Japanischer Energieriese Tepco: Bürger sollen Stromüberschuss mittels Blockchain handeln können

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Die Tokyo Electric Power Company Holdings Inc. oder kurz: Tepco, hat sich mit dem großen japanischen Handelsunternehmen Itochu Corporation zusammengetan. Die wollen zusammen am Aufbau eines Blockchain-Systems für den Handel mit überschüssigem Strom arbeiten. 

Laut einem Bericht von Nikkei vom 18. Juni soll das neue System in Japan innerhalb von drei Jahren angeboten werden. Die Unternehmen planen, mit den lokalen Regierungen zusammenzuarbeiten und bis März 2021 einen Konzeptnachweis zu haben. 

Wenn das gelingt, wäre das das erste mal, dass Haushalte in Japan mit überschüssigem Strom untereinander handeln können. 

Tepco und Itochu wollen den Haushalten Speicherbatterien und Sonnenkollektoren mit künstlicher Intelligenz kostenlos zur Verfügung stellen. Die KI-Technologie kontrolliert die Menge der erzeugten und verbrauchten Energie und berechnet Überschüsse, mit denen man dann handeln kann.

Die Blockchain-Technologie wird eingesetzt, um “die Sicherheit der Kommunikation” zu erhöhen.

Es gibt weltweit bereits auch andere Initiativen, wie die von Tepco und Itochu. Im April unterzeichnete das australische Blockchain-Unternehmen Power Ledger einen Deal mit Nicheliving, dem größten Bauträger von Wohnanlagen in Perth, um in den nächsten drei Jahren eine Blockchain-Handelsplattform für Solarenergie für Anwohner zu entwickeln.

Das Energiehandelssystem ähnelt dem von Tepco und Itochu. Die Blockchain-Technologie verfolgt den Energieverbrauch, während die KI den Nutzern ermöglicht, Überschüsse an andere Bewohner zu verkaufen. 

Die Plattform von Power Ledger soll zunächst in 62 Wohnungen in Nichelivings Vorzeigeprojekt SkyHomes in Inglewood eingesetzt werden. In Perth soll es dann 10 weitere Entwicklungsprojekte geben.

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Mit seiner Global Blockchain Survey zeichnet der Auditing-Riese Deloitte ein jährliches Stimmungsbild der Blockchain-Branche. Die Studie zeigt: Der Trend zur Adaption setzt sich auch im Jahr 2020 ungebrochen fort.

Die neuste Blockchain-Studie der Wirtschaftsprüfer von Deloitte dokumentiert für die Privatwirtschaft einen fortgesetzten Einstellungswechsel gegenüber dieser Technologie. Führungskräfte sehen die Blockchain demnach nicht mehr als „bahnbrechend und bloß vielversprechend.“ Im Jahr 2020 sei sie stattdessen als „integraler Bestandteil der organisatorischen Innnovation“ anzusehen:

Die Geschichte der Blockchain im Jahr 2020 ist eine Geschichte greifbarer, realer Implementierungen im großen und kleinen Maßstab. Aber es ist auch eine Geschichte darüber, wie die Blockchain die gesamte Organisation beeinflusst und jeden an ihrem Erfolg teilhaben lässt.

Im Rahmen der Studie befragte Deloitte 1,488 Führungskräfte und Fachkräfte aus Deutschland, der Schweiz und 12 weiteren Ländern. Alle Teilnehmer verfügten in Sachen Distributed Ledger und digitale Assets über ein zumindest rudimentäres Verständnis. Sie hatten weiterhin Einblick in die Krypto-Strategie ihrer jeweiligen Unternehmen. Da Deloitte seine Befragung zwischen dem 6. Februar und dem 3. März durchführte, könnten die Zahlen keinen etwaigen Meinungswechsel widerspiegeln, der sich auf Grund der Corona-Pandemie eingestellt haben könnte.

Blockchain gewinnt weiter an Bedeutung

Die diesjährige Global Blockchain Survey zeigt tatsächlich einen deutlichen Anstieg der Adaption. Denn 39 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, die Technologie in ihren Produktionsprozess integriert zu haben. 2019 waren es hingegen noch 23 Prozent.

Die Umfrage demonstriert darüber hinaus einen weitestgehend ungebrochenen Glauben an das Wertsprechen von Blockchain– und anderen Distributed-Ledger-Technologien. 55 Prozent der Befragten erachten die Technologie so als eine der fünf wichtigsten strategischen Prioritäten für ihr Unternehmen. 83 Prozent fürchten zudem einen Wettbewerbsnachteil, wenn sie Blockchain und Co. nicht in den Fokus rücken.

Nichtsdestoweniger bestehen in der Branche nach wie vor auch Zweifel am tatsächlichen Nutzen der Technologie. Denn 54 Prozent der Befragten glauben, dass die Blockchain „overhyped“ sei. Im Jahr 2019 bejahten hingegen lediglich 43 Prozent diese Frage. Ferner sank die Zahl derer, die an einen Sicherheitsvorteil der Chain gegenüber anderen IT-Technologien glauben, im Vergleich zum Vorjahr von 71 auf 64 Prozent.

Bei digitalen Assets gaben sich die Befragten indes ebenfalls zuversichtlich. 89 Prozent gaben an, dass derartige Assets für ihre Branche in den kommenden Jahren „sehr oder ziemlich wichtig“ sein werden.  83 Prozent glauben zudem, dass Kryptowährungen eine tatsächliche Alternative zu Fiatwährungen sind.

Verliert Deutschland den Anschluss?

Deloitte stellte bei der Adaption der Blockchain weiterhin deutliche regionale Unterschiede fest. Während 59 Prozent der Befragten aus China angaben, die Technologie bereits einzusetzen, waren es in den USA 31 und in Deutschland lediglich 26 Prozent. Auch andere Zahlen erhärten das Bild, dass der Glaube an die Blockchain in Deutschland geringer ausgeprägt ist, als im asiatischen Raum. Deloitte scheint hier dennoch optimistisch:

In Deutschland hat die Blockchain neuen Schwung erhalten, da die politischen Entscheidungsträger den Gesetzgebungsprozess aktiv mitgestaltet haben. Beispiele für solche Gesetzesinitiativen sind die Veröffentlichung eines Gesetzentwurfs zur Regelung des Angebots von Kryptowährungs-Token sowie die öffentliche Unterstützung und Förderung von Vorzeigeprojekten, die die Blockchain-Technologie in der nationalen Verwaltung einsetzen. Es gibt auch beträchtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Regulierung von Kryptowährungen, die Deutschland als sicheres regulatorisches Umfeld für Aktivitäten mit Kryptowährungen etablieren könnten,

lobt Deloitte die Entwicklungen in Deutschland.

Neue Corona-Forschungsinitiative belohnt Beiträge mit Krypto

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Das Unternehmen CPUcoin, das sich auf dezentralisierte Infrastruktur-as-a-Service konzentriert, kündigte ein neues gemeinsames Programm mit der Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC) an.

Die Initiative will ungenutzte Rechenleistung für die Coronavirus-Forschung verwenden. 

Benutzer, die die CGN Miner-Plattform von CPUcoin und die Open-Source-Software BOINC herunterladen und installieren, unterstützen mit ihrer ungenutzten Rechenleistung das IBM World Community Grid und Rosetta@home-Projekte. Im Gegenzug erhalten sie dafür Kryptowährung.

Rosetta@home konzentriert sich auf die Erforschung von Proteinen, aus denen das neuartige Coronavirus besteht, um Therapien und Diagnose-Methoden zu erforschen.

Das IBM World Community Grid arbeitet an der Vorhersage der Wirksamkeit bestimmter chemischer Verbindungen als mögliche Behandlungsmethoden für den Coronavirus.

Nutzer werden mit Token von CPUcoin belohnt

Sobald die CGN Miner-Plattform erkennt, dass jemand COVID-19 BOINC-Projekte unterstützt, erhält der Benutzer CPUcoins. Das sind Utility-Token, die man gegen andere Kryptowährungen, wie etwa Tether (USDT), Bitcoin (BTC) und Ether (ETH) auf der Börse ProBit Exchange eintauschen kann.

Im Gespräch mit Cointelegraph sagte Sean Barger, der Geschäftsführer von CPUcoin:

“CPUcoin hat keine Computerinfrastruktur. Es ist im Besitz der Netzwerkteilnehmer, die man auch ‘CGN Miner’ nennt. Miner werden für ihre Zeit am Computer in CPU belohnt, der firmeneigenen Kryptowährung von CPUCoin. Der CPU wird für dezentralisierte Dienste verwendet, die von den Entwicklern auf den Markt gebracht werden. Auch für Auszahlungen an die Miner, die deren Rechenleistung genutzt wird, wird der Coin verwendet.”

Barger glaubt, dass die Partnerschaft von CPUcoin mit BOINC einen “entscheidenden Meilenstein” für die Bemühungen von Blockchain- und Kryptowährungsunternehmen darstelle.

Disrupt Network – das virtuelle Meet-up für Blockchain-Enthusiasten

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Um ein gut vernetztes Ökosystem in der Blockchain-Szene zu schaffen, braucht es regelmäßige Meet-ups. Deswegen veranstalten Disrupt Network in diesem Juni eine virtuelle Blockchain-Konferenz, in der sich alle Stakeholder zu aktuelle Themenschwerpunkte rund um Disruptive Technologien wie Blockchain austauschen können.

Blockchain, Wissensaustausch und die Vernetzung aller Stakeholder disruptiver Technologien, das ist der Auftrag von Disrupt Digital Events. Mit seiner Veranstaltungsreihe gibt das Disrupt Network seit Dezember 2018 regelmäßig Vertretern der Blockchain-Szene eine Bühne. Entstanden ist das Ganze aus der Erkenntnis, dass es in der Blockchain-Meet-up-Szene an Struktur fehlt. Ein gut vernetztes Ökosystem fördert wiederum den Erfolg einzelner Stakeholder, also lokaler Regierungen, NGOs, gleichwohl aber auch Interessenvertreter großer Unternehmen und Start-ups. 

Was mit einem Wissensaustausch und Vernetzung in kleinem Stil seinen Anfang genommen hatte, hat sich im letzten Jahr auf hundert Events und Konferenzen in in elf verschiedenen Städten in der gesamten DACH-Region ausgedehnt. Ein historischer Moment für das Disrupt Network Team und Jan Mundin. Turbulent nahm sich dagegen das Frühjar 2020 aus: nachdem die Corona-Pandemie in die ursprünglichen Pläne intervenierte, fielen Konferenzen und Events aus und größere Sponsoren-Budgets weg. 

Doch der Covid-19-Shutdown entpuppte sich für Disrupt als Chance für den Ausbau des Netzwerks. Vorerst werden Disrupt Network Events ausschließlich als Webkonferenzen stattfinden. Das bedeutet, die Veranstaltungen können ortsabhängig und über mehrere hundert oder tausend Kilometer hinweg effizienter und produktiver gestaltet werden. Meetings werden aufzeichnet und sind im Internet abrufbar. So wurden aus bisher durchschnittlich 50 plötzlich 200 Teilnehmer pro Event. Ein neues Format, das Mundin, der neben Disrupt Network als Generalsekretär für die ITSA tätig ist, auch nach Corona weiterführen möchte. 

Die Eventreihe beschäftigt sich in den nächsten Wochen vor allem mit Themen, die die digitale Transformation vorantreiben: Blockchain/ DLT, künstliche Intelligenz, Mobility und IoT. Die Panel-Reden sind kostenlos, werden allerdings auf Englisch geführt.

Save the date: 18. Juni bis 1. Juli

Vom 18. Juni bis 1. Juli findet wöchentlich ein Panel statt. 

Eine komplette Übersicht aller Webinare findest du hier

Die BTC-ECHO Highlights: 

  • Am Donnerstag um 9:00 Uhr geht es los mit BLOCKROCKETs monatlichen Blockchain-Start-up Pitches: Fünf Start-ups mal fünf Minuten. 

Jeden Monat wählt der Early Stage Investor BLOCKROCKET einige vielversprechende Start-ups aus, die ihren Business Case vor mehr als 200 Führungskräften, Gründern und Investoren des deutschen Blockchain-Ökosystems vorstellen dürfen. Eine Jury aus Business Angels und VCs wird am Ende der Veranstaltung einen Monatssieger küren.

  • Ein weiteres spannendes Panel wird am 29. Juni um 9.00 Uhr stattfinden. Dort diskutieren Start-ups und traditionelle Unternehmen die Tokenisierung der Immobilienbranche. 

Vertreten sind beispielsweise die Unternhemen Clifford Chance LLP, eine der führenden Wirtschaftskanzleien der Welt mit insgesamt 3.300 Rechtsberatern, die Real-Estate-Token-Börse RTX21 aus Frankfurt und die Finoa AG, eine institutionelle Custody und Brokerage Plattform für digitale Vermögenswerte.

Chinesischer Tech-Riese hinter TikTok will in die Finanzbranche

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ByteDance, ein multinationaler Technologiekonzern aus Peking und das Unternehmen hinter Tiktok, erwägt, Bankendienstleistungen in sein Produkt- und Dienstleistungsangebot aufzunehmen. Der Konzern hat in Singapur eine Lizenz für digitale Banken beantragt, wie die Financial Times am 15. Juni berichtete

Harter Wettbewerb

ByteDance muss sich gegen einige andere asiatische Technologieriesen durchsetzen. Darunter etwa Ant Financial von Alibaba und den Elektronikriesen Xiaomi. Dabei geht es um eine von fünf virtuellen Banklizenzen, die die Singapurer Finanzaufsicht im Laufe dieses Jahres ausstellen wird. 

Von Quellen aus dem Umfeld des Konzerns heißt es, dass das Unternehmen eine der drei Großhandelsbanklizenzen beantragt habe. Das könnte darauf hindeuten, dass die Lizenz auf Firmenkunden und kleinen und mittleren Unternehmen beschränkt werden kann. 

Suche nach Partnern

Obwohl ByteDance auf 75 Mrd. US-Dollar geschätzt wird und auf dem Sekundärmarkt sogar noch höher bewertet wird, soll das Unternehmen mit dem Gedanken gespielt haben, sich mit den Lees zusammenzuschließen. Die Lees sind eine der einflussreichsten Unternehmensfamilien Singapurs und Eigentümer der Oversea-Chinese Banking Corporation. Der Konzern hofft, dass die Partnerschaft seine Chancen auf den Zuschlag erhöhen würde, wie es in dem Bericht heißt. 

Eine offizielle Ankündigung gab es allerdings noch nicht. Cointelegraph hat ByteDance um einen Kommentar gebeten, aber bis Redaktionsschluss noch keine Antwort erhalten. Der Artikel wird aktualisiert, sobald neue Informationen vorliegen. 

Die FT bestätigte, dass ByteDance auf dem chinesischen Festland keine digitale Bank anbietet. Die meisten virtuellen Finanzdienstleistungen werden von der Tencent-Tochter Wechat und der Alibaba-Tochter Alipay dominiert. ByteDance hat bereits zuvor erwogen, eine digitale Banklizenz in Hongkong zu beantragen. Das Unternehmen hatte auch angedeutet, möglicherweise E-Commerce-Dienste anbieten zu wollen. 

Wie Cointelegraph berichtete, wollte Alipay mehr als nur Zahlungen anbieten und Händler und Dienstleister in China mit Miniprogrammen locken.  Banken könnten auch Blockchain-Technologie nutzen, um mehr Bankdienstleistungen anzubieten. Das FinTech-Rennen in Asien gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Security Token: Thailand macht Schulden über die Blockchain

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Am 11. Juni erhielten nun die Miner von Bitfly die 2.6 Millionen-Dollar-Gebühr der mysteriösen Ether-Transaktion.

Nachdem ein unbekannter Ethereum-User Ether im Wert von 130 US-Dollar mit Transaktionsgebühren von umgerechet 2,6 Millionen US-Dollar überwies, brodelte es in der Gerüchteküche der Community. Wer war der Absender hinter dieser verdächtigen Überweisung?

Ethereums Pool für Mining Ethermine.org fror die Zahlung einige Tage ein und forderte den Besitzer des Kontos auf, sich bei dem Support zu melden. Dies geschah scheinbar nicht. Somit werden nun die 2.6 Millionen US-Dollar als Reward unter den unterschiedlichen Minern aufgeteilt.

Die Begründung twitterte die Bitfly, das Unternehmen hinter dem Ethermine-Pool, am 15. Juni:

Da der Absender der Transaktion … sich nach vier Tagen nicht bei uns meldete, haben [wir] die finale Entscheidung getroffen, die tx-Gebühr an die Miner unseres Pools zu verteilen. Angesichts der Höhe des Betrags glauben wir, dass vier Tage für den Absender ausgereicht hätten, um sich mit uns in Verbindung zu setzen

Zuvor hatten einige Personen angeblich vorgetäuscht, das Recht an der Transaktion zu beanspruchen. Keiner konnte allerdings die richtigen Beweise liefern. Das Unternehmen betonte, dass keiner der Anwärter „eine gültige Signatur für das Konto vorzulegen”, sagte das Bitflyer.

Etherminer: „sind keine Schiedsrichter über ETH-Netzwerk“

Es hagelte einige Kritik von Twitter-Nutzern, die darauf bestanden, dass vier Tage zu kurz waren, um auf eine Rückmeldung zu warten. So solle man dem Eigentümer mindestens einen Monat Zeit zu geben, seinen Anspruch geltend zu machen.

Darauf entgegnete Bitfly, sie seien „ein Mining-Pool” und „keine Schiedsrichter des ETH-Netzwerks”. So wolle das Unternehmen in Zukunft jeden Block-Reward, unabhängig der Größe, sofort verabreiten. Hintergrund dafür sei die viral entfachte Diskussion des Vorfalls.

Warum Blockchain in Zukunft eine größere Rolle spielen wird

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Die Coronavirus-Epidemie hat unser tägliches Leben stark beeinflusst und einen Übergang zum Online-Format im großen Stil ausgelöst. Die Blockchain-Technologie hat das Potenzial, diesen digitalen Wandel zu unterstützen, indem sie die dringend benötigte Sicherheit und Effizienz bietet.

Unsere sozialen Gewohnheiten sowie unsere Interaktionen am Arbeitsplatz haben sich durch die Coronavirus-Pandemie verändert. Fast alle Unternehmen halten ihre Geschäftsmeetings nun vollständig online ab, und sogar Justiz- und Regulierungssysteme haben beschlossen, von Streaming-Apps und Online-Chats Gebrauch zu machen.

Das Coronavirus hat Unternehmen auf der ganzen Welt schnell dazu gebracht, auf Fernarbeit umzusteigen und ihre Vorteile schätzen zu lernen. Vor dem Ausbruch des Virus gab es einen Anstieg der Stellenangebote für Fernarbeit, da Unternehmen erkannten, dass Mitarbeiter mit dieser Art von Zeitplan zufriedener und produktiver waren.

Aufgrund der dringenden Umsetzung von Quarantänebestimmungen waren die Unternehmen jedoch gezwungen, Fernarbeitsstrategien schneller als erwartet – wahrscheinlich Jahre im Voraus – umzusetzen. Der E-Commerce-Riese Amazon hat kürzlich die Fernarbeitszeit für seine Mitarbeiter um fünf weitere Monate bis Oktober verlängert. In vielen Ländern werden standardisierte Tests für StudentInnen und SchülerInnen entwickelt, damit sie ihre Prüfungen dieses Jahr online ablegen können.

Dieser Fernarbeitsboom ist ein noch nie dagewesenes Phänomen, und die meisten Unternehmen werden weiterhin funktionieren, indem sie es ihren Mitarbeitern ermöglichen, von zu Hause aus zu arbeiten.

Aufgrund der Geschwindigkeit, mit der diese Anpassungen vorgenommen wurden, werden jedoch einige Herausforderungen zu erwarten sein, da die Welt für dieses Ausmaß der Internet-Abhängigkeit noch nicht ganz bereit war. Wie die Spanische Grippe vor 100 Jahren wird sich das Coronavirus jedoch auch auf neue Technologien auswirken.

Als die Spanische Grippeepidemie in den 1920er Jahren ausbrach, besaßen nur 35 % der Haushalte in den USA ein Telefon. Als die Menschen unter Quarantäne gestellt und gezwungen waren, Maßnahmen zum Social Distancing zu ergreifen, wurde das Potenzial des Telefons entdeckt. Die Spanische Grippe zeigte aber auch die Grenzen der Fernkommunikation auf, da diese Technologie noch in den Kinderschuhen steckte.

Heutzutage können unsere Telefone für alles eingesetzt werden, und wir können uns kein tägliches Leben ohne sie vorstellen. Das gleiche könnte auch für Blockchain gelten.

Verwaltungen und Organisationen sahen sich gezwungen, digitale Lösungen zu implementieren und zu verwenden, um ihre Produktivität aufrechtzuerhalten. Indem sie ihre Besprechungen und Operationen online abhalten, riskieren sie jedoch die Veröffentlichung sensibler Daten. Die Sicherheit der digitalen Identität ist jedoch nicht gewährleistet und es gibt nur wenige Standards und Protokolle, die heute universell zur Bestätigung der Online-Identität verwendet werden können.

COVID-19 macht uns auf die Mängel aufmerksam, die wir bei den Datenspeicherungs- und Identitätssystemen verbessern müssen. Eine Lösung für die Einrichtung von Online-Kommunikationskanälen und Datenspeicherungssystemen, die sicherer und vertrauenswürdiger sind, wäre die Verwendung von Blockchain oder anderen dezentralen Technologien.

Viele visionäre Blockchain-Entwickler und -Projekte haben die Werkzeuge und Systeme erschaffen, die man für ein sicheres Web benötigen würde. Die Einführung von Blockchain erfolgt rasant und diese Technologie wurde bereits in verschiedenen Branchen implementiert: Supply Chain Management, Medizin, Wohltätigkeit, Zahlung und Finanzen usw.

Kryptowährungen sind digitale Assets, die auf Blockchain basieren. In den letzten Jahren sind immer mehr Kryptoprojekte und -dienste wie Börsen, Karten und Broker entstanden, um die wachsende Nachfrage bei den Investoren zu befriedigen. Eine weitere Branche, die von Blockchain und Krypto profitiert hat, ist das Online-Casino. Krypto-Casinos wie 1xBit nutzen die Sicherheit und Geschwindigkeit von Blockchain, um Glücksspiele und Wetten online anzubieten. 1xBit verfügt über eine vielfältige Sammlung an Spielen mit mehr als 5000 Slots von über 100 Spieleanbietern, Dutzenden anderen Gesellschaftsspielen, Lotterien und Sportwetten mit hohen Quoten.

Transaktionen, die mittels Kryptowährung durchgeführt werden, sind schneller, billiger und vertraulicher. Aus diesem Grund handelt es sich bei der 1xBit-Plattform um ein gänzlich anonymes Casino und Sportwetten-Wettbüro, da sie ausschließlich die Verwendung von Kryptowährungen unterstützt. Die Spieler können über 20 verschiedene Kryptowährungen verwenden, um schnelle Ein- und Auszahlungen zu tätigen. Die Auszahlungen erfolgen schnell und es fallen keine Transaktionsgebühren an.

Die Registrierung ist einfach und sobald Sie ein neues Konto bei 1xBit erstellt haben, können Sie einen Willkommensbonus von bis zu 7 BTC in Anspruch nehmen.

1xBit Zusammengehängte Würfel
1xBit© Cryptoticker

Europa am Scheideweg: Bekommt die Politik den E-Euro auf die Kette?

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Das Frankfurt School Blockchain Center trägt in einem offenen Brief die Forderung nach einem E-Euro an die Bundesregierung.

Die Entwicklung und Umsetzung eines digitalen Euro tritt auf der Stelle. Obwohl es an Konzepten und Plänen nicht mangelt, ist der E-Euro nach wie vor ein Traumgebilde. Mit einem offenen Brief wendet sich Prof. Dr. Philipp Sandner, Leiter des Frankfurt School Blockchain Center, an die Bundesregierung und erhofft sich, nötige Impulse zu setzen, um der Entwicklung eines E-Euro auf die Sprünge zu helfen.

Europa am Scheideweg

Mit einer zunehmend digitalisierten Wirtschaft ändern sich auch die Anforderungen an unser Geldsystem. Doch während sich die Technisierung ganzer Wirtschaftszweige im stetigen Wandel befindet, hat der Euro den Übergang aus der analogen Welt nur in Teilen vollzogen.

Daher sei es jetzt an der Zeit, praktikable Konzepte zu erarbeiten, die auch zeitnah umgesetzt werden können. Wie sich dem offenen Brief entnehmen lässt, seien die nächsten Schritte entscheidend und richtungsweisend für die Zukunft der europäischen Ökonomie:

Heute stehen wir wieder an einem Scheideweg. Die Art und Weise, wie Verbraucher und Unternehmen miteinander interagieren, verändert sich aufgrund bestehender und künftiger technologischer Möglichkeiten rasch. Es entstehen neue Geschäftsmodelle, und bestehende Geschäftsmodelle sind oder werden digital umgewandelt. Es ist an der Zeit, dass wir unser Geldsystem aktualisieren und angemessene Formen des digitalen Geldes einführen, um sicherzustellen, dass es den Bedürfnissen von Verbrauchern und Unternehmen entspricht.

Die Anwendungsfelder für einen digitalen Euro seien demnach mannigfaltig. Industrie 4.0, zukünftige Mobilität und Logistik, das Internet der Dinge (IoT) und die Monetarisierung von Daten sind nur einige der Bereiche, in denen der E-Euro seine Stärken ausspielen könnte. Im gleichen Maße, wie diese Bereiche wachsen und Fortschritte erzielen, steigt auch die Dringlichkeit einer programmierbaren Währung.

Roadmap zum E-Euro

Um es nicht bei luftleeren Forderungen zu belassen, schlägt Sandner eine konkrete Roadmap vor, die die schrittweise Entwicklung und Einführung eines E-Euro festhält. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine für den Interbankenverkehr und den Großhandel bestimmte CBDC. Zielsetzung des offenen Briefs ist eine für „Verbraucher, Industrieunternehmen, Finanzorganisationen und Einzelhändler“ zugängliche Währung.

Daher soll die geforderte Währung auch nicht das Bargeld ablösen, sondern ergänzen. Auf Grundlage der Blockchain-Technologie bringt der E-Euro als Token demnach folgende Vorteile mit sich:

  • Erreichen einer weiten Zielgruppe von Einzelpersonen und Industrieunternehmen, über Finanzorganisationen bis Einzelhändlern
  • Programmierbarkeit durch Smart Contracts, um automatisierte Prozesse und Finanzdienstleistungen wie Zinszahlungen, Darlehen, Treuhandkonten oder Leasing zu ermöglichen
  • Interoperabilität des E-Euro in mehreren Ökosystemen
  • Machine-to-Machine-Zahlungen und Anwendungen im IoT-Bereich
  • Beschleunigung des grenzüberschreitenden Zahlungsverkehrs

Entsprechende Konzepte müssten sich zudem mit Datenschutzrichtlinien und hinsichtlich der Finanzstabilität mit der AML/CTF-Regulierung vereinbaren lassen. Sandner zufolge gelänge dies am besten, wenn der E-Euro im Austausch zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor entwickelt würde.

Ziel ist es, den privaten Sektor in die Lage zu versetzen, innovativ zu sein und intelligente Lösungen für Kunden zu entwickeln. Gleichzeitig sollte der öffentliche Sektor dafür sorgen, dass diese Innovation innerhalb eines regulierten Umfelds stattfindet, das finanzielle Stabilität und eine angemessene Aufsicht gewährleistet.

Die Entwicklung bis zur Einführung erstreckt sich in dem Modell über einen Zeitrahmen von knapp zweieinhalb Jahren. Bis Ende 2022 sei demnach die E-Euro-Einführung möglich, wenn zuvor die nötige Infrastruktur erarbeitet wird. Dazu müssten zunächst „Entscheidungsträger schnell auf einen Wissensstand“ gebracht werden. Im Anschluss ließe sich zunächst ein Standard für ein Zahlungssystem und abschließend ein entsprechender „Euro–Token-Standard“ entwickeln.

Wer sich dem Appell anschließen möchte, ist eingeladen, den offenen Brief zu unterzeichnen.

Corona-Apps im Vergleich: Welche es gibt und was sie können

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Seit heute morgen ist die heiß diskutierte dezentrale Corona-Warn-App der Bundesregierung für iOs und Android verfügbar. In unserem Corona-App-Vergleich gibt euch BTC-ECHO einen Überblick über die bekanntesten Corona-Apps – und was wir von ihnen erwarten können.

Zahlreiche Staaten setzen auf Smartphones, um die Pandemie einzudämmen und wichtige Daten für die Forschung zu bekommen. So zieht auch Deutschland nach. Die Kontaktverfolgung über Bluetooth soll COVID-19-Infektionswege nachvollziehbar machen. Die App der Bundesregierung hat von Fachleuten vorwiegend gute Noten erhalten. Doch wie sicher sind Corona-Apps generell? Wie viel Datenschutz wird gewährleistet? Und warum sind Dezentralität und Datensparsamkeit gerade jetzt ausschlaggebend?

Corona-Warn-App der Bundesregierung

App-Typ: Tracing 

Nach wochenlangen Diskussionen ist die von SAP und Telekom entwickelte Corona-Warn-App der Bundesregierung seit heute im App-Store erhältlich. Die App regisitriert über Bluetooth, ob sich Personen über den Zeitraum von 15 Minuten näher als zwei Meter gekommen sind. Dabei tauschen die Smartphones anonyme Identifikationscodes aus. Rückschlüsse auf den Ort oder die eigene Person sind nicht möglich. Hier ist vor allem auch die dezentrale Datenerhebung ein entscheidender Faktor. Sie gewährleistet die Anonymisierung und verhindert eine zentrale Speicherung persönlicher Daten. Mit der Corona-Warn-App nähert sich nun die Bundesregierung also einem Blockchain-affinen Use Case.

Sollte ein Nutzer positiv auf Corona getestet worden sein, soll dieser Status zunächst vom zuständigen Gesundheitsamt bestätigt werden, bevor derjenige seine Kontakte informieren kann. Das soll über einen QR-Code geschehen. Es ist fraglich, ob der Plan überall aufgeht.  Viele Gesundheitsämter und auch Test-Labore haben nicht die beste Telematik-Infrastruktur. Funktioniert allerdings alles, benachrichtigt die App all diejenigen Menschen, die sich in der Vergangenheit in der Nähe dieser infizierten Person aufgehalten haben. Das Herunterladen der App ist für alle Bürger freiwillig. 

  • Vorteile: breite Nutzung, erleichtert Nachverfolgung von Infektionen, dezentrale Datenerhebung
  • Nachteile: Nicht hundertprozentig sicher, Bluetooth-Technik wird zweckentfremdet (war nie zur Kontaktverfolgung gedacht), schlechte Infrastruktur

Datenspende-App des RKI

App-Typ: Datenspende

Das Robert-Koch-Institut stellte mit der Corona Datenspende-App eine der ersten solcher Apps in der Corona-Pandemie zum Download bereit. Darüber können Nutzer anonymisierte Daten eines Fitnesstrackers oder ihrer Smartwach dem RKI für Forschungszwecke zum Coronavirus zur Verfügung stellen. Dies soll Rückschlüsse darüber erlauben, wie sich das Coronavirus ausbreitet. Wer seine Daten löschen lassen möchte, kann auch dies tun. Aktuell können allerdings nur Wearables von Fitbit, Garmin, Polar, Withings oder Google Fit verknüpft werden. Tracker anderer Marken wie Xiaomi, Huawei oder Samsung sind aktuell nicht mit der App kompatibel.

  • Vorteile: kostenlos nutzbar, sammelt wichtige Daten für Corona–Forschung
  • Nachteile: funktioniert nur mit Wearables, unterstützt nicht alle Modelle

CoroNotes-App des Max Planck Instituts 

App-Typ: Datenspende

Mit CoronaNotes hat das Max-Planck Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen – ähnlich wie das RKI – eine App zur Datenerhebung für die Corona–Forschung bereitgestellt. Anders als die vor einigen Wochen veröffentlichte Corona-Datenspende-App des RKI funktioniert CoroNotes ohne eine Smartwatch oder einen Fitnesstracker, sondern Nutzer müssen mit wenigen Klicks selbst tätig werden. Keinerlei Daten werden automatisch erfasst. Stattdessen sollen Nutzer jeden Tag einige Fragen zu ihrem Gesundheitszustand und eventuellen Symptomen und Vorerkrankungen in einem App-Tagebuch beantworten. Dies soll in weniger als einer Minute täglich erledigt sein, den Forschern aber wertvolle Daten liefern, wie der Krankheitsverlauf aussehen kann und Rückschlüsse auf Immunität und effektive Behandlung ziehen.

  • Vorteile: anonyme und freiwillige Teilnahme, ohne Wearables nutzbar, erfasst keine Bewegungsprofile oder Kontakte mit anderen Personen, einfache Nutzung 

Crowdless-App der ESA

App-Typ: Tracing

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen resultierten in mitunter neuen schwierigen Situationen. Was erwartet einem beim schnellen Gang in den Supermarkt? Womöglich eine Riesen-Schlange vor den Kassen. Hätte man das doch nur vorher gewusst… Die Crowdless-App der europäische Weltraumorganisation ESA und dem britischen Start-up Lauteren will hier Abhilfe schaffen. Crowdless zeigt per Ampel-System, wo es sich gerade staut und wo nicht. So können Menschen ihre Einkaufszeiten bequem und zuverlässig planen. Über anonymisierte Daten von der ESA, Google Maps und Google Places soll ermittelt werden, wie voll die Geschäfte in der Umgebung gerade sind, sodass Menschen auf weniger überfüllte Einkaufsmöglichkeiten ausweichen können. Ziel ist es, das persönliche Infektionsrisiko zu verringern, indem Menschenansammlungen von Anfang an vermieden werden.

  • Vorteile: nutzt akkurate Google-Daten

Corona-Schnittstelle von Apple und Google 

Auch wenn aus der Zusammenarbeit der Smartphone-Giganten keine App hervorgeht, unterstützen sie die Bekämpfung von Corona. So haben Google und Apple mittlerweile eine Schnittstelle in ihr Betriebssystem integriert, auf die dann die offiziellen Corona-Warn-Apps der einzelnen Länder aufsetzen können. Bisher wurde 22 Ländern der Zugang ermöglicht. Pro Land soll nur eine App auf die Schnittstellen zugreifen können, um einen Flickenteppich aus verschiedenen Anwendungen zu verhindern. Da von Google und Apple kommen die beiden relevanten Smartphone-Systeme – Android und die iOS-Software stammen, sind sie als einziges in der Lage, die Basis für eine effiziente Einbindung der Corona–Apps in die Telefone zu schaffen. Aber: Obwohl Apple und Google die Technologie automatisch per Software-Update auf Apple- und Android-Smartphones installierten, müssen Nutzer der Aktivierung erst manuell zustimmen.

Corona-Testnachweis SeroStatus App 

App-Typ: Blockchain-basierter digitaler Testnachweis

Mit den Corona-Testergebnissen der SeroStatus App können der Nutzer die vom Arzt attestierten Corona Testergebnisse hochladen, speichern und zum Beispiel bei Messen oder im Flugzeug vorzeigen. Damit hat die Anyblock Analytics GmbH aus Mainz – so minimal invasiv wie möglich – eine funktionsfähige und besonders datensparsame Möglichkeit geschaffen, die Unternehmen ermöglichen, nach dem Lockdown risikoreduziert wieder zu öffnen.

Im Gegensatz zum Tracing von infizierten Personen ermittelt die SeroStatus-App auf Grundlage tatsächlicher Testergebnisse, wer ein Risiko darstellt und wer nicht. Anyblocks setzt auf die Blockchain–Technologie, ohne dass der Nutzer davon etwas mitbekommt. Die genutzten Self-Sovereign Identity (SSI) Standards ermöglichen es, dass alle sensiblen Daten nicht auf der Blockchain, sondern ausschließlich dezentral auf dem Handy des Nutzers gespeichert sind. Jede Datenabfrage erfordert die explizite Zustimmung des Nutzers. Die Blockchain kommt indessen zum Einsatz, um öffentliche Schlüssel, wie zum Beispiel von approbierten Ärzten, zu speichern. Die Liste könnte eine offizielle Institution wie die Bundesärztekammer verwalten.

  • Vorteile: Self-Sovereign Identity, Datensicherheit, einfache Benutzung
  • Nachteile: nicht für die breite Nutzung ausgelegt

New York Times zieht Zwischenbilanz zum Blockchain-Pilotprojekt

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Die New York Times hat in einem Pilotprojekt die Blockchain-Technologie für die Überprüfung von journalistischen Bildern eingesetzt – und für brauchbar befunden.

Nach knapp einem Jahr seit seiner Vorstellung ist „The News Provenance Project“ seiner Fertigstellung einen Schritt näher gekommen. Die von der US-amerikanischen Tageszeitung New York Times (NYT) in Zusammenarbeit mit IBM entwickelte Plattform soll die Verbreitung von Fake News unterbinden. Nun hat die NYT einen Prototypen präsentiert, der die Herkunft von journalistischen Fotos auf einer Blockchain nachvollziehbar möchte. Die Technologie soll den Missbrauch der Bilder in Fake-News-Artikeln verhindern und der Verbreitung von Falschinformationen über die Sozialen Medien entgegen wirken.

Konkret geht es dabei um die Speicherung der Metadaten eines Bildes. Dazu zählt neben der Urheberschaft auch der Zusammenhang, in dem ein Bild erstmals publiziert wurde. Welche Daten für die Leser besonders wichtig sind, versuchte die NYT in einem Pilotversuch zu ermitteln. Dabei kam ein stark vereinfachtes Modell des Netzwerks mit lediglich drei fiktiven Teilnehmern zum Einsatz: Eine Lokalzeitung, eine nationale Nachrichtenagentur und ein Soziales Netzwerk.

Für unseren Prototyp haben wir es sehr einfach gehalten. Alle möglichen Interaktionen zwischen den Netzwerkmitgliedern wurden in einem einzigen Smart Contract zusammengefasst. Nur eine andere Organisation musste die Interaktionen genehmigen, und jede Interaktion wurde automatisch genehmigt. Wenn beispielsweise die Local Gazette einen neuen Fotodatensatz auf der Blockchain erstellen wollte, musste sie die Genehmigung von National News einholen. Aber National News genehmigte die Transaktion automatisch, ohne den Wahrheitsgehalt oder die Genauigkeit zu überprüfen.

Vertrauen ist gut, Blockchain ist besser

Welche Metadaten der Leserschaft besonders wichtig sind, versuchte die NYT zuvor mittels einer Befragung in Erfahrung zu bringen:

Die Personen, die wir befragten, gaben an, dass sie nicht nur etwas über die Herkunft eines Fotos erfahren wollten, sondern auch die Veröffentlichungsgeschichte eines Fotos verstehen wollten, z.B. wo das Foto veröffentlicht wurde und welche Bildunterschriften für das Foto geschrieben wurden.

Aus dem Feedback der der insgesamt 34 Versuchsteilnehmer leitete die NYT einen Entwurf dafür ab, wie eine solche Metadaten-Bank für journalistische Fotos aussehen könnte:

Vorschlag zur Organisierung von Bild-Metadaten auf der Blockchain-Lösung der New York Times | Quelle: NYT

Darauf aufbauend unterbreitete die NYT dem Testteilnehmern Bilder aus einem konstruierten Social-Media-Feed. Die Fotos waren mit einem Hinweis versehen, der die Betrachter zur Kontrolle der Herkunft der jeweiligen Fotographie einlud:

In ihrem Fazit zu dem Blockchain-Experiment zeigt sich die NYT vorsichtig optimistisch. Die Metadaten hätten den Lesern effektiv dabei geholfen, die Authentizität eines Bildes zu überprüfen. Allerdings räumt die NYT ein, dass dem Projekt noch eine Reihe von großen Herausforderungen ins Haus steht. Zu den größten zähle demnach der Aufbau eines Netzwerks mit möglichst vielen teilnehmenden Organisationen.

Damit eine Blockchain-Lösung Wirklichkeit werden kann, müssen sich Nachrichtenorganisationen mit unterschiedlichen finanziellen und technischen Ressourcen beteiligen können. Wege zu finden, um die Eintrittsbarrieren zu senken, ist ein wesentlicher Bestandteil jeder zukünftigen Untersuchung.

heißt es dazu im aktuellen Blog-Post der New York Times zum Pilotprojekt.

Use Case Journalismus

Das der Aufbau eines solchen Netzwerks alles andere als trivial ist, hat beispielsweise das Krypto-Projekt Civil erfahren müssen. Trotz prominenter Partner wie dem US-Wirtschaftsmagazin Forbes scheiterte Civil Ende 2018 mit seinem Initial Coin Offering (ICO).

Die New York Times und Forbes sind derweil nicht die einzige Nachrichtenorganisationen, die Leser mit der Blockchain-Technologie gegen die virulente Verbreitung von Fake News immunisieren möchte. Einen ähnlichen Vorstoß vermeldete zuletzt auch die größte Nachrichtenagentur Italiens, Agenzia Nazinale Stampa Associata (ANSA). Der ANSA geht es dabei auch um den Schutz der eigenen journalistischen Arbeit. So will die ANSA mittels einer Ethereum-basierten Blockchain-Lösung von Ernst & Young ihre journalistischen Inhalte deren Weg durchs Web nachverfolgen.