In FinCen-Leak involviert: Aktien großer Banken fallen

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Die Grossbanken, die im jüngsten FinCen-Leck erwähnt wurden, wurden in der Folge heute vom Markt verdrängt. Laut der Untersuchung des International Consortium of Investigative Journalists haben die genannten Finanzinstitute in 20 Jahren von 1997 bis 2017 verdächtige Transaktionen im Wert von über 2 Bio. US-Dollar ermöglicht. Als dies gestern bekannt wurde, war das für viele dieser Institute ein Schock.

Es gab bei den fünf größten börsennotierten Banken viele verdächtige Aktivitäten.

Die Deutsche Bank allein soll an solchen Transaktionen im Wert von über 1,3 Bio. US-Dollar beteiligt gewesen sein. Nach Daten von Chainalysis gab es im Jahr 2019 Kryptowährungstransaktionen im Wert von 1 Bio. US-Dollar. Davon waren nur 1,1 Prozent (oder 11 Mrd. US-Dollar) illegale Transaktionen.

Top-5-Banken nach Umfang der verdächtigen Aktivitäten. Quelle: ICIJ.

Es fehlen jedoch Angaben zum Transaktionsvolumen von diesen Banken. Diese sind notwendig, um den Vergleich wirklich fair zu ziehen. Bisher wurde nur ein einziger direkter Verweis auf das Krypto-Protokoll unter den FinCen-Berichten von den Journalisten gefunden. Das ist als Reaktion auf OneCoin zu verstehen. Das Projekt ist mutmaßlich ein Krypto-Betrug, der von der gesuchten Verbrecherin Ruja Ignatowa gegründet wurde.

Zwei Berichte beziehen sich auf OneCoin. In diesen wird das Projekt als mutmaßlich größter Krypto-Betrug in der Geschichte bezeichnet. Im Jahr 2017 berichtete die Bank of New York Mellon über verdächtige Transaktionen in Höhe von 137 Mio. US-Dollar von Unternehmen, die mit OneCoin in Verbindung stehen. Außerdem soll “eine Australierin über 50.000 US-Dollar von ihrem Bio-Hautpflegeunternehmen an mehrere Empfänger, darunter zwei OneCoin-Unternehmen” geschickt haben.

Polizei verhört Vorstandsvorsitzenden von Bithumb wegen Betrugsfall

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Im angeblichen Betrugsfall um Führungskräfte bei der großen Kryptobörse Bithumb wurde der Vorstandsvorsitzende der Handelsplattform nun zum Verhör gebeten.

Wie die Nachrichtenagentur Yonhap am 18. September berichtet, will die Polizei der südkoreanischen Hauptstadt Seoul Lee Jung-hoon, den Vorstandsvorsitzenden von Bithumb Korea und der Bithumb Holdings, in dem Fall befragen.

Lee wird im Zusammenhang mit der gescheiterten Notierung der Kryptowährung BXA mehrfacher Betrug vorgeworfen. Dadurch soll den betrogenen Anlegern ein Schaden von bis zu 25 Mio. US-Dollar entstanden sein. Zudem soll Lee auch Gelder der Nutzer seiner Plattform veruntreut und in Projekte im Ausland investiert haben.

Kim Byung-gun, einem weiteren Vorstandsmitglied von Bithumb, soll gemeinsam mit Lee in den BXA-Betrug verwickelt sein. Allerdings haben die Polizeibehörden bisher noch keine Ermittlungen gegen Kim eingeleitet.

Türkischer IT-Professor Sirer: „Viele Krypto-Projekte sind Schall und Rauch“

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Emin Gün Sirer, der Geschäftsführer des Blockchain-Projekts Avalanche, ist der Meinung, dass viele Unternehmen in der Blockchain- und Kryptobranche dubiose Strategien fahren.

So schrieb Sirer am gestrigen 11. September auf Twitter, dass hinter den meisten Projekten nur „viel Hype und technisch-klingende Fachbegriffe stecken“ und keine wirklich neuen Innovationen. Zudem wäre es Firmenkunden oftmals „zu peinlich, zuzugeben, dass sie getäuscht wurden“.

Dementsprechend wären viele Blockchain-Projekte lediglich „Schall und Rauch“, wie der türkischstämmige Sirer, der an der renommierten amerikanischen Cornell Universität als Informatikprofessor tätig ist, feststellt.

Auslöser für seine Meinungsäußerung war ein Bericht der Wirtschaftsanalysten von Hindenburg Research, die in einem investigativen Bericht die dubiosen Methoden des amerikanischen Startups Nikola aufdeckten, das mit Wasserstoff betriebene Lastkraftwagen herstellt. Demnach würde hinter dem Unternehmen eine „ausgeklügelte Betrugsmasche“ stecken. Dies nahm Sirer als Anlass, um eine Parallele zu Blockchain-Unternehmen zu ziehen.

