Sushiswap: Ist das erste größere DeFi-Projekt bald reif für die Schrottpresse?

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Eine der aufsehenerregendsten Geschichten im Kryptobereich in letzter Zeit war die von Sushiswap und Uniswap. Uniswap ist ein dezentrales Pooltrading-Protokoll auf Ethereum, wo jeder seine ERC-20 oder Ether für Trader als Liquidität anbieten kann. Die Trader zahlen die Tauschgebühren an die Liquiditätsanbieter. Beim aktuellen Verhältnis zwischen angebotener Liquidität und Nutzung der Plattform als Tauschbörse entstehen für gewisse Handelspaare äußert lukrative Zinsen. Für das Handelspaar ETH/USDT gibt es im Moment z. B. rund 45 % Zinsen im Jahr.

Diese hohen Renditen haben DeFi auf Ethereum unter anderem den großen Aufschwung verpasst. Uniswap hat jedoch keinen Governance-Token wie viele andere Projekte im DeFi-Bereich. Diese Governance-Token entstehen meist über sogenanntes Yield-Farming, also Nutzung der Protokolle. Yield-Farming, dessen Nachhaltigkeit immer mehr infrage gestellt wird, hat DeFi einen ebenso starken Antrieb gebeben. Sushiswap hat das Konzept von Uniswap nicht nur aufgegriffen, sondern den offenen Quellcode kopiert und um einen Token erweitert, der über Yield-Farming erzeugt und verteilt wird. Eine Ausschüttung erfolgte unter anderem an jene, die die Liquidität von Uniswap auf Sushiswap bewegten. Dazu mussten sie ihre Uniswap-LP-Token bei Sushiswap staken, mit denen sie ihre in den Uniswap-Pools hinterlegten Token wieder einfordern konnten. Dies übernahm dann das Sushiswap in der Migrationsphase und bewegte die Token nach Sushiswap.

Anfangs wurden 1000 SUSHI pro Block erzeugt und verteilt, diese Menge wurde nun auf 100 SUSHI gesenkt, mit spürbaren Folgen. Während Uniswap während der Migrationsphase auszubluten drohte, konnte das Protokoll nun wieder an Liquidität gewinnen und Sushiswap sogar überholen. Bei Sushiswap sind zurzeit rund 760 Mio. $ in den Pools (sinkende Tendenz), bei Uniswap bereits wieder knapp 1 Mrd. $ (steigende Tendenz). Der Tokenpreis von SUSHI ist starkem Verfall ausgesetzt. Allein von gestern auf heute verlor er 24 %. Somit macht den SUSHI-Nutzern nicht nur der stark dezimierte (1/10) Anstieg der ausgeschütteten Token zu schaffen, sondern auch der sinkende Preis. Die Attraktivität Sushiswap zu nutzen sinkt. Wenn man keine SUSHI besitzt, ist die Nutzung von Sushiswap als Liquiditätsanbieter weniger lukrativ als Uniswap, dort bekommt man 0,3 % Zinsen pro Swap. Bei Sushiswap kriegt man das nur, wenn man den Token hält. Das lukrativste ist es SUSHI zu halten und 0,05 % an Swapgebühren auf Sushiswap zu kassieren und die Liquidität auf Uniswap zur Verfügung zu stellen und dort 0,3 % pro Swap einzustreichen. Diese Abhängigkeit vom Token und dessen sich nachteilig entwickelnden Dynamiken, könnten Sushiswap nun langsam aushungern.

Drama um Sushiswap-Entwickler schafft nicht unbedingt vertrauen

Wir haben berichtet, dass der anonyme Entwickler von Sushiswap, Chef Nomi, seine ganzen Token in Ethereum getauscht hat (Ertrag rund 38.000 ETH). Dabei ist der Preis massiv eingebrochen und viele Investoren haben viel Geld verloren. Chef Nomi hat das Kapital zwar wieder der Community zurückgegeben aber war da der Schaden schon angerichtet.

Das Ende von Yield-Farming?

Dass Yield-Farming kein Trend ist, der ewig anhalten kann, ist den meisten Investoren bewusst. Hier werden Token aus dem nichts mit kauf Aufwand erzeugt und generieren teils enorme Rendite. Dies funktioniert so lange, wie Käufer glauben den Token teurer wieder verkaufen zu können.

Aber jedem Hype geht irgendwann die Puste aus und die meisten realisieren, dass sie hier Ware in den Händen halten, die großteils aus Luft produziert wurde. Sushiswap könnte mit dem drohenden Aus der erste Vorbote des Endes der Yield-Farming Blase sein. Es ist davon auszugehen, dass sich immer weniger Investoren auf diese Spielchen einlassen werden, zumindest den Token nicht mehr kaufen, sondern versuchen ihn selbst zu farmen, weil ihnen die Risiken bewusst werden. Wenn es aber an Käufern fehlt, funktioniert die “Geldmaschine” und der damit verbundene Hype nicht mehr.

Im Moment verliert der SUSHI-Token an Wert, die Anzahl der ausgeschütteten SUSHI hat sich dezimiert und Liquidität geht verloren. Daten die nicht viel an Optimismus zulassen. Trotzdem bleibt es weiterhin spannend um das Projekt, vor allem wie sich Preis und Liquidität hier weiter entwickeln werden.

© Cryptoticker
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