemeinen ist in letzter Zeit stark angestiegen.  

Lihui hat am 5. Mai in einem Live-Stream mit People’s News gesprochen und erklärte, der digitale Yuan sei im Gegensatz zu WeChat Pay und Alipay so konzipiert, dass er unabhängig von Netzwerken oder Drittbanken funktioniere. Er sagte jedoch auch, dass vier Hauptbedingungen erfüllt sein müssten, damit der digitale Yuan Bargeld oder andere aktuelle Zahlungslösungen ersetzen könne: .

“Ob sich der digitale Yuan zu einer dominierenden Währungsform und zum Mainstream-Zahlungsmittel entwickeln kann, hängt davon ab, ob er eine höhere Effizienz, niedrigere Transaktionskosten, eine ausreichende wirtschaftliche Größenordnung mit kommerziellem Wert und die Akzeptanz der Leute erreicht.”

Verschiedene Formen digitaler Währungen

Li glaubt, wenn eine Währung digitale Technologie verwendet, kann sie als Digitalwährung bezeichnet werden. Er unterteilt Digitalwährungen in drei Kategorien: legale Digitalwährung (bezieht sich auf digitale Zentralbankwährungen oder kurz: CBDCs), Blockchain-basierte Kryptowährungen und Digitalwährungen einer vertrauenswürdigen Institution. 

Kryptowährungen, wie etwa Bitcoin, sind so konzipiert, dass sie anonym, aber transparent sind. Der digitale Yuan bietet laut Li auch eine Technologie, die anonyme Transaktionen ermöglicht. Er fügte jedoch hinzu, dass es für anonyme Transaktionen Grenzen geben würde, die die Häufigkeit und den Betrag einschränken. 

Wie Cointelegraph bereits berichtete, hat die Bank von China an verschiedenen Standorten Pilotversuche mit der CBDC lanciert. Die Zentralbank glaubt, dass keine Inflation zu befürchten sei.

© Coincorner.ch