So schreibt der Avalanche Geschäftsführer unter anderem:

„Wir haben inzwischen zum Beispiel Krypto-Projekte, die einfach nur alte Protokolle von 1999 wiederbeleben und diese als neue Erfindung verkaufen. Zentralisierte Koordinatoren werden wie eine Art ‘unsichtbarer Draht’ eingesetzt und gaukeln das Funktionieren einer vermeintlichen Innovation vor. Am besten finde ich noch, dass es sogar Systeme gibt, die nicht mal über Byzantinische Fehlertoleranz verfügen.“

Ähnlich wie Lkw-Hersteller Nikola würden Krypto-Projekte oftmals „abenteuerliche Versprechungen“ machen, wobei sie „genau dieselbe Sprache“ verwenden wie Projekte, die tatsächliche Innovationen hervorbringen.

Avalanche, das Projekt von Sirer, konnte zuletzt durch einen öffentlichen Token-Verkauf 42 Mio. US-Dollar Investitionskapital einnehmen, nachdem im Juni durch einen Privatverkauf bereits 12 Mio. US-Dollar generiert werden konnten. Die zugehörige Kryptowährung AVAX ist an keinen externen Vermögenswert angebunden.

Südkorea warnt: Krypto-Treffen gefährlich für Gesundheit und Vermögen

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Die Regierung Südkoreas hat öffentlich vor persönlichen Krypto-Treffen gewarnt. Im Land grassiert gerade eine zweite Ausbruchswelle des Coronavirus und es besteht ein “hohes Risiko” sich anzustecken.

Segye Ilbo berichtet, dass die Behörden nicht nur vor COVID-19-Risiken warnten, sondern auch vor möglichen “finanziellen Schäden für die Verbraucher”. Zuvor wurde bekannt, dass Betrüger Treffen veranstalten, um Leute für Multi-Level-Marketing-Systeme zu gewinnen.

Eines der Unternehmen, die in die lokalen Medien kam, ist ein “nicht registriertes Hausierer-Vertriebsunternehmen” namens Muhan Group. Dieses bewirbt eine Investition in ein Mulit-Level-Marketing-System, das angeblich auf Krypto-Vermögenswerten aufbaut. In Wirklichkeit handelt es sich um einen einfachen Betrug, so der Bericht.

Die Behörden im Seouler Bezirk Gwanak erklärten, dass die Quarantänebeamten im vergangenen Monat 83 positive Fälle auf ein Treffen der Muhan Group zurückführen konnten.

Die Finanzaufsichtsbehörde des Landes FSC kommentierte dazu:

“Bürger sollten, wie in den Präventionsrichtlinien zu COVID-19 vorgesehen, so weit wie möglich zu Hause bleiben und von der Teilnahme an kleinen Sitzungen und Investment-Briefings absehen.”

Die Muhan Group ist nicht das einzige Unternehmen, vor dem die südkoreanischen Behörden inmitten der Pandemie warnen. Vor kurzem wurden mindestens 44 Mitarbeiter eines ungenannten südkoreanischen Blockchain-Unternehmens positiv auf COVID-19 getestet. Die Mitarbeiter sind inzwischen unter Quarantäne gestellt worden.

MLM Ponzi Sheme: Diese Plattform kann Ethereum schaden

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Laut dem chinesischen Krypto-Beobachter Dovey Wan gibt es ein neues Ponzi-Schema namens Foresage, das auf Ethereum aufbaut

Laut dem chinesischen Krypto-Beobachter Dovey Wan gibt es ein neues Ponzi-Schema namens Foresage, das auf Ethereum aufbaut. Langfristig könnte dies dem Preis von Ethereum schaden. Wenn das Vertrauen in dieses System zerbricht, könnten Investoren ihre Ether so bald wie möglich verkaufen, was sich negativ auf den Etherpreis auswirken kann.

Wie BitConnect und Onecoin in der Vergangenheit verspricht auch das Foresage-Projekt, dass Investoren aufgrund der hohen Renditen unglaublich reich werden können. Diese Investitionsrendite wächst, je mehr Menschen sich der Plattform anschließen. Eine weitere rote Fahne: Sie können keine Mitglieder des Foresage-Teams auf seiner Website finden.

Moral dieser Geschichte? Machen Sie immer Ihre eigenen Nachforschungen, wenn Sie in eine Krypto-Währung oder eine Plattform investieren. Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das in der Regel auch. Renditen könnten nie garantiert werden, genau wie Foresage verspricht.







YouTube: Weiterer Krypto-Livestream abgebrochen

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Ein Live-Stream des Krypto-YouTubers Sunny Decree wurde kürzlich von YouTube abgebrochen. Die Plattform gab an, das Video habe gegen ihre Richtlinien für “schädliche und gefährliche” Inhalte verstoßen.

Laut einem Tweet vom 5. September von Sunny Decree stoppte die Video-Plattform einen seiner Livestreams auf seinem englischsprachigen Kanal. Der YouTuber kommt aus der Schweiz und macht auch Videos auf Deutsch. Er wurde verwarnt und es hieß, dass ein weiterer Verstoß zu einer einwöchigen Sperrung von Livestreams, Uploads und Beiträgen führen würde.

Quelle: Twitter

Der Kanal von Decree wurde bereits zuvor von YouTube ins Fadenkreuz genommen. Im Dezember 2019 hat die Plattform allmählich auf aggressive Weise Videos mit Krypto-Inhalten gelöscht. Auf bekannten Kanälen, wie etwa den von Decree, der 123.000 Abonnenten hat, wurden Videos ohne Erklärung entfernt. YouTube sagte später über diesen Schritt, das sei ein “Fehler” gewesen, Viele der Videos wurden im Zuge dessen wieder online gestellt.

Die Plattform hat jedoch weiterhin viele Krypto-Kanäle ins Visier genommen. Das war offenbar eine Reaktion auf die gefälschten Betrugsvideos mit “Krypto-Werbegeschenken”, die regelmäßig online kommen.

Im Juni nahm die Plattform den offiziellen Kanal der Kryptowährungs-Nachrichtenseite Bitcoin.com wegen “Verstoßes gegen die Nutzungsbedingungen von YouTube” offline. Nach einem Widerspruch wurde der Kanal mit 40.000 Abonnenten zwei Tage später wiederhergestellt.

Cointelegraph hat ähnliche Erfahrungen mit der seltsamen Haltung von YouTube gegenüber Kryptowährungen gemacht. Die Plattform hat im Mai plötzlich unseren Live-Stream zum Bitcoin-Halving sowie kürzlich einen Live-Stream zum Twitter-Hack am 15. Juli abgebrochen.

Experten: Kryptowährungen könnten vom Wettbewerb nach Wirecard profitieren

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Nachdem der deutsche Zahlungsdienstleister in einen Betrugsskandal verwickelt ist, der zur Insolvenz des Unternehmens geführt hat, schicken sich die anderen großen Zahlungsdienstleister VISA, PayPal und Mastercard an, diese Lücke zu schließen. Im Zuge des Wettstreits um digitale Zahlungen könnten nun auch Krypto-Zahlungsdienstleistungen vermehrt in den Fokus rücken, wie Branchenexperten meinen.

Jerry Chan, der CEO des Blockchain-Dienstleisters TAAL, und Rod Hsu, der Präsident der Krypto-Handelsplattform Coincurve, geben sich im Interview mit Cointelegraph zuversichtlich, dass dieser neu aufkommende Wettbewerb dafür sorgen könnte, dass sich Digitalwährungen als Zahlungsmethode etablieren.

Chan geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er meint, dass dadurch nicht nur einen neues Bewusstsein für die Nutzung von Kryptowährungen entstehen wird, sondern dass die Blockchain-Technologie Zahlungsdienstleistungen insgesamt effizienter machen kann:

„Zahlungstechnologien sind heutzutage bereits sehr effizient (…). Beim Kreditkartenbetrug entstehen allerdings noch hohe Kosten für Prävention und Versicherungsschutz. Diese Kosten werden in der Regel von den Händlern und Banken getragen. Blockchain-Plattformen wie Bitcoin SV, die transparent und unveränderbar sind und auf denen keine Verschleierungsmethoden (Coin-Mixing) eingesetzt werden können, können Betrug weitestgehend verhindern und damit diese Kosten für Händler eliminieren.“

Sein Kollege erklärt, dass das gängige Zahlungssystem noch zu viele verschiedene Teilnehmer braucht, um zu funktionieren. Clearinghäuser, Banken und zwischengeschaltete Zahlungsdienstleister wollen alle ein Stück vom Kuchen abhaben und erhöhen so die anfallenden Gebühren und den Zeitaufwand bei der Abwicklung von Finanztransaktionen:

„Die Blockchain ist ein allgegenwärtiges und globales Kassenbuch. Egal, ob Digitalwährungen nur von einer Person zur anderen gehen oder einmal um die Welt, die Zahlung wird nahezu in Echtzeit auf der Blockchain verbucht und einsehbar, ohne dass Mittelsmänner darauf Gebühren erheben.“

Hsu sieht es dabei für die langfristige Entwicklung von Bitcoin (BTC) als elementar an, ob sich die marktführende Kryptowährung auch als Zahlungsmittel und nicht nur als Wertaufbewahrungsmittel durchsetzen kann. Dabei meint der Experte, dass ein Wertaufbewahrungsmittel letztendlich nur ein Spekulationsmittel ist, wenn es nicht auch als Tauschmittel taugt. Dahingehend ergänzt er:

„Wenn Bitcoin sich wirklich als globale Währung durchsetzen will, dann muss Bitcoin auch als Zahlungsmittel angenommen werden, um eine Funktion als Tauschmittel erfüllen zu können.“

OneCoin: Detaillierter Einblick in das berüchtigte Krypto-Schneeballsystem

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Im jüngsten Urteil im Zusammenhang mit der Sammelklage gegen OneCoin wurde Konstantin Ignatow, einer der Mitbegründer von OneCoin, als Angeklagter entlassen, da er zugestimmt hatte, gegen seine Schwester auszusagen. Ignatow ist der Bruder von Ruja Ignatowa, der berüchtigten Anführerin von OneCoin. Sie ist in der Community auch als “Kryptoqueen” bekannt. Ignatowa verschwand im Jahr 2017 und hat es seither geschafft, sich vor den Behörden und der Öffentlichkeit zu verstecken.

Ignatow ist aus der Klage, die von betrogenen OneCoin-Investoren initiiert wurde, nun ausgenommen worden. Aus Gerichtsdokumenten geht allerdings hervor, dass die Klage bestehen bleibt und sich nun gegen Ignatowa richtet. Beide sind nach wie vor in einer weiteren Klage des Justizministeriums der Vereinigten Staaten als Angeklagte aufgeführt. Dieser Fall könnte bis zu 90 Jahre Gefängnis einbringen.

Ignatow wurde am 6. März 2019 in Los Angeles verhaftet und hat nun offen gegen seine Schwester ausgesagt. Er behauptet, seit ihrem Verschwinden keinen Kontakt zu ihr gehabt zu haben und er habe einen Privatdetektiv beauftragt, sie zu finden. Bisher allerdings war dieses Unterfangen erfolglos. On Yavin, Gründer und CEO der Blockchain-Daten- und Aufklärungswebseite Cointelligence erklärte gegenüber Cointelegraph:

“Die OneCoin-Investoren hatten gehofft, dass sie durch die Klagen gegen Ignatow, der sich in Haft befand, eine Chance hätten, zumindest einen Teil ihres Geldes zurückzubekommen. Aber die Entscheidung, das Verfahren jetzt fallen zu lassen, nachdem das Gericht sie verwarnte, weil sie nicht genügend Informationen geliefert hatten, lässt vermuten, dass sie möglicherweise übereilt gehandelt haben. Ich glaube nicht, dass diese Entscheidung bedeutet, dass Ignatow unschuldig ist. Und ich glaube nicht, dass die Investoren bereit sind, aufzugeben.”

Jetzt, da Ignatow als Angeklagter aus einem der Prozesse gegen OneCoin ausgenommen wurde, und Ignatowa immer noch auf der Flucht ist, fragen sich viele nun, wie OneCoin es geschafft hat, so viele Menschen zu betrügen. Eine weitere Frage ist, was die Opfer tun können. Die traurige Geschichte von OneCoin ist mittlerweile so populär geworden, dass sogar eine Fernsehsendung auf Grundlage der Ereignisse geplant ist.

OneCoin: Die Geschichte

Die Geschichte zu OneCoin weißt bereits viele Warnsignale auf. Das Unternehmen wurde im Jahr 2014 gegründet und hat seinen Sitz in Bulgarien. Die Struktur war ein typischen Multi-Level-Marketing-System. Es gab allerdings einen Unterschied. Man musste keine Produkte oder Mitgliedschaften bewerben. Stattdessen gab es eine Kryptowährung, die der OneCoin-Werbung zufolge, der nächste Bitcoin (BTC) sei.

Viele Leute in und außerhalb der Krypto-Community durchschauten diesen Betrug. Diejenigen, die MLM-Modelle kannten, sahen schnell die Ähnlichkeiten in der Funktionsweise und Vermarktung. Und diejenigen, die sich mit Krypto auskannten, konnten klar erkennen, dass es keine Blockchain oder Netzwerk gab. Die Kryptowährung OneCoin war eine große Täuschung. Werbeanzeigen zum milliardenschweren Pyramidensystem wurden bei mehreren Verkaufsstellen veröffentlicht, auch auf Cointelegraph. Wir berichteten bereits im Jahr 2015 darüber. Mehrere Institutionen und Regierungsstellen haben auch alsbald Warnungen vor OneCoin herausgegeben.

Nichtsdestotrotz wurde das Unternehmen im Laufe der Jahre äußerst beliebt und verkaufte Mitgliedschaftspakete, die angeblich OneCoin-Token enthielten und das Mining weiterer Coins ermöglichten. Diese konnten an der privaten Börse Xcoinx in Fiat-Währung umgetauscht werden. Aber die Mitglieder konnten nur eine begrenzte Menge verkaufen, die vom jeweils gekauften Mitgliedschaftspaket bestimmt wurde. Damit konnte das Schneeballsystem Gelder über längere Zeiträume im Umlauf lassen und gleichzeitig Investoren bis zu einem gewissen Grad beruhigen. Yavin kommentierte dazu:

“Sie überzeugten die Investoren, dass all diese Warnungen “Hassnachrichten” seien, und schufen damit eine Mentalität des Zusammenhalts, in der es hieß: Wir Investoren gegen die anderen. OneCoin funktioniert weiterhin, weil die Aufsichtsbehörden nicht genug tun. Die britische Aufsichtsbehörde FCA tut etwa nicht genug, um Menschen davon abzuhalten, OneCoin zu verkaufen. Vor ein paar Monaten habe ich nachgesehen, und das war damals immer noch der Fall!”

OneCoin war bekannt für seine rücksichtslosen und übertriebenen Marketing-Taktiken, wie etwa extravagante Produktionen, bei denen die charismatische OneCoin-Chefin Ignatowa und andere Veranstalter die Kryptowährung bei ahnungslosen Opfern bewarben. Ein Beispiel dafür ist das dramatische Spektakel “Coin Rush” in der SSE Arena in London. Dort bezeichnete Ignatowa in typischer OneCoin-Manier den Token als “Bitcoin-Killer”. Und jeder, der dagegen sei, sei ein “Hater”.

Pyramide beginnt zu bröckeln

Im oben genannten Fall erklärte Ignatowa, OneCoin würde eine neue und verbesserte Blockchain erhalten und das OneCoin-Angebot würde sich verdoppeln. Das würde den Wert ebenfalls verdoppeln. Zwei Wochen später wurde jedoch Bjorn Bjercke, einem Prominenten aus der Bitcoin-Entwicklung, angeboten, technischer Leiter von OneCoin zu werden und eine tatsächliche Blockchain zu entwickeln. Dieser lehnte allerdings ab. Widersprüche und leere Versprechungen türmten sich immer weiter bei OneCoin. Zu diesem Zeitpunkt war ihre so genannte Börse bereits seit März 2016 geschlossen.

Nach den vielen Warnungen und Geschichten im Zusammenhang mit dem kultähnlichen Schneeballsystem wurde viele Investoren allmählich nervös. Es wurde auch zwar eine neue Börse versprochen, aber dazu kam es nie. Das System lief weiter bis Ignatowa im Oktober 2017 verschwand und das OneCoin-Pyramidensystem allmählich bröckelte.

Cointelegraph sprach mit Jen McAdam, einem OneCoin-Coin. Sie hat eine Unterstützungsgruppe für die Betroffenen gegründet. Sie erklärte, wie OneCoin sich nach und nach als Betrug entpuppte. Das geschah zum einen durch die Aktionen des Unternehmens und zum anderen durch die technologischen Aspekte der OneCoin-“Blockchain”. McAdam und ihre Freunde und Familie investierten und verloren über 250.000 Euro. Ihren Angaben nach erkannte sie erst im Januar 2017, dass der SQL-Server keine Blockchain war und keine Krypto erstellen konnte:

“Einige Monate nach der Investition wurden OneCoin-Bankkonten geschlossen und neue Konten eröffnet. Das geschah immer häufiger und war nur der Anfang meiner Bedenken. Im Januar 2017 wurde mir klar, dass OneCoin tatsächlich nichts weiter als ein abscheulicher und grausamer weltweiter Betrug mit gefälschter Kryptowährung war. […] Schließlich hinterließ mir einer der Leiter von OneCoin eine Sprachnachricht und erklärte, die OneCoin-Blockchain sei ein Folgeserver. Damals verwandelten sich alle Warnsignale, die ich sah, in verheerende Realität.”

Ignatowas Bruder übernahm und machte mit dem OneCoin-Betrug fast zwei Jahre lang weiter, bis er am 6. März 2019 in Los Angeles verhaftet wurde. Eine zivilrechtlichen Sammelklage wurde zwar gegen ihn fallengelassen, aber dennoch bekannte sich Ignatow am 4. Oktober 2019 wegen Geldwäsche und Betrugs schuldig. Nun muss er in einem Strafverfahren, das von der New Yorker Bezirksstaatsanwaltschaft nach seiner Verhaftung initiiert wurde, mit bis zu 90 Jahren Gefängnis rechnen. Das US-Gericht hat die Verurteilung auf Ersuchen der Regierung jedoch mehrmals verschoben. Nun soll es diese am 11. November geben.

Wie groß war OneCoin überhaupt?

Die Ermittlung im Vorfeld der genannten Sammelklage ergab, dass die Umsatzeinnahmen sich auf rund 4,4 Mrd. US-Dollar belief. Einige Quellen, die eng mit OneCoin zusammengearbeitet haben, behaupteten, dass bis zu 19,4 Mrd. US-Dollar gestohlen worden seien. Laut Digitpol, einer privaten Ermittlungsbehörde, konnten Strafverfolgungsbeamte in China rund 267 Mio. US-Dollar zurückholen und dabei 98 Personen angeklagt.

Es gab Warnungen von Zentralbanken und anderen Regierungsbehörden. Dennoch fielen Leute auf der ganzen Welt darauf herein. McAdam sagte gegenüber Cointelegraph, OneCoin behauptete, über 3,5 Millionen Mitglieder zu haben. Diese Zahl schien nicht übertrieben zu sein. Sie erzählte Cointelegraph auch von den vielen tausenden Leuten, die ihre Gruppe um Hilfe gebeten haben:

“Wir haben jetzt weltweit über 10.000 OneCoin-Opfer. Ich möchte an dieser Stelle auch noch hinzufügen, dass OneCoin auch eine Sekte ist. Viele Mitglieder, die investiert haben, sind so stark beeinflusst, dass sie nicht wahr haben wollen, dass OneCoin ein Betrug ist. Jeden Tag erkennen immer mehr OneCoin-Mitglieder, dass das System ein Betrug war. Die Anfragen von am Boden zerstörten und sogar suizidalen OneCoin-Opfern nehmen immer stärker zu. Sie wollen ebenfalls der Unterstützungsgruppe für OneCoin-Opfer beitreten.”

Leute hinter OneCoin

Mehrere Personen wurden auf die eine oder andere Weise mit OneCoin in Verbindung gebracht. Einige wurden wegen Förderung oder Teilnahme an dem Projekt verhaftet, andere sind hingegen auf der Flucht. Viele Leute, die hinter dem System stecken, sind bisher noch unbekannt, und es ist auch unklar, ob es sich um eine Art organisiertes Verbrechen handelt. In der Klage der Investoren wurden mehrere Namen genannt, darunter etwa die Firma OneCoin Ltd, Ignatowa, Ignatow, Sebastian Greenwood und Mark Scott.

Greenwood war zuvor am Pyramidensystem Unaico beteiligt und arbeitete in verschiedenen Positionen für OneCoin. Viele OneCoin-Beteiligte hatten eine fragwürdige Vergangenheit, wie etwa der Ex-Präsident von OneCoin Nigel Allan, der vor einem Streit mit Ignatowa an ähnlichen Pyramidensystemen, wie etwa Crypto 888 und Brilliant Carbon, beteiligt war.

Andererseits wurden auch Irina Andreeva Dilinska, David Pike und Nicole Huesmann in der Sammelklage genannt. Einige von ihnen konnten bisher noch nicht ausfindig gemacht werden. Le Quoc-Hung, eine wichtige Person bei der Rekrutierung für OneCoin, ist vor kurzem wieder aufgetaucht und nutzt seine OneCoin-Kanäle, um einen weiteren Betrug zu bewerben. Sein Aufenthaltsort ist allerdings unbekannt.

Mehreren Personen und Organisationen wurde auch vorgeworfen, Geld für OneCoin und seine Mitglieder gewaschen zu haben. Pike soll etwa rund 400 Mio. US-Dollar über “Fonero Funds”, einen Eigenkapital-Fonds, gewaschen haben. Pike, der COO bei Fonero Funds, behauptete, er habe nicht gewusst, dass die Gelder aus dem Betrug stammten. Man vermutet auch, dass Scott die Gelder für OneCoin gewaschen habe.

Viele andere wichtige Leute, die insbesondere als Promoter und Rekrutierer tätig gewesen sein sollen, wurden außerhalb der USA verhaftet. Kürzlich wurden zwei OneCoin-Promoter in Singapur verurteilt. Die Wurzeln von OneCoin sind tief. Selbst Kirchen sollen beteiligt gewesen sein. Grant Blaisdell, Mitbegründer und Marketingleiter der Blockchain-Analysefirma Coinfirm, sagte gegenüber Cointelegraph:

“Im Oktober 2019 arbeitete Coinfirm mit der globalen Ermittlungsfirma Kroll zusammen und brachte ReclaimCrypto auf den Markt. Seit der Lancierung der gemeinsamen Initiative wurden Hunderte von Klagen im Zusammenhang mit OneCoin eingereicht. Das zeigt das wahre Ausmaß des Betrugs auf. Bis jetzt haben wir mehrere Adressen identifiziert, die noch immer veruntreute Gelder enthalten.”

Was können Opfer tun?

Auch wenn es nicht einfach ist, Geld zurück zu erhalten, das durch OneCoin oder einen anderen Betrug verloren ging, gibt es immer noch ein paar Dinge, die man tun kann. Laut McAdam haben die Gruppen der OneCoin-Opfer Fortschritte bei der Enttarnung des Betrugs und in Sachen Sensibilisierung gemacht:

“Seit drei Jahren enttarnen ich und ein Netzwerk von Menschen weltweit den OneCoin-Betrug und arbeiten weltweit mit Behörden zusammen. Ich persönlich will hauptsächlich Gerechtigkeit für die Opfer. Dazu gehört die Hilfe und Unterstützung von Opfern auf der ganzen Welt, die Sensibilisierung der Medien weltweit sowie die Teilnahme und Zusammenarbeit mit BBC am erfolgreichen BBC-Podcast The Missing Cryptoqueen.”

McAdam sagte gegenüber Cointelegraph auch, es sei möglich, dass, wenn die Prozesse abgeschlossen sind und die Leute hinter OneCoin hinter Gittern sind, “die US-Gerichte sich um einen globalen Fonds zur Rückholung des Vermögens von OneCoin-Opfern bemühen werden und die Anwälte dann den Opfern bei der Wiedererlangung ihres Geldes helfen werden.” Blaisdell erklärte auch, dass sich die Opfer an Coinfirm wenden könnten, um Hilfe zu bekommen:

“Coinfirm arbeitet zusammen mit seinen bewährten Partnern weiter daran, die umfassende Strategie für eine Rückholung des Vermögens für die Opfer vorzubereiten, die uns um Hilfe gebeten haben. Wir raten allen OneCoin-Opfern dringend, sich bei unserem Reclaim Crypto-System anzumelden, damit wir ihnen bei dem potenziellen Verfahren um Entschädigungen helfen können.”

Möglicherweise haben einige Leute zu drastischeren Maßnahmen gegriffen. Vor kurzem wurden zwei OneCoin-Promotoren in Mexiko tot aufgefunden. Es ist aber auch möglich, dass lokale Kartelle hinter dem Verbrechen stecken.

Betrügereien nach wie vor großes Problem

Da der Kopf hinter OneCoin, nämlich Ignatowa, immer noch nicht gefunden und ihr Bruder verhaftet wurde, ist der Betrug wohl vorbei. Doch obwohl die Webseite von OneCoin offline genommen wurde, ist die Bewegung wohl noch nicht ganz zum Erliegen gekommen. Tatsächlich haben OneCoin-Mitarbeiter nach der Verhaftung von Ignatow und anderen Mitgliedern der Community dementiert, dass es sich dabei um ein Pyramidensystem handelt und sogar eine Petition zur Freilassung Ignatows lanciert.

Jetzt, wo die Renditen durch das dezentralisierte Finanzwesen populär werden, kommen auch in diesem neuen Sektor Betrügereien auf. Ein weiterer großer Betrug, der aufgedeckt wurde, nämlich PlusToken, versprach seinen Benutzern eine Rendite auf ihre Einlagen, ähnlich wie bei DeFi-Krediten und Zinsprotokollen. Tatsächlich gibt es immer noch sehr viele Betrügereien. Diese können sich auf die gesamte Kryptobranche auswirken. Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Betrügereien dieser Art jemals wirklich vollständig verschwinden werden, aber potentielle Investoren sollten sich immer die Zeit nehmen, sich darüber zu informieren, woran man solche erkennt und wie sie vermieden werden können, wie McAdam gegenüber Cointelegraph erklärte:

“Leute können dazu beitragen, indem sie das Bewusstsein vor allem innerhalb der Medienplattformen schärfen. […] Der OneCoin-Betrug läuft immer noch weiter und immer noch verlieren unschuldige Menschen auf der ganzen Welt ihre Ersparnisse oder machen Schulden für ihr Leben. Wenn wir das Bewusstsein dafür schärfen, können wir dazu beitragen, unschuldige Menschen weltweit vor solchen heftigen finanziellen Verlusten zu schützen, den Opfern zu helfen, die Gerechtigkeit zu schaffen, die sie verdienen, und die Leute weltweit über gefälschte Kryptowährungsbetrügereien aufzuklären.”

Australischer Pferderennstall steht in Verbindung mit Krypto-Betrugsprojekt OneCoin

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Der australische Verband für Pferderennen untersucht eine Organisation, die Rennpferde züchtet und in Verbindung mit dem berüchtigten Krypto-Betrugsprojekt OneCoin stehen soll.

Laut australischen Medien hat der Verband Racing NSW bestätigt, dass bereits eine Untersuchung gegen den Rennstall namens Phoenix Thoroughbreds eingeleitet wurde. Racing Victoria, ein anderer Rennstall, arbeitet in diesem Fall mit dem Verband zusammen.

Die Vorwürfe gegen Phoenix Thoroughbreds kamen auf, nachdem aus einer Zeugenaussage im Prozess um das Krypto-Betrugsprojekt hervorgegangen ist, dass Amer Abdulaziz Salman, der Betreiber des Pferderennstalls, selbst in OneCoin involviert war und im Zuge dessen 161 Mio. US-Dollar gestohlen haben soll.

Ein Sprecher der Phoenix Thoroughbreds gibt gegenüber dem Sydney Morning Herald an, dass sich der Rennstall in keinster Weise rechtswidrig verhalten hätte und deshalb vollumfänglich mit Verband und Behörden kooperieren will. Der Sprecher ergänzte, dass auch der Betreiber „jederzeit rechtmäßig gehandelt hat und jegliche Vorwürfe abstreitet“.

Das erfolgreiche Krypto-Projekt OneCoin stellte sich später als betrügerisches Schneeballsystem heraus, das insgesamt 4 Mrd. US-Dollar mit seiner Masche einnehmen konnte. Konstantin Ignatov, der Bruder der OneCoin-Drahtzieherin Ruja Ignatova, hatte jüngst gegen seine Schwester ausgesagt. Ignatov hat im Rahmen seiner Aussagen auch angegeben, dass Abdulaziz Salman an der Geldwäsche für OneCoin beteiligt war. Vergangenen Monat wurden in Mexiko zwei ehemalige Mitarbeiter des Projekts tot aufgefunden.

Wie die Medien zudem berichten, wurde der Rennstall Phoenix Thoroughbreds wegen der Vorwürfe in Frankreich bereits von der Teilnahme an zukünftigen Rennwettbewerben ausgeschlossen.

Falsche Pastoren nutzen ihre „Autorität“ für Krypto-Betrugsmasche

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Eine Anklageschrift der amerikanischen Börsenaufsicht SEC erhebt schwere Vorwürfe gegen drei Personen, die unter anderem durch Krypto-Betrug mehrere Millionen US-Dollar von mehr als 1.000 Opfern erbeutet haben sollen.

„Von 2017 bis Mai 2019 haben die Beschuldigten Jali, Frimpong und Johnson direkt und über zwei Firmen Smart Partners und 1st Million auf betrügerische Art und Weise mehr als 27 Mio. US-Dollar von knapp 1.200 Anlegern erbeutet, überwiegend von afrikanischen Immigranten“, wie es in der Anklageschrift vom 28. August heißt.

Laut Anklage sollen die drei Personen ihre einflussreichen Positionen in Kirchen und Pflegeeinrichtungen genutzt haben, um aus der Gutgläubigkeit ihrer Opfer Kapital zu schlagen. So gaben Johnson und Jali vor, Pastoren zu sein, wodurch sie in mehreren afrikanischen Gemeinden im US-Bundesstaat Maryland predigen konnten. Durch die Glaubwürdigkeit, die sie durch ihre autoritäre Stellung erhielten, konnten sie anschließend Gemeindemitglieder dazu bewegen, ihnen Geld für angebliche Investitionen in Kryptowährungen und Fremdwährungen zu zahlen.

Die Beschuldigten lockten mit dem Versprechen, die erzielten Kapitalerträge plus Investitionskapital ein Jahr später zurückzuzahlen, allerdings nutzten sie das erbeutete Geld für ihre eigenen Zwecke.

„Von 2017 bis Mai 2019 haben die Beklagten mit Anlegern in Maryland und in weiteren Bundesstaaten, darunter Georgia, Florida und Texas, betrügerische Investitionsverträge geschlossen, in denen sie Gewinne aus dem Fremdwährungs- und Kryptowährungshandel versprachen“, so die Anklageschrift.

Die Mindestinvestition soll 5.000 US-Dollar betragen haben, wobei sie Erträge zwischen 6 – 42 % pro Monat oder Quartal in Aussicht stellten. Im Sinne eines Schneeballsystems zahlten sie anfangs an einige Anleger Teilgewinne aus, um Legitimität vorzugaukeln.

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