Perpetual Bitcoin-Swaps auf Ether-Basis: dYdX machts vor

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Perpetual Swaps sind ein von der Börse BitMEX wohlbekanntes Trading-Vehikel. Nun stellte dYdX ein dezentrales Pendant für das Wertepaar BTC/USDC vor. Weitere Wertepaare sollen folgen. Was das für DeFi bedeutet.

Bitcoin–Trading ist nicht gleich Bitcoin Trading. Passionierte Trader kennen neben einer einfachen Long Position auch Handelsinstrumente wie Short Positions, Positionen mit Hebel oder auch so genannte Terminkontrakte. Mit BitMEX kam eine weitere besondere Art des Terminkontrakts dazu: der Perpetual Contract oder Perpetual Swap.

Was sind Terminkontrakte?

Eine kurze Auffrischung: Bei Terminkontrakten wetten letztlich auf einen zukünftigen Bitcoin-Kurs. Sie verkaufen per Vertrag ein zugrundeliegendes Asset, Bitcoin zum Beispiel, zu einem bestimmten Kurs an einem bestimmten Tag. Während jedoch der reguläre Futures Contract ein Ablaufdatum besitzt ist die Laufzeit eines Perpetual Swaps unbegrenzt. So können Trader mit großem Hebel handeln, ohne Angst zu haben, dass dieser einfach ausläuft. Statt dessen müssen jene, die eine Position halten, gegebenenfalls dafür zahlen. Konkret müssen mit dem Trend handelnde für ein Aufrecht erhalten dieser Position zahlen, gegen den Trend handelnde bekommen dafür jedoch etwas Geld.

Bis vor kurzem war dies nur auf BitMEX und einigen zentralisierten Börsen möglich. Nun führte jedoch dYdX auf ihrer dezentralen Börse derartige Perpetual Contracts ein. Als erstes Handelspaar wurde BTC/USDC eröffnet, welches nun Trader mit einem zehnfachen Hebel handeln können. dYdX konnte neben klassischem Handel schon Margin Trading anbieten. Die Einführung von Perpetual Swaps erweitert nun das Angebot von dYdX und zeigt, was auf dezentraler Basis möglich ist.

Neben BTC/USDC sind weitere Wertepaare geplant: In diesem Jahr soll es zumindest zu ETH-USDC und DAI-USDC kommen. Prinzipiell soll es möglich sein, auch andere klassische Assets wie Gold oder den S&P 500 abzubilden, zumindest, wenn andere Plattformen wie Synthetix Network Token genutzt werden.

Perpetual Swaps auf dezentralen Börsen: Ein Meilenstein für DeFi

Nach einigen ernüchternden Nachrichten zum aktuellen Zustand des Decentralized-Finance-Sektors ist dies eine wichtige positive Botschaft, die die Stärke und das Verkaufsargument von dezentralen Börsen aufzeigt.

Zentralisierte Börsen verlangen nicht nur KYC, sondern verwalten auch die Gelder ihrer Kunden. Verschiedene Hacks und Inside-Jobs haben das Vertrauen in zentralisierte Börsen erschüttert. Gerade im BitMEX hat im Zuge des Marktcrashes von März 2020 viel Kritik bezüglich ihrer Liquidierungspolitik erhalten.

Wie vielen sicherlich bekannt ist, ist auch der DeFi-Sektor dank der Folgen des Marktbebens scharf kritisiert worden. Dennoch ist eine dezentrale Börse, bei der die zugrunde liegenden Smart Contracts überprüfbar sind, deutlich mehr mit Dingen wie Trust Minimization vereinbar. Das alte Cypherpunk-Sprichwort „Don’t trust, verify“ verwirklicht sich mehr in dem Ansatz von dYdX oder anderer dezentraler Börsen denn in zentralisierten Exchanges.

Ebenso reizvoll, gerade im Licht der Kontroverse um die BitMEX- und MakerDAO-Liquidierungen, kann der Ansatz von dYdX sein: Statt einer zentralen Stelle, welche die Liquidierungen regelt, sind es die einzelnen Nutzer, welche Konten unter der Liquidierungsgrenze auflösen können. Dies alles ist transparent auf der Blockchain sichtbar.

Schatten über DeFi-Swaps? Wintermute Trading positioniert sich als Liquidity Provider

Nun gilt für dYdX dasselbe wie für dezentrale Börsen: Die Liquidität muss steigen. „Ohne Moos nix los“, sagt nicht nur der Volksmund. Das Motto gilt auch für den DEX-Sektor und insbesondere bei komplexen Trading-Instrumenten wie Margin Trading oder Perpetual Swaps. Eine mögliche Lösung wollen Unternehmen wie Wintermute Trading bieten, die der Börse Kapital – und damit Liquidität – zur Verfügung stellen. Auf der anderen Seite wird Wintermute auch als Liqudierungsstelle arbeiten.

Ein wenig klingt das schon wie ein Pakt mit dem Teufel. Um eine höhere Liquidität zu erreichen, werden wieder große Player auftreten – und Kontrolle über die Liquidation von Konten haben. Hier gilt es mit Argusaugen zu beobachten, wie sich die Liquidity-Provider-Landschaft um dYdX ändert. Ebenso sollte man auch hier streng die On-Chain-Bewegungen um die dezentrale Börse verfolgen. Denn Trustlessness ist nicht einfach ein Versprechen, sondern etwas, was jeder einzelne leben muss.

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