Nimmersatt – Grayscale hat 150 Prozent der seit dem Halving geminten Bitcoin aufgekauft

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Die Krypto-Vermögensverwaltung Grayscale Investments kauft momentan ungefähr 150 % aller neu produzierten Bitcoin seit dem Halving vom 11. Mai auf.

Laut Daten des Krypto-Marktforschers Kevin Rooke hat Grayscale seit dem Halving 18.910 BTC für den eigenen Bitcoin-Fonds aufgekauft. Dies ist umso interessanter, da seit dem 11. Mai erst 12.337 BTC gemint wurden.

Changpeng Zhao, der Geschäftsführer der führenden Kryptobörse Binance, kommentierte das Diagramm von Rooke mit einem Verweis auf die Knappheit von Bitcoin: „Die Umlaufmenge ist selbst für einen Player zu klein.“

Grayscale vereinnahmt Bitcoin

Letzte Woche hatte Rooke bereits geschätzt, dass Grayscale im gesamten ersten Quartal 2020 ungefähr 33 % aller neuen Bitcoin aufgekauft hat, da der Krytpo-Fonds 60.762 BTC in etwas mehr als den letzten 100 Tagen akkumuliert hat.

Zudem verzeichnet Grayscale im ersten Quartal 29,9 Mio. US-Dollar an Kapitalzufluss in die eigenen Krypto-Fonds, was einem Anstieg von 800 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Als Antwort auf den betreffenden Tweet von Rooke schrieb Grayscale Gründer Barry Silbert: „Warte erstmal, bis du die Zahlen aus dem zweiten Quartal siehst.“

Wie Rooke schätzt, kauft Grayscale momentan doppelt so viel Bitcoin pro Tag wie zuvor. So sind es nach dem Halving durchschnittlich 1112,35 BTC, während es im Q1 noch 607,62 BTC pro Tag waren.

Grayscale sieht in CBDCs eine Chance für Bitcoin

Grayscale selbst hat jüngst einen Bericht veröffentlicht, in dem sie eine Gleichmachung von Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC) und Kryptowährungen wie Bitcoin zurückweist.

„Zentralbank-Digitalwährungen werden oftmals als mit Digitalwährungen wie Bitcoin gleichgesetzt, allerdings weichen sie deutlich von der dezentralisierten Gestaltung ab, die den meisten Kryptowährunge innewohnt“, wie es in diesem Zusammenhang im Bericht heißt.

„Zentralbank-Digitalwährungen woll eine Verbesserung der bestehenden Zahlungsinfrastruktur sein, während Bitcoin versucht, Geld grundlegend neu zu definieren. Wenn die Zentralbank-Digitalwährungen erfolgreich sind, werden sie das Verkaufsargument für Bitcoin und andere Digitalwährungen vielmehr stützen“, wie Grayscale deshalb schlussfolgert.

Damit schlägt der Bericht in dieselbe Kerbe wie der Ökonom John Vaz, der zuletzt gegenüber Cointelegraph meinte, dass Zentralbank-Digitalwährungen „eine Art Gegenschlag der Zentralbanken sind, weil sie Kryptowährungen nicht mögen“.

„Bei Zentralbank-Digitalwährungen geht es wahrscheinlich mehr darum, Geldströme nachverfolgbar zu machen, anstatt einen wirklichen Mehrwert zu schaffen“, so Vaz.

Chinas Zentralbank bestätigt – Noch „kein genauer Zeitplan“ für Einführung des digitalen Yuans

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Die People’s Bank of China (PBoC), also die chinesische Zentralbank, hat klargestellt, dass es noch „keinen genauen Zeitplan“ für die Einführung des digitalen Yuans gibt.

In einem Interview auf der eigenen Webseite wurde Zentralbank-Chef Yi Gang gefragt, wann mit der Einführung der chinesischen Digitalwährung zu rechnen sei, woraufhin er antwortete:

„Die momentanen Tests sind reine Routinemaßnahmen im Rahmen von Forschung und Entwicklung der Digitalwährung. Bisher gibt es keinen genauen Zeitplan für eine Einführung.

Die Tests auf die Gang anspielt wurden in den Städten Shenzhen, Suzhou, Xiongan, Chengdu und den Austragungsorten der Olympischen Winterspiele 2022 durchgeführt.

Kurze Zeit nach Veröffentlichung des Interviews hat die Global Times, ein staatlich kontrolliertes Nachrichtenportal, einen Artikel verfasst, in dem es wiederum heißt, dass China die Einführung ihrer Zentralbank-Digitalwährung in großen Schritten vorantreiben will, um die Vormachtstellung der USA aufzuweichen und die Abwicklung von finanziellen Hilfen nach der Corona-Krise zu bewerkstelligen.

Der Artikel der Global Times zitiert in diesem Zusammenhang Cao Yin, Mitgründer des Blockchain-Unternehmens Digital Renaissance:

„Obwohl die USA chinesische Finanzinstitute noch nicht auf ihre Schwarze Liste gesetzt hat, stellt die USA weiterhin eine große Bedrohung für Chinas Finanzinstitute und die Stellung des Yuans im internationalen Zahlungsverkehr dar. Aus diesem Grund könnte die Zentralbank-Digitalwährung früher herausgebracht werden als erwartet.“

Darüber hinaus würde die Digitalwährung der chinesischen Regierung helfen, sicherzustellen, dass Corona-Hilfszahlungen auch wirklich bei bedürftigen Personen und Firmen ankommen. Im Rahmen der Hilfsmaßnahmen zur Stärkung der eigenen Wirtschaft will China zudem die Staatsverschuldung anheben und bedeutsame Steuererleichterungen für Unternehmen gewähren.

Digitaler Yuan schon seit 2019 im Gespräch

Schon 2019 hieß es, dass der Digitale Yuan vorangetrieben werden sollte, um eine Antwort auf die geplante Facebook Kryptowährung Libra zu geben. Damals bestätigten offizielle Quellen bereits, dass Chinas Digitalwährung kurz vor ihrer Einführung stehen würde.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, füllen Betrüger in der Zwischenzeit das vorhanende Vakuum, indem sie vorgeben, dass es sich bei ihren Fake-Kryptos um die chinesische Digitalwährung handelt.

Donald Trump gegen China: Der digitale, kalte Währungskrieg

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Donald Trump lässt kaum gute Haare an China. Der chinesische Außenminister warnt vor einem kalten Krieg. Doch auf digitalem Boden ist dieser längst im Gange.

Wang Yi, der chinesische Außenminister hat jüngst die US-Regierung um Donald Trump kritisiert. Wie die Tagesschau am 24. Mai berichtet, warnte Wang Yi in diesem Zusammenhang vor einem kalten Krieg.

In den USA, so Wang weiter, würden zu viele Lügen und Verschwörungen fabriziert, was nicht zuletzt auf die US-Regierung zurückgehe. Gerade die Trump-Rhetorik, die in Bezug auf die Ursprünge für die Corona-Pandemie immer wieder auf China verweise, gefährde die Beziehung beider Länder.

Dass Donald Trump diese Beziehung gefährdet, ist indes kaum von der Hand zu weisen. So bezeichnete der US-Präsident Corona wiederholt als „China-Virus“ und drohte in öffentlichen Diskussionen mit der Verschärfung der Strafzölle.

Das Verhältnis zwischen Trump und der Volksrepublik ist also angespannt – und die Lage könnte sich noch weiter zuspitzen.

China und der digitale Yuan: Sprengstoff im ökonomischen Kräftemessen

So arbeitet die Kommunistische Partei bereits seit fünf Jahren an einer digitalen Ausgabe der chinesischen Staatswährung. Als digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, CBDC) soll der E-Yuan zum Einen den inländischen Geldverkehr effizienter gestalten. Zum anderen, und das scheint bisweilen stärker ins Gewicht zu fallen, soll er die Vormachtstellung des US-Dollars angreifen. Regierungsnahe Wissenschaftler erläuterten jüngst den Zweck der digitalen Währung; so sei diese auch als ein Gegenentwurf zum geplanten Facebook-Coin Libra zu verstehen:

China wird bald das erste Land der Welt sein, das eine legale digitale Zentralbankwährung herausgibt. […] Im April 2020 veröffentlichte der US-amerikanische Technologieriese Facebook die nichtstaatliche digitale Währung Libra. […] Das Projekt ist ein digitales Äquivalent zum US-Dollar und die globale Zahlungsstrategie der US-Regierung. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von privatem und öffentlichen [Sektor]. Doch [Chinas CBDC] kann […] sogar zur künftigen Weltwährung werden, die Währungssouveränität von Ländern mit unvollständiger Finanzmarktinfrastruktur in Frage stellen [und] die Dollar-Hegemonie weiter konsolidieren […]. Die Internationalisierung stellt zweifellos die nationale Währungssouveränität und das Zahlungs- und Clearingsystem Chinas vor große Herausforderungen.

Yang Dong

Gemeinsam mit dem Zahlungsdienstleister Alipay läuft die Entwicklung der digitalen Staatswährung indes auf Hochtouren. Bereits seit Mitte April bekommen Regierungsbeamte im Bezirk Xiangcheng einen Teil ihrer Gehälter in Form der CBDC ausgezahlt.

Der kalte Währungskrieg, so mag man meinen, ist in vollem Gange. So heißt es zum E-Yuan weiter:

Effektive Gegenangriffe haben das Potenzial, das traditionelle kapitalistische Beteiligungssystem und die Währungsform zu untergraben und Veränderungen in der Produktionsbeziehung herbeizuführen, die dem Ideal des Kommunismus und der Gemeinschaft des menschlichen Schicksals entsprechen.

Yang Dong

US-Dollar-Hegemonie in Gefahr?

Für Donald Trump ist die Sache demgegenüber eindeutig: Den US-Dollar bezeichnete er durch wiederholte Tweets im vergangenen Jahr als unanfechtbare Weltwährung – gegen die vor allem digitale Währungen wie Bitcoin keine Chance hätten.

Dennoch könnte die Vormachtstellung durch die Zentralbankwährung aus China durch die aktuellen Entwicklungen bedroht werden. JPMorgan betont etwa in einer aktuellen Studie, die dem US-Wirtschaftsmedium Bloomberg vorliegt:

Es gibt kein Land, das durch das disruptive Potenzial einer digitalen Währung mehr zu verlieren hat als die Vereinigten Staaten. Dies betrifft vor allem die Hegemonie des US-Dollars.

JP Morgan Chase in einer aktuellen Studie.

Gerade in Bereichen wie der Handelsabwicklung zwischen Banken oder dem SWIFT-System könne der Einsatz von CBDCs Vorteile bringen, denen man sich auch von US-Seite nicht verschließen solle. Vielmehr sei es für die US-Regierung um Trump nun an der Zeit zu handeln:

Eine grenzüberschreitende Zahlungslösung, die auf einem digitalen Dollar aufbaut würde, vor allem wenn es minimal disruptiv zum vorhandenen Finanzsystem konzipiert würde, eine sehr moderate Investition sein, um die wichtigen Machtelemente im Finanzsystem zu bewahren. Für Länder mit einem hohen Einkommen und vor allem die Vereinigten Staaten sind digitale Währungen eine Übung im geopolitischen Risikomanagement,

schließt der Bericht der US-Bank.

China und die gläsernen BürgerInnen

In China selbst hat die Einführung einer digitalen Staatswährung jedoch noch weitere Implikationen als das Kräftemessen mit Trump und den USA. Durch die Einführung des digitalen Yuans, so hieß es zur Konzeption von offizieller Seite, werde eine bessere Überwachung der Zahlungsströme – vorrangig zur Verhinderung von Geldwäsche – möglich.

Das Land, indem 80 Prozent der Smartphone-NutzerInnen ihre Zahlungen per Wischbewegung tätigen, baut sich mit der CBDC auch ein digitales Guckloch in die Taschen der BürgerInnen. Denn nach letzten Informationen könnte die Chinas digitale Zentralbankwährung auf die Basis einer Blockchain gebaut werden. Mit dieser würde die lückenlose Nachverfolgung von Zahlungen möglich.

Um eine Vormachtstellung des Überwachungsstaates in Währungsbereichen liegt es nun nicht nur an den USA, die Bemühungen in der Digitalisierung des Zahlungsverkehr zu verstärken. Auch die Europäische Union hat hier noch Aufholbedarf.

Die französische Zentralbank testet den Blockchain-basierten digitalen Euro

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Die französische Zentralbank – Banque de France – hat in Zusammenarbeit mit dem Investmentbanking-Riesen „Societe Generale“ den Blockchain-basierten digitalen Euro „erfolgreich“ getestet.

Dabei hatte Societe Generale Anleihen im Wert von 40 Mio. € als Sicherheitstoken ausgegeben, die abschliessend in Blockchain-basiertem digitalen Euro der Zentralbank abgerechnet wurden. In den nächsten Wochen sollen weitere Tests mit anderen Partnern stattfinden.

Experiment unter Verwendung von Blockchain-Infrastrukturen

Laut der Investmentbank Societe Generale wurde das Experiment unter Verwendung von Blockchain-Infrastrukturen durchgeführt. Das Experiment zeigt die Machbarkeit der digitalen Abwicklung von Finanztransaktionen sowie Lieferung der Assets in Form von digitalen Währungen der Zentralbank (CBDC), erklärte Societe Generale.

Auch im April 2018 gab die Investmentbank Anleihen im Wert von 100 Mio. € Sicherheitstoken aus, die jedoch im traditionellen Euro abgerechnet wurden. Die jüngste Testtransaktion in digitalem Euro ist jedoch ein neuer Schritt in Richtung dieser innovativen Technologie, mit welchem die Societe Generale ihre Transformation vorantreibt. Die Investmentbank möchte damit ihre Kunden besser bedienen können.

Wichtiger Beitrag der Banque de France zum CBDC

Wie die französische Zentralbank in einem Pressebericht bekanntgab, sind in den nächsten Wochen weitere Experimente mit dem digitalen Euro mit anderen Akteuren geplant. Mit den Ergebnissen dieser Experimente möchte die Zentralbank einen wichtigen Beitrag der Banque de France zum CBDC leisten.

Die Banque de France startete noch im April ihr Experimentierprogramm rund um den digitalen Euro, um das Potenzial der digitalen Währung beim Abwickeln von tokenisierten finanziellen Vermögenswerten zu untersuchen. Aktuell konzentriere sich die Bank jedoch nur auf CBDC-Anwendungsfälle im Grosshandel, wie der Experiment zeigt. Die Zentralbank erläuterte noch im April, dass sie damit keine Münzen und Banknoten ersetzen möchte.

Laut einer Studie der Blockchain-Firma R3 sind die digitalen Währung für Endverbraucher noch nicht nutzbar. Aktuell entwickelt noch keine Zentralbank eine „Retail“ CBDC für Endverbraucher, sondern die Lösungen sind – wie im Experiment der Banque de France – auf Anwendungsfälle im Grosshandel gerichtet. Zwar forschen einige Zentralbanken bereits an der Umsetzung einer Retail-CBDC, doch diese sei aktuell noch in weiter Ferne, heisst es in der Studie.

Mehr News zu digitalen Währungen der Zentralbank (CBDC)

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Regulierungs-ECHO: China versus USA – Das Wettrüsten hält an

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Das Wettrüsten zwischen den USA und China geht in die nächste Runde. Während die Volksrepublik Kryptowährungen und Blockchain in dieser Woche mit in ihr offizielles Lehrprogramm für Parteikader aufnimmt, werden in den USA vermehrt Forderungen nach eigenen Blockchain-Initiativen laut. Bei der Entwicklung des E-Euros zeichnen sich derweil erste Lichtblicke ab.

Willkommen zum Regulierungs-ECHO. Das Wichtigste der vergangenen Woche zum Thema Regulierung rund um das Bitcoin-Ökosystem.

Anti-Bitcoin – China will mit CBDC den US-Dollar stürzen

Während rund um den Globus eifrig an digitalen Zentralbankwährungen geforscht wird, macht China Nägel mit Köpfen. Dass der digitale Yuan für das Reich der Mittel dabei alles andere als ein unbedeutsames Randexperiment ist, bezeugt die Volksrepublik in dieser Woche um ein Weiteres. In einer am 19. Mai herausgegebenen Erklärung unterstreicht die Kommunistische Partei, dass sie sich mit ihrer CBDC in direkte Konkurrenz zum Facebook Coin Libra stelle – ein deutlicher Hinweis auf die Expansionspläne im ökonomischen Kräftemessen mit den USA. Seit dieser Woche zählen Blockchain und Kryptowährungen zudem zum offiziellen Lehrprogramm an den chinesischen Kaderschulen.

US-Abgeordneter fordert Blockchain-Strategie

Auf der anderen Seite des großen Teiches sieht man solche Entwicklungen mit großer Sorge. Angesichts des chinesischen Vorpreschens mahnt der republikanische Kongressabgeordnete Brett Guthrie in einer Presseerklärung:

Wir dürfen uns nicht von China abhängen lassen […] Die USA sind eine Nation von Innovation und Unternehmen – und das müssen wir bewahren.

Mit einem Gesetzesentwurf will er die US-Handelsbehörde FTC dazu veranlassen, unter anderem die Möglichkeiten staatlicher Blockchain–Anwendung zu erforschen und dabei ein entsprechendes Empfehlungspaket für den Kongress zu erarbeiten. Dieses käme einer öffentlichen Blockchain-Strategie für die USA gleich.

Denkfabrik mahnt US-Verteidigungsministerium

Günstiges Fahrwasser für seine Initiative dürfte Guthrie dabei von der Value Technology Foundation erhalten, an der zahlreiche Unternehmen wie IBM, Accenture und Deloitte beteiligt sind. In einer Erklärung warnt die Denkfabrik in dieser Woche das US-Verteidigungsministerium, in puncto Blockchain-Anwendungen nicht hinter China und Russland zurückzufallen. In einem Paper warnt der Think-Tank:

Die beiden Supermächte, die die größte Bedrohung für die USA darstellen, investieren beide stark in die Forschung und Entwicklung der Blockchain-Technologie.

Von militärischer Warte böten Distributed-Ledger-Technologien den USA neben den Bereichen der Satellitenkommunikation, Waffensteuerung oder Cybersicherheit zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Diese gelte es zu nutzen.  

Brasilien veröffentlicht Digitalstrategie

Auf der Südhälfte des amerikanischen Kontinents könnte die Blockchain derweil schon bald im öffentlichen Sektor ankommen. In dieser Woche veröffentlichte die brasilianische Regierung ihre Digitalstrategie. In dieser ist unter anderem von der Einrichtung einer digitalen Plattform für öffentliche Dienstleistungen sowie der Zusammenlegung staatlicher Datenbanken und digitalen Ausweispapieren die Rede. Um die Potentiale von Blockchain-Technologien wird die Regierung bei der Umsetzung dieser Ziele nicht herumkommen.

CBDC im Anflug? Frankreich schließt erste Tests zum E-Euro ab

Auch in Europa scheint sich die bislang anhaltende Blockchain-Starre langsam zu lösen. Wie die Banque de France nun mitteilte, wurden erste Tests mit dem digitalen E-Euro erfolgreich abgeschlossen. Damit tut sich Frankreich bei der Entwicklung einer solchen digitalen Bezahlalternative in der Eurozone als Taktgeber hervor.

Mit Details hält sich die Bank jedoch bislang bedeckt. Der knappen Mitteilung lässt sich zunächst nur entnehmen, dass der getestete virtuelle Euro für die Anwendung im Interbankenhandel konzipiert sei. Ob und wann der E-Euro überhaupt die digitalen Geldbörsen der EU-Bürger erreicht, ist derzeit kaum abzusehen. Zunächst einmal seien weitere Testreihen geplant.

CBDC im Anflug: Frankreich schließt erste Tests zum E-Euro ab

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In der Entwicklung eines digitalen Euros tut sich vor allem Frankreich als Taktgeber in der Eurozone hervor. Wie die Banque de France nun mitteilte, seien Tests mit dem E-Euro bereits erfolgreich abgeschlossen worden. Steht der E-Euro also bald in den Startlöchern?

Die Banque de France ist der Entwicklung eines digitalen Euro ein gutes Stück näher gekommen. Wie die Französische Zentralbank in einer schriftlichen Mitteilung bekannt gab, seien erste Tests mit dem E-Euro erfolgreich verlaufen.

Die Bank erklärte, dass Wertpapierabwicklungen mit dem E-Euro am 14. Mai unter Verwendung der Blockchain-Technologie durchgeführt wurden. Nachdem die Bank Ende März eine Reihe von etwaigen Tests angekündigt hatte, wurde mit der ersten E-Euro-Transaktion auf einer Blockchain nun ein richtungsweisender Etappensieg errungen.

Mit Details hält sich die Bank jedoch bislang bedeckt. Der knappen Mitteilung lässt sich weiter entnehmen, dass der virtuelle Euro im Rahmen des Pilotprogramms zunächst für die Anwendung im Interbankenhandel konzipiert sei. Eine digitale Zentralbankwährung (Central bank digital currency, kurz: CBDC) wäre somit zunächst dem Großhandel und Banken sowie institutionellen Akteuren vorbehalten. Der Erklärung lässt sich weiter entnehmen, dass die Bank eine Reihe von Tests mit Finanzinstituten und Unternehmen folgen lassen will.

Für welchen Zeitraum die Entwicklung angesetzt ist, ist jedoch bislang offen. Ebenfalls ist noch unklar, ob die CBDC in dieser Form überhaupt den Endverbraucher erreicht. Wie die Bank in einer früheren Mitteilung bekannt gab, sei der E-Euro zunächst ausschließlich für den Interbanken-Verkehr im Clearing und der Abwicklung von tokenisierten Assets vorgesehen.

CBDC-Wettlauf der Zentralbanken

Dass sich die Banque de France mit Informationen aktuell noch bedeckt hält, ist der Bedeutung und Tragweite des E-Euro geschuldet. Die Währung ist ein Prestigeprojekt mit außenpolitischer Signalwirkung – ein Scheitern kann sich die Bank auf internationaler Bühne nicht erlauben. Daher werden auch nur schrittweise Teile der Roadmap veröffentlicht. Trotz der Strahlkraft des Projekts betont die Bank den aktuellen Sandbox-Status der digitalen Zentralbankwährung.

Zudem möchte sich die Bank wohl auch mit Blick auf Chinas rasches Voranschreiten bei der Entwicklung einer CBDC nicht in die Karten schauen lassen. Während Diskussionen und Konzepte rund um einen E-Euro bereits seit längerem unberührt auf dem Tisch liegen, lässt China Worten Taten folgen. So befindet sich der digitale Renminbi bereits bei ausgewählten Regierungsbeamten in der Region Xiangcheng in Suzhou im Umlauf.

Eine landesweite Einführung der CBDC könnte außerdem schon im kommenden Jahr zu den olympischen Winterspielen 2022 erfolgen. Im Bezug auf die Abwicklung von Transaktionen hat Zahlungsdienstleister Alipay bereits Patente angemeldet. Nicht zuletzt durch die Einführung des Blockchain-based Service Network (BSN), Chinas staatseigenem Blockchain-Netzwerk, stellt das Reich der Mitte die Weichen für den digitalisierten Zahlungsverkehr.

Anti-Bitcoin (BTC): China will mit Zentralbankgeld den US-Dollar stürzen

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Die Regierung in China hat eine Informationsinitiative zu Bitcoin, Blockchain & Co. gestartet. Mit ihrer digitalen Zentralbankwährung (Central Bank Digital Currency, CBDC) geht sie entschlossen gegen den Facebook-Coin Libra vor.

Die geplante und aktuell im Testlauf befindliche CBDC der Volksrepublik China ist in jeder Hinsicht der Gegenentwurf zu Bitcoin (BTC). Konzipiert als zentral gesteuertes Währungsmittel, das unter der Kontrolle der Kommunistischen Partei gute Möglichkeiten zur Überwachung der Geldströme bietet, steht es Bitcoin diametral gegenüber. Schließlich ist Bitcoin dezentral konzipiert und baut auf einem Peer-to-Peer-Netzwerk auf. Die Kontrolle liegt bei den NutzerInnen, die Steuerung erfolgt über die Blockchain.

China entwickelt Anti-Bitcoin mit politischem Sprengstoff

Was sich Bitcoin und der digitale Renminbi jedoch teilen, ist die Fähigkeit, wirtschaftspolitischen Sprengstoff zu produzieren. Denn die Regierung in China plant nichts geringeres, als sich die Vormachtstellung im ökonomischen Kräftemessen zu erkämpfen.

Anti-Libra, Anti-USA

In einem am 19. Mai herausgegebenen Erklärung zu einem Buch über Bitcoin, Blockchain und digitale Währungen erklärt die Kommunistische Partei zudem, dass sie sich mit ihrer CBDC in direkte Konkurrenz zum Facebook Coin Libra stelle.

Dort heißt es über die geplante Digitalwährung, die das Land in Zusammenarbeit mit dem Zahlungsdienstleister Alipay entwerfen will:

China wird bald das erste Land der Welt sein, das eine legale digitale Zentralbankwährung herausgibt. […] Im April 2020 veröffentlichte der US-amerikanische Technologieriese Facebook die nichtstaatliche digitale Währung Libra. […] Das Projekt ist ein digitales Äquivalent zum US-Dollar und die globale Zahlungsstrategie der US-Regierung. Sie ist ein hervorragendes Beispiel für die Zusammenarbeit von privatem und öffentlichen [Sektor]. Doch Alipay kann Libra nicht nur besiegen, um das globale Zahlungssystem umzustrukturieren und die Digitalisierung und Integration globaler Finanzdienstleistungen zu vertiefen, sondern sogar zur künftigen Weltwährung werden, die Währungssouveränität von Ländern mit unvollständiger Finanzmarktinfrastruktur in Frage stellen [und] die Dollar-Hegemonie weiter konsolidieren […]. Die Internationalisierung stellt zweifellos die nationale Währungssouveränität und das Zahlungs- und Clearingsystem Chinas vor große Herausforderungen.

Yang Dong

Abgesehen von den massiven Fehlinformationen (Facebook hat Libra bisher nicht veröffentlicht, daher sind auch die gezogenen Schlussfolgerungen im Zitat daraus falsch), sagt China den Vereinigten Staaten hier klar den Kampf an. Die digitale Zentralbankwährung soll die Vormachtstellung des US-Dollars stürzen.

Mit dem Anti-Bitcoin für den Kommunismus

Im weiteren Verlauf des Dokuments werden zudem Details zur geplanten Währung bekannt. So heißt es, dass man bereits mit einem Blockchain-Voting-System Fortschritte gemacht habe, um dahingehend digitale Abstimmungsprozesse voranzutreiben. Damit sei ein kostengünstiges Finanzmodell möglich geworden, um die „Internationalisierung des Renminbis und der Hegemonie gegenüber dem US-Dollar“ zu stärken.

Man kann aus diesen Aussagen also mit aller Vorsicht folgern, dass bei der CBDC aus dem Hause China der Proof-of-Stake-Konsens zum Einsatz kommt – näheres ist jedoch nicht bekannt. Schließlich, so geht es auch aus dem Dokument hervor, würden aktuell noch verschiedene Möglichkeiten zur Umsetzung getestet. Die Zielsetzung dieses Anti-Bitcoin ist umso deutlicher formuliert:

Effektive Gegenangriffe haben das Potenzial, das traditionelle kapitalistische Beteiligungssystem und die Währungsform zu untergraben und Veränderungen in der Produktionsbeziehung herbeizuführen, die dem Ideal des Kommunismus und der Gemeinschaft des menschlichen Schicksals entsprechen.

Dass es sich bei solchen Aussagen um polemisierende Parteipropaganda handelt, dürfte außer Frage stehen. Dennoch ist die politische Sprengkraft des geplanten chinesischen Anti-Bitcoin nicht zu unterschätzen.

Schließlich befindet sich das Land in der Blockchain-Forschung und der Entwicklung von digitalen Währungskonzepten im internationalen Wettbewerb recht weit vorne. So hat die Regierung in China bereits Mitte April mit den ersten Testläufen zum Anti-Bitcoin begonnen. Dass das Land damit die Privatsphäre der Bürger weiter aushöhlt, erscheint beinahe als Nebeneffekt zur wirtschaftspolitischen Sprengkraft zu sein.

Digitales Europa – Abkehr vom Bargeld rückt näher

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Seit Frühjahr 2020 ist klar, dass uns eine rasante Zukunft bevorsteht. Der viel beschworene digitale Wandel wurde durch das Coronavirus massiv befeuert, da technologische Lösungen in vielen Feldern von jetzt auf gleich an Wichtigkeit gewonnen haben. Das Finanzwesen ist dabei eine der ersten Branchen, die sich darauf einlässt. So gewinnt die Umstellung von Bargeld auf kontaktloses Zahlen mittlerweile selbst in konservativen europäischen Ländern immer mehr an Boden, wodurch auch Kryptowährungen, allen voran die sogenannten Stablecoins, vermehrt in den Fokus rücken. Nicht nur Bargeld als möglicher Übertragungsweg für das Virus, sondern auch die inflationäre Geldpolitik im Zuge der Wirtschaftskrise wirken unweigerlich als Katalysator für die Marktreife von Kryptowährungen.

Bargeld verliert an Einfluss

Münzen und Geldscheine könnten dementsprechend schon bald ein Relikt vergangener Tage werden. Nicht nur, dass sie in der Post-Corona-Welt technologisch überholt und altbacken scheinen würden, zudem wären sie weiterhin eine Gefahrenquelle, da nicht klar ist, wann die Corona-Pandemie wirklich vorüber ist. Dementsprechend ist durchaus realistisch, dass Social-Distancing und andere Vorsichtsmaßnahmen auch auf längere Zeit noch Gültigkeit haben werden.

Im Gegensatz zu den USA und Asien, die Innovationen und neuen Entwicklungen generell offener gegenüberstehen, ist Europa eher traditionell und konservativ eingestellt. Durch die Krise drängt sich der Wandel nun aber geradezu auf, also wenn nicht jetzt, wann dann?

Selbst hier in Deutschland, wo Bargeld essentieller Bestandteil des alltäglichen Lebens ist, haben die Kartenzahlungen im Zuge der Corona-Krise erstmals Bargeldzahlungen übertroffen. Treibende Kraft für diesen Sinneswandel sind allen voran gesundheitliche Bedenken, bei der Nutzung von Bargeld. Diese Annahme wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass mehr als die Hälfte aller Kartenzahlungen in Deutschland inzwischen kontaktlos getätigt werden. Vor der Krise waren es nur knapp 35 % aller Kartenzahlungen. Mittelfristig wird das Bargeld bei uns zwar nicht so schnell verschwinden, jedoch ist mehr und mehr erkennbar, wo die Reise hingeht.    

Unabhängig von der Krise hatte sich in den letzten fünf Jahren ohnehin schon der Wert der Kartenzahlungen stetig gesteigert. Während 2013 in Deutschland noch 4,5 Mrd. Euro mit Karte gezahlt wurden, waren es 2018 immerhin schon 7,8 Mrd. Euro.

Die Technologie-affine jüngere Generation treibt diesen Wandel umso stärker voran, da sie ohne Vorbehalte auch Zahlungen per Smartphone oder Kryptowährung tätigt.

Kryptowährungen und Digitalwährungen als Alternative

Trotz des erfolgreichen deutschen Weges bei der Verlangsamung der Ausbreitung ist die Zahl der Corona-Infektionen inzwischen auf über 170.000 Personen angestiegen, wodurch die Notwendigkeit alternativer Lösungsansätze immer größer wird. Dies gilt aber nicht nur für Deutschland, sondern auch für andere Länder, weshalb Regierungen auf der ganzen Welt vermehrt auf Blockchain-Projekte und die Entwicklung eigener Zentralbank-Digitalwährungen setzen.

Bereits Ende 2019 war deutlich geworden, dass es einen Bedarf für Digitalwährungen gibt, weshalb Regierungen ihre Haltung zu Krypto und Blockchain inzwischen merkbar geändert haben. So sind Digitalwährungen nicht mehr nur eine scheinbare Spielerei für Nerds, sondern eine ernstzunehmende Technologie, die das bestehende Finanzsystem in vielerlei Hinsicht besser machen kann.

Zu dieser Einsicht kommt inzwischen auch die deutsche Politik, die im Dezember 2019 ein Gesetz verabschiedet hat, das vorsieht, dass jedes Unternehmen, das mit Kryptowährungen arbeitet, bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine entsprechende Genehmigung als Krypto-Verwahrer beantragen muss.

Die Welt öffnet sich für den Wandel

In Sachen eigener Zentralbank-Digitalwährung eilt China derweil voraus. So werden im Reich der Mitte bereits erste Testläufe mit einem digitalen Yuan absolviert, an denen sich auch die dortigen Ableger namhafter Firmen wie McDonald’s, KFC und Starbucks beteiligen.

Allerdings ist die Nutzung von Digitalwährungen keine reine Zukunftsmusik, denn vereinzelt kann bereits mit Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) gezahlt werden. Die Fastfoodkette Burger King ist bekannt dafür, als einer der ersten Konzerne Zahlungen in Form von Bitcoin angenommen zu haben. So konnten in den Niederlanden schon im Jahr 2016 die ersten hungrigen Kunden ihre Burger mit der Kryptowährung bezahlen. Wenig später waren auch in Deutschland Bitcoin-Zahlungen über die Webseite und Smartphone-App von Burger King möglich.

Immer mehr Europäer sind überzeugt, dass Digitalwährungen nicht nur eine bloße Modeerscheinung sind. Diese Einschätzung ist durchaus berechtigt, denn Blockchain und Krypto haben das Potenzial, das Finanzsystem grundlegend zu ändern. So können sie nicht nur dafür sorgen, dass Zahlungen für Einzelpersonen und Unternehmen kostengünstiger und effizienter werden, sondern sie können auch Finanzintermediäre in vielen Bereichen überflüssig machen und für einen direkteren Zugang zu Geld sorgen.  

Auch in der Europäischen Union wächst deshalb das Interesse an Zentralbank-Digitalwährungen und Stablecoins, wobei Malta eine Führungsrolle in Sachen Krypto-Gesetzgebung übernommen hat.

Selbst die Europäische Zentralbank (EZB) spielt inzwischen offen mit dem Gedanken eines digitalen Euros. Anfang des Jahres hatte EZB-Chefin Christine Lagarde dementsprechend gesagt, dass ihr Institut eine tragende Rolle bei der Entwicklung einer gemeinsamen europäischen Digitalwährung spielen will, da eine CBDC umso wichtiger ist, wenn „die Nutzung von Bargeld nachlässt“.

Vom Trend zur Realität

Laut einer Umfrage der Kryptobörse BitFlyer sind unter 10.000 Europäern aus 10 verschiedenen Ländern knapp zwei Drittel der Meinung, dass Kryptowährungen nicht wieder von der Bildfläche verschwinden werden.  

Darüber hinaus liegt es ohnehin immer mehr im Trend, Kryptowährungen zu kaufen, weshalb sich viele Krypto-Unternehmen bemühen, den Zugang so leicht wie möglich zu gestalten. So können Kryptowährungen inzwischen auch über Kreditkarten erworben werden.

Die Vorbehalte gegenüber Kryptowährungen werden immer geringer, was durch die momentane Lage nur noch beschleunigt wird. Digitale und kontaktlose Zahlungen gehören schon jetzt zum Alltag und das Potenzial der Blockchain-Technologie, unser Finanzsystem nachhaltig zu revolutionieren, wird zunehmend offensichtlich. 

Die Ansichten und Meinungen in diesem Artikel stammen allein vom Autor und decken sich nicht zwangsläufig mit den Ansichten von Cointelegraph.

Alex Axelrod ist Geschäftsführer und Gründer von Aximetria und Pay Reverse. Alex ist ein erfahrener Unternehmer, der mehr als zehn Jahre lang bei einem der führenden Finanzdienstleister gearbeitet hat.

Währungskorb gegen Hyperinflation – Saga will Problematik des „Gelddruckens“ lösen

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Ido Sadeh Man, der Gründer des Krypto-Projekts Saga, hat am 15. Mai im Interview mit Cointelegraph über seine globale Digitalwährung und deren Ambitionen gesprochen. Dabei erklärte er, dass diese an einen Korb aus Fiatwährungen und Bitcoin angebunden werden soll, um eine Antwort auf die Probleme des traditionellen Finanzsystems zu liefern.

Gelddrucken ist nicht die Lösung

Zunächst stellt Ido in diesem Zusammenhang fest, dass die durch die Zentralbanken verursachte Hyperinflation, also die Entwertung bestehender Landeswährungen, langfristig ein großes Problem werden wird:

„Diese Herangehensweise wird langfristig sehr schwerwiegend Konsequenzen haben.“

Laut Ido wäre ein Korb aus verschiedenen Währungen auf natürliche Weise weitaus mehr gegen einen Kaufkraftverlust geschützt.

Als einen solchen Währungskorb schlägt er deshalb den sogenannten SDR vor, in dem auch seine eigene Kryptowährung SDR vertreten ist. Darüber hinaus würde sich dieser aus dem US-Dollar, Euro, Britischen Pfund, japanischen Yen und chinesischen Yuan zusammensetzen. Dies soll Kursschwankungen einzelner Landeswährungen auffangen und dadurch das Risiko einer Entwertung verhindern. So erklärt Ido:

„Wenn einige der Landeswährungen im SDR gerade Geld drucken, dann gibt es andere, die zur gleichen Zeit kein Geld drucken, was bedeutet, dass wenn die einen im Kurs steigen, die anderen nach unten gehen.“

Inspiriert von Bitcoin

Bitcoin wurde im Zuge der Finanzkrise von 2008 geboren. Die heute marktführende Kryptowährung wurde damals mit dem Hintergedanken entworfen, ein Gegenentwurf zur willkürlichen Geldpolitik der Zentralbanken zu sein. In den nachfolgenden Jahren haben viele Digitalwährungen versucht, auf diesem Konzept aufzubauen. Gegenüber Cointelegraph gibt Ido zu, dass seine Kryptowährung ganz klar hiervon inspiriert ist.

Das erklärte Ziel seiner Kryptowährung namens Saga ist es, eine Währung zu schaffen, die völlig unabhängig von geldpolitischer Einflussnahme ist. Eine solche Währung könnte zugleich Wertaufbewahrungsmittel und internationales Zahlungsmittel sein. Laut Ido ist Saga dabei eine Mischung zwischen Bitcoin und sogenannten Stablecoins. Letztere beziehen ihre namensgebende (Wert-)Stabilität aus der Anbindung an einen externen Vermögenswert (z.B.: Gold, US-Dollar, etc.).

Von Bitcoin hat Saga wiederum eine ganz spezielle Eigenschaft übernommen:

„Wir machen es genau wie Bitcoin, dass wir die Umlaufmenge von Saga nicht beeinflussen können. Wir können also kein zusätzliches Saga-Geld drucken.“

Langfristig will sich Ido auch an weiteren Grundideen des Marktführers orientieren.

CBDCs sind nicht die Antwort

Abschließend nimmt er noch Bezug auf die zurzeit viel diskutierten Zentralbank-Digitalwährungen (CBDC). In diesen sieht der Saga-Gründer allerdings lediglich eine „tokensierte“ Landeswährung, was wiederum bedeuten würde, dass sie keine wirkliche Antwort auf die inhärenten Probleme des Geldsystems geben können.

Widespread usage of a CBDC could equate to huge numbers of people unknowingly granting unlimited and unrestricted access to data on their economic lives to a central authority. Ido believes privacy, custodianship, and financial stability would be the three most challenging elements a CBDC would face.

Wie Cointelegraph berichtet hatte, hat der amerikanische Senat jüngst Corona-Hilfszahlungen von bis zu 485 Mrd. US-Dollar durchgewunken, was die Verschuldung des Landes, und damit die Abwertung des US-Dollars, massiv vorantreiben könnte. Mehr und mehr Experten sind der Meinung, dass Bitcoin durch diese makroökonomischen Verwerfungen tatsächlich zu einer attraktiven Absicherung gegen das traditionelle Finanzsystem werden kann.

Visa reicht Patentantrag für eigene „Kryptowährung“ ein

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Der große Zahlungsdienstleister Visa hat beim amerikanischen Patentamt einen Patentantrag für eine eigene Blockchain-Digitalwährung eingereicht.

Der entsprechende Antrag, der am 14. Mai veröffentlicht, aber bereits im November 2018 eingereicht wurde, stammt von Simon Hurry und Alexander Pierre, die der Visa International Service Association in San Francisco angehören. Gegenstand des Patentantrags ist eine Digitalwährung, die auf einer Blockchain basiert, was sie wiederum zu einer Kryptowährung macht.

Als potenzielle Blockchain, auf der die Digitalwährung betrieben werden soll, wird das Ethereum-Netzwerk genannt. Der Patentantrag sieht vor, dass die Digitalwährung, genau wie bei einer Kryptowährung, durch einen Privatschlüssel an eine Wallet gekoppelt ist. Zudem soll sie an eine Fiatwährung angebunden sein, um für die nötige Wertstabilität zu sorgen.

Diese Anbindung würde die Kryptowährung zu einem sogenannten Stablecoin machen. Das dafür geplante Verfahren beschreibt der Antrag folgendermaßen: 

„Jedes Mal, wenn eine Einheit der Digitalwährung generiert wird, verpflichtet sich der Antragsteller, den entsprechenden Gegenwert in Form einer Fiatwährung aufzukaufen, um den Wert der Digitalwährung stabil zu halten.“

Kurzum: Visa sagt zu, eine Geldmenge anzulegen, die exakt dem Gegenwert der Digitalwährung entspricht.

Der US-Dollar wird im Patentantrag zwar explizit als eine mögliche Landeswährung zur Anbindung genannt, allerdings weist Forbes darauf hin, dass auch andere Landeswährungen wie das Britische Pfund, Yen und/oder Euro dafür genutzt werden könnten.

Im Februar hatte die Kryptobörse Coinbase bekanntgegeben, dass sie eine Partnerschaft mit Visa eingegangen ist, die ihr ermöglicht, Krypto-Debitkarten herauszugeben